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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-09-01 · Heft 36 (1.9.1851) · p. Seite 430

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 36 (1.9.1851)
Date
1851-09-01
Page
Seite 430 (sequence 10)
Language
German
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430 Israel sich rincr Zeit des Friedens und der Einigung zu erfreuen haben würde. Der erste Sekretär, Herr Teireiva von Amsterdam, las dann den Einzclbericht von der Lage der Gesellschaft vor. Sie zählt jetzt zehn Sektionen, zusammen 477 Mitglieder, und 99 Geber und Geberinnen, was vcrgleichungsweise zum vorangegangenen Jahre eine Vermehrung von 64 Mitgliedern un^27 Gebern hcrausstellt; während die Zahl der Semonen um vier gewachsen ist. Ihr finanzieller Zustand ist günstig, die Ausgaben sind nicht allein gedeckt, sondern es findet eine Vermehrung der Einnahmen statt. Ebenso sieht sich die Direktion im Stande, mehreren Sektionen Unterstützungen zu bewilligen. Man schritt sodann zur Wahl dreier neuer Direktoren, und erledigte mehrere theils untergeordnete, theils von größerin Interesse seiende Punkte. Da man sich im nächsten Jahre mit der Revision des Reglements beschäftigen wird, vertagt man die Entscheidung über alle Hauptpunkte, unter anderm auch Konkurse für verschiedene nützliche Schriften auszuschreiben. Die Versammlung war im Allgemeinen sehr befriedigt von dem Zustande der Gesellschaft, die soviel Gutes den holländischen Israeliten verspricht; und wohlverdiente Huldigungen ließ man der Hauptdirektion zukommen. Ein Bankett, bei dem der beste Geist vorherrschte, beschloß diese Feierlichkeit, und diejenigen, die den Zustand der Vereinzelung, in welchem alle zu Gunsten der Israeliten angestellten Anstrengungen in diesem Lande sich befanden, kannten, freuten sich, den Zusammenfluß in eine einzige Idee von allen Seiten wahrzunehmen, d. r. „die sittliche und geistige Veredelung der Israeliten." Möge diese Idee immer mehr und mehr sich entfalten und Früchte tragen unter dem göttlichen Schutze. —. Ein gelehrter Israelit, HerrBlukrode, Professor an der königlichen Marineschule in Delft, hat soeben das Glück gehabt, daß seine Arbeit über Ackerbau und ländliche Oekonomie von einer der ersten gelehrten Gesellschaften Hollands gekrönt worden ist. Literarische Nachrichten. Aus btt Altwark, im Juli. Das Leben der Propheten. In Kanzelvortragen von Dr. Salomon Friedländer. Erster Band. l. Einleitung. II. Samuel. Brilon und Leipzig, 1850. Druck und Berlag der M. Friedlanderschen Offizin in Brilon. Kommission von H. Hunger in Leipzig, gr. 8. 283 S. Der Verfasser, seit drei Jahren Prediger an der jüdischen Gemeinde zu Münster, ist dem Publikum schon durch seine von der Universität Heidelberg gekrönte theologische Preisschrift über ein kritisch und exegetisch schwieriges Stück des A. T., durch seine „Geschichte des israelitischen Volkes" und durch mehrere andere gedruckte Prediglen bekannt. Vorliegende Sammlung enthält 25 Kanzelvorträge, der erste: das Charakteristische an den Propheten überhaupt, die anderen behandeln das Leben Samuels, an dasselbe nach Texten des Buches Samuel, die einzelnen Themata z. B. die Mutter, der Knabe, die Weihe, schwierige Zeiten, Volkes Stimme Gottes Stimme u. s. f. anknüpfend. Betrachten wir zuerst den theologischen Standpunkt des jungen Predigers, der uns den Geist, in welchem diese Predigten gearbeitet und gehalten worden sind, am Besten manifestirt. Hören wir den Vers, selbst in der Vorrede: „Keineswegs will ich die Frivolität und Gleichgiltigkeit derer in Schutz nehmen, welche unter dem falben Schimmer äußerer Politur und mit jenem blaffen Wasserstrich der oberflächlichsten modernen Kultur alles Religiöse von der Hand weisen, ohne irgend ein Urtheil über dasselbe zu haben, und dabei doch nur so lange, als es ihnen gut geht; ich bin vielmehr, wie jeder denkende Mann, der abgesagte Feind solcher Indolenz. Aber es ist auch nicht zu leugnen, daß die Religion oder besser ihre Lehrer meist selbst Schuld sind an den traurigen Erfahrungen, welche sie in den letzten Dezennien, insbesondere während tur kaum verflossenen, bedeutungsvollen anderthalb Jahre haben machen müssen. „„Gott ist ein tiefer Seufzer, auf dem Grunde der Seelen gelegen,"" sagt ein alter Deutscher, Sebastian Frank, und die Religion, das natürliche Gefühl der Unterordnung unter dieses höchste, ideale Wesen, um ihm möglichst ähnlich, um selig zu werden. Dem wird sich Niemand entschlagen können. Statt nun diese Anlage auszubilden, diesen Keim zur vollen, gedeihlichen Blüte zu entwickeln, beuten Viele unter dem Deckmantel der „„positiven"" Religionen diesen Fund mehr oder weniger selbstsüchtig aus und treten den Denkenden und B^C

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