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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-08-25 · Heft 35 (25.8.1851) · p. Seite 414

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 35 (25.8.1851)
Date
1851-08-25
Page
Seite 414 (sequence 6)
Language
German
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414 Lire, das Drittel eines ihnen zugefallenen Lottogewinns nutzbringend angelegt, und die Zinsen theils für arme Arbeiter, theils für arme Mädchen aus der Stadt Venedig zur Aussteuer bestimmt. Aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf, im Juli. (Privatmitth.) Auf die von dem Vorstand der israelitischen Gemeinde zu Köln an das Ministerium gerichtete Kollektiveingabe um Korporalionsrcchte ist endlich eine Antwort eingegangen, die ich Ihnen nachstehend mittheile: „Auf das von dem königl. Staatsministcnum zur ressortmäßigen Verfügung an uns abgegebene Gesuch der jüdischen Gemeinden zu Köln, Aachen, Münster rc. vom 18. v. Mts., um Verleihung von Korporationsrechten eröffnen wir denselben hierdurch, daß demselben in dieser Allgemeinheit nicht entsprochen werden, und daß die Ertheilung von Korporationsrechten nur an die einzelnen betreffenden Gemeinden nach sorgfältiger Prüfung ihrer speziellen Vermögens- und sonstigen einen dauernden Bestand verbürgenden Verhältnisse erfolgen kann. Es muß den jüdischen Gemeinden zu Köln, Aachen, Münster rc. hiernach überlassen bleiben, ihre etwaigen hierauf bezüglichen Anträge abgesondert und unter Darlegung der speziellen Verhältnisse bei der betreffenden königl. Regierung anzubringen, welche dieselben prüfen und nach Befund der Umstände das Weitere veranlassen wird. Berlin, den 26. Juni 1851. Der Minister der geistlichen Angelegenheiten, v. Raumer. Der Minister des Innern, v. Westphalen. Aus dem Regierungsbezirk Düffeldorf, im Juli. (Privatmitth.) Der „Kölnischen Zeitung" schreibt man aus Frechen Folgendes: „Auf einer Rundreise durch den Konsistorialsprcngel begriffen, verweilte gestern und heute in unserer Mitte der Oberrabbiner und Präsident des israelitischen Konsistoriums, Herr Bodenheim er aus Krefeld. Demselben wurde am ersten Abend seines Verweilens von dem hier bestehenden katholischen Gesangverein ein Ständchen gebracht, was den Herrn Oberrabbinen um so freudiger überraschen mußte, als cs den schönsten Beweis geliefert, daß die Bewohner Frcchens sich über jene Vorurtheile hinwcggesetzt, die bisher in konfessioneller Beziehung eine Scheidewand bildeten. Gestern (Samstag) Vormittag hielt derselbe in der hiesigen Synagoge, eine sehr gehaltvolle Rede, welcher außer vielen anderen christlichen Notabilitäten auch die katholische und evangelische Geistlichkeit beiwohnte." — Ich theile Ihnen, geehrter Herr Doktor, dieses Referat deshalb mit, weil Toleranz gegen Andersglaubende und Achtung ihres Kultus und ihrer Religionsdiener in manchen Gegenden unsers Vaterlandes — selbst in den sogenannten gebildeten Kreisen — noch vergebens gesucht werden; — ich wünsche, daß man endlich überall, namentlich von Seiten der Geistlichen, gegen das Vorurtheil und den Glaubenshaß, die mitunter selbst von Solchen, die sich „Verkündiger der christlichen Liebe" nennen, gehegt und gepflegt worden *), allen Ernstes ankämpfen und mit gutem Beispiele vorangehen möchte; dann wird das „Volk", das von Natur durchaus nicht so inhuman und gegen die Juden eingenommen, wie man von gewisser Seite gern behauptet, gewiß Nachfolgen; dann wollen wir den Herren auch zugestehen, daß sie „Liebe" üben, wenn wir auch auf das Beiwort „christlich" gern verzichten. — Einen schönen Beweis von Humanität und Edelsinn kann ich Ihnen auch von Krefeld mittheilen. Zu der dort zu erbauenden Synagoge sind — auf Verwendung des Herrn Oberrabbinen Bodenheimer — auch von christlicher Seite namhafte Summen gezeichnet worden, worunter 100 Thlr. von dem verdienstvollen ehemaligen Abgeordneten Herrn v. Beckerath. W. Aus dem Regierungsbezirk Düffeldorf, im Juli. (Privatmitth.) Diese Zeilen treffen Sie in Franzensbad; darum wollen Sie vor Allem den Wunsch entgegen nehmen, daß Ihnen der Brunnenkelch ein vis sein, daß Sie schöpfen mögen aus einem a^n ava -irra, damit Ihr Geist und Herz auch fortan in sich stets verjüngender Kraft für das Heil Israels und der Menschheit wirke! — Das Ministerialreskript an den kölner Vorstand habe ich Ihnen absichtlich ohne alle Reflexionen gegeben; statt derselben erlaube ich mir Ihnen nachträglich eine Stelle aus einem Schreiben meines Freundes, des Rabbiners vr. Klein in Stolp, mitzutheilen, die zwar nicht das *) Ich erinnere nur an mehrere Aufsätze ln der zu Köln erscheinenden „Zeitungshalle".

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