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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-08-11 · Heft 33 (11.8.1851) · p. Seite 394

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 33 (11.8.1851)
Date
1851-08-11
Page
Seite 394 (sequence 10)
Language
German
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394 wo ich nur finster und mürrisch erscheine. Dem Schüler wird die Lust zur Arbeit benommen, wenn seinen Fleiß nicht ein heiterer Blick des Lehrers lohnt. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Goch, im Mai 1851. Bericht über die in Krefeld stattgehabte Versammlung israelitischer Lehrer aus der Rheinprovinz und Westphalen. (Schluß aus No. 27. 28. 30. 32.) Die vierte Sitzung, Donnerstag, 1. Mai, Nachmittags 3 Uhr, wurde durch folgende Gegenstände ausgefüllt: Wolfs beantragte die Verlegung des Konferenzortes. Mit den westphälischen Konferenzen, sagte er, waren immer zugleich Schulprüfungen und eine Besprechung derKultusangelegenheiten verbunden,deshalb wurde sie jedesmal an einem andern Orte und gegen Ende der Woche abgehalten, was Gelegenheit gab, sich von dem Standpunkte der Schule und des Gottesdienstes aus eigener Anschauung zu überzeugen. Uebrigens wünschen auch viele Lehrer Westphalens, daß der Konferenzort nicht immer so entfernt sei. Nach kurzer Debatte wurde der Antrag angenommen und Essen zum nächsten Versammlungsort bestimmt. Hierauf stellte Benin den Antrag: die Konferenz möchte für die Gründung einer Hilfskasse wirken zur Unterstützung notorisch armer Gemeinden, die nicht im Stande sind ihre Schulen zu erhalten. Er spricht sehr warm für den Antrag. So sehr man auch den guten Willen des Antragstellers anerkennen mußte, so bezweifelte man doch allgemein das Gelingen dieses Projektes, weshalb man auf den Antrag vorläufig nicht weiter eingehen konnte. Endlich machte HerrLiffgens die Anzeige, daß von dem zweiten Theile des hebräischen Elementarbuches von Leeser schon einige Bogen gedruckt sind (die er vorlegte) und die folgenden sich bereits unter der Presse befinden. Er empfiehlt das Buch als ein sehr tüchtiges und zweckmäßiges,welchem Urtheile auch die Herren Wolfs, Cramer, Blumenfeld und Andere beistimmen. Nachdem man noch einige andere Anträge, so wie einige äußere Angelegenheiten der Konferenz besprochen, votirte Herr Felsenthal in einer passenden, gemüthlichen Rede dem Herrn Präsidenten den Dank für die Theilnahme an der guten Sache und für die würdige Leitung der Verhandlungen. Jetzt nahm der Präs, noch einmal das Wort, gab ein Resume der Verhandlungen und ermahnte in innigen, aus tiefer Seele quellenden Worten zur Ausdauer und zum thatkräftigen Fortsch reiten auf der begonnenen Bahn; erschloß mit der Hoffnung, daß sich an der Konferenz erfüllen werden die Worte des Psalmisten (1, 3.):.b2 bintö bsi bw ab mban in?n v-id •■naa tr» ■uba .mbür' iiw' Ehe ich nun auch dieses Referat schließe, gestattet mir der Leser wol noch einige Worte über die beschriebene Konferenz. Vor Allem erwähne ich dankend die gastfreundliche Aufnahme, welche die Konferenzmitglieder theils in der achtungswerthen Familie des Herrn Oberrabbinec Bodenheimer, theils in anderen Hausern gefunden; es war auch das erste Mal, daß ein ehrenwerthes Mitglied des Konsistoriums und einige andere Herren den Verhandlungen theilweise beigewohnt, was jedenfalls sein Gutes hat. Anerkennung verdient ferner die freundliche Aufmerksamkeit, welche die Lehrer des Ortes, die Herren Liffgens und Wilmersdorf, den Fremden gewidmet. Auf Veranlassung des Erstern besuchte die Versammlung Mittwoch das Theater, worauf man gemeinschaftlich soupirte und so den Abend recht angenehm zubrachte. In Betreff der Konferenz selbst, ist es meine Absicht nicht, hier eine Kritik derselben zu geben, weil ich diese dem sachverständigen Publikum überlasse, dem über Tendenz, Geist und Charakter der Versammlung die mitgetheilten Verhandlungen das Nähere besagen; wobei freilich nicht vergessen werden darf, daß ich die Worte der einzelnen Redner nur nach schnell niedergeschriebenen Notizen und dem Gedächtnisse wiedergeben konnte. Was ich hier anmerken will, läßt sich in den einen Satz fassen: die Konferenz war eine gemüthliche, freie und vielfach anregende und verdient Anerkennung und Nachahmung. Die Konferenz war eine gemüthliche; der vorherrschend kollegialische Geist war für die gegenseitige Annäherung sehr förderlich und doch war man allseits bemüht, den parlamentarischen Takt, und bei aller Divergenz der Ansichten den feinsten Anstand inne zu halten, was auch zumeist gelang. — Die Konferenz w ar ferner eine freie, d. h. zuerst die Mit-

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