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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-08-11 · Heft 33 (11.8.1851) · p. Seite 389

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 33 (11.8.1851)
Date
1851-08-11
Page
Seite 389 (sequence 5)
Language
German
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389 gütigst hier einfinden und uns von Ihrem Kommen umgehend gefälligst in Kenntniß setzen zu wollen. Möchten wider Erwarten sich Ihrem Erscheinen jedoch unübersteiglichc Hindernisse entgegenstellen, so erlauben wir uns die Bitte, daß Sie wenigstens einen Stellvertreter aus der Mitte der Gemeinden des Re-, gierungsbezirks anmeldcn, damit recht bald das zu erstrebende Ziel erreicht werde. Was der Einzelne nicht vermag, das ist einer Ge» sammtwirkung leicht möglich; deshalb sehen wir vertrauungsvoll der Gewährung unserer Bitte entgegen." Münster, den 9. Juli 1851. Verein für Wcstphalen und Rheinprovinz zur Bildung von Elementarlehrcrn und Beförderung von Handwerken und Künsten unter den Juden. Haindorf. (Bemerkung der Redaktion. Wir gestatten uns im allgemeinen Interesse die rheinisch-westphälischen Gemeinden dringend hierauf aufmerksam zu machen. Nichts ist leichter als zu zerstören, Nichts leichter als zerfallen zu lassen. Man braucht nur zu schmähen, oder die Hände in den Schooß zu legen. Aber aufbauen, gründen, befestigen ist sehr schwer. Darum erhaltet vor Allem was Ihr habt, sucht es zu verbessern und zweckmäßiger zu machen immerfort; nicht aber lasset schnöde zerfallen was da ist, um — die Trümmer liegen zu lassen. Die Errichtung eines neuen Seminars ist eine schwierige und sehr zweifelhafte Sache, aber die Lehranstalt zu Münster habt Ihr schon. Dieser also mögen Alle ihre Fürsorge und Theilnahme zuwenden, damit nicht auch dieses Institut zu Grunde gehe! Allerdings muß die Anstalt zu Münster die tendentiös-religiöse Richtung verlassen, die sie eingeschlagen zu haben scheint; sie muß allgemeiner für die Bedürfnisse aller Gemeinden sorgen; dahin kann sie aber leicht gebracht werden. Vor Allem stützet und heget sie, damit sie, die mit beschränkten Mitteln so Vieles geleistet, bestehe und zu neuer Blüte komme!...) Posen, 28. Juli. Die Ostsee-Zeitung schreibt von hier, daß jetzt wieder höchst zahlreich, ja in ganzen Haufen jüdische junge Männer aus Polen nach Preußen flüchten, hier Pässe erhalten, und nach Amerika gehen. An einem Tage sind jüngst 25 solcher von Hamburg abgcgangen. Ritzebuttel (Hamburger Amt), 20. Juli. (Privatmitth.) In hiesiger israelitischer Gemeinde fand am 15. d. M. ein Ereigniß statt, welches besonders auf kleinen Orten gewiß zu den Seltenheiten gehört; es ist dieses nämlich eine Jubel- oder goldne Hochzeit. Rühmliche Anerkennung verdient insbesondere der Eifer, welchen christliche Freunde des unbemittelten Jubelpaares bewiesen, um für ein würdiges Begehen dieser Feier die größtmöglichste Theilnahme in Anregung zu bringen. Es trat zu dem Zwecke ein Festkomitö zusammen, bestehend aus 11 Christen und 5 Juden, dessen Bemühungen den erfreulichsten Erfolg hatten. Am 15. Juli Nachmittags 2 Uhr wurde das Jubelpaar von den beiden dazu erwählten Schemelführern, einem Christen und einem Juden, nach dem mit Fahnen und Blumengewinden prachtvoll dekorirten Festlokal abgeholt; dort wurde dasselbe von den bereits sehr zahlreich versammelten Gästen (nahe an 300) und von der jüdischen Schuljugend mit dem im Chor gesungenen Verse «an ‘ypü am schön und sinnig verzierten Trauhimmel empfangen. Das Jubelpaar nahm auf den bekränzten Sesseln Platz und der Vorsteher der hiesigen israelitischen Gemeinde, Herr Kalisky, welcher zugleich die Funktionen eines geistlichen Beamten versieht, hielt eine sehr eindringliche Rede. Nach einem fröhlichen Mahle eröffnete das Jubelpaar (zusammen 166 Jahr alt) mit einer Polonäse den Ball und entfernte sich nach einem recht froh verlebten Tage um 11 Uhr Abends. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 25. Juli. Die Rat. Ztg. läßt sich schreiben : Das Ministerium hat in allen seinen seitherigen Entscheidungen das Bestreben an den Tag gelegt, den gehässigen, auf Religionshaß beruhenden Chikanen Seitens Individuen und der Unterbehörden ein Ziel zu setzen. So ist insonders den lemberger Israeliten das angefochtene Recht in allen Theilen der Stadt zu wohnen zuertheilt worden. Ebenso sehen die Israeliten Klauscnburgs einem erfolgreichen Schutze gegen die sie betroffenen Verfolgungen entgegen. Pesth, 30. Juli. Der „Spiegel" vom 29. d. meldet: Soeben ist von Sr. Exzellenz dem Herrn Statthalter eine „Zirkulärvorschrift wegen Einführung ordentlicher Geburts-, Trauungs- und Sterbematrikel

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