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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-08-11 · Heft 33 (11.8.1851) · p. Seite 388

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 33 (11.8.1851)
Date
1851-08-11
Page
Seite 388 (sequence 4)
Language
German
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388 Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Westphalen, 1. August. (Privatmitth.) Den mancherlei selbstüberschätzenden Versuchen in jüngster Zeit, die Anstalt zu Münster zu diskreditiren, gegenüber, hat die Direktion folgendes Zirkular erlassen, welches hier mitgetheilt werde, um die rheinischwestphälischcn Gemeinden zur Theilnahme zu beleben. Es lautet: „Nicht nur die Erhaltung, sondern auch die zeitgemäße Umgestaltung und der gesicherte Fortbestand des Unterzeichneten Vereins, dessen gesegnete Wirksamkeit seit 25 Jahren allgemeine Anerkennung gefunden, fordert eine wechselseitige Besprechung aller derjenigen, die sich mit Liebe und Wärme den seitherigen Bestrebungen der Direktion angeschlossen haben. Hauptsächlich betrifft diese auch die Erweiterung des Seminars; da die Anzahl der jährlich ausgebildeten Lehrer nicht hinreicht, die Ansprüche der betheiligten Gemeinden betreff derselben zu befriedigen, so, daß bis dahin stets viele Stellen unbesetzt bleiben mußten, ungeachtet aus dem Institute bereits nahe an 150 Lehrer hervorgegangen sind. Zur Befriedigung dieses Bedürfnisses, welches voraussichtlich nach dem jetzt im Steigen begriffenen religiösen Bewußtsein und dem allgemein erweiterten Bildungsgrade unserer Glaubensgenossen sich mit jedem Jahre noch vermehren wird, reichen aber die Mittel, die durch milde Beiträge dem Verein, außer dem ihm eigenthümlichen Fonds von 25,000 Thlr., seither zugefloffen, nicht mehr aus, um so weniger, als wegen der vielen jüdischen Gemeinden zur Unterhaltung von Schulen zufließenden Zuschüsse aus den allgemeinen Kommunalfonds, die freiwilligen Gaben christlicher Wohlthäter mit der Zeit sehr geschmälert und selbst die von den jüdischen Glaubensgenossen geleisteten Beiträge häufig unter mancherlei nichtssagenden Vorwänden, oder wenn ihren Anforderungen nicht augenblickliche Befriedigung gewährt werden kann; versagt werden. Von Seiten des Staates ist aber bei den gegenwärtigen staatlichen und politischen Verhältnissen eine erweiterte Theilnahme oder Unterstützung kaum zu erwarten, vielmehr wird es dankbar anerkannt werden müssen, wenn die bis jetzt gewährten Förderungsmittel uns nur nicht entzogen werden. Läge dem Unterzeichneten Dirigenten das Wohl des Instituts zum Besten seiner Glaubensgenossen nicht zu warm am Herzen, so würde er seine Tätigkeit bei demselben, bei seinem vorgerückten Alter, verbunden mit Kränklichkeit und körperlicher Schwäche, wodurch er nicht mehr mit der früher» Kraft zu wirken vermag, längst eingestellt haben. Vorläufig hat zwar die Wirksamkeit der Anstalt darunter noch nicht gelitten, weil andere Kräfte ihm thätig zur Seite stehen, es ist jedoch der innige Wunsch desselben, daß die thätige Förderung des angcstrebten Zieles nicht allein nach seinem Tode fortdauere, sondern auch noch bei seinen Lebzeiten durch allgemeine Betheiligung sämmtlicher betreffenden Gemeinden möglichst erhöhet werde. Die Verwirklichung dieses Wunsches ist selbstredend nur dann zu ermöglichen, wenn jene durch Männer aus ihrer Mitte, die ihr Vertrauen genießen, dazu ermuntert und bestimmt werden, — wenn auch vorerst nur auf 10 Jahre — durch verhältnißmaßige, nach ihrer Leistungsfähigkeit zu berechnende, sixirte Jahresbeiträge, welche auf das Budget der Gemeindekaffen zu übernehmen, an dem Fortbestände des für sie höchst wichtigen und nicht wohl zu entbehrenden Vereins mitzuwirken, damit für diesen sich für jedes Jahr im Voraus ein bestimmter Etat aufstellen ließe und die bisherigen Zuschüsse des Dirigenten nicht mehr erforderlich würden. Wird dieser Vorschlag, wie nicht zu bezweifeln, angenommen, so würde gleichzeitig die schon seit Jahren beabsichtigte, in neuerer Zeit mehrfach angeregte, den Bedürfnissen entsprechendere innere und äußere Reorganisation der Anstalt ihrer Ausführung cntgegengeführt werden; wozu dann auch die Staatsbehörden unbezweifclt bereitwillig ihre Hand bieten würden. Wir haben uns zunächst an diejenigen Männer gewandt, deren seitheriges Interesse an dem Wohle des Instituts aktenmäßig feststeht, und von denen wir daher hoffen dürfen, daß sie als gewählte Vertrauensmänner unserer Einladung Folge geben werden. In dieser Erwartung haben wir eine Borbcrathung mit diesen Männern, deren aus jedem Regierungsbezirke der Provinzen Westphalen und Rheinlande einige zur allgemeinen Vertretung eingeladen sind, auf Mittwoch den 27. August d> I. festgesetzt und bitten auch Ew.Sich an diesem Tage

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