Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 32 (4.8.1851)
- Date
- 1851-08-04
- Page
- Seite 382 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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382 stücke zu erzielen. Die 293 Aufgaben im praktischen Theil, zum Uebersetzen aus dem Deutschen ins Hebräische und umgekehrt, sind sehr gelungen, vortrefflich angeordnel und geben Beweise, wie sehr Herr Bon di die Sprache in seiner Gewalt hat. Auf diese Weise gelehrt, ist die hebräische Grammatik auch ein mächtiges formales Bildungsmittel zur scharfen Ausbildung des Verstandes, denn keine Sprache beruht mehr auf den Gesetzen der Logik, als die Sprache der heil. Schrift. U. Korrespondenz. Goch, im Mai 1851. Bericht über die in Krefeld stattgehabte Versammlung israelitischer Lehrer ans der Rheinprovinz und Westphalen. (Fortsetzung aus No. 27. 28. 30.) Dritte Sitzung. Donnerstag, 1. Mai, Morgens 9 Uhr. Gegenstand der Berathung: Die Abfassung eins Lehrplans und eines Schulstatuts. Präsident spricht über die Verdienste der westphälischen Konferenz und über ihren Anschluß an die rheinlandische und bemerkt, wie wünschenswerth es sei, daß auch die Schulen in beiden Provinzen nach einem Geiste geleitet werden; deshalb beantragt er die Ausarbeitung eines Lehrplans und eines Schulstatuts, wobei er namentlich auf den Unterschied zwischen Lehr- und Stundenplan ausführlich eingeht, und schlagt vor, dazu eine Kommission zu erwählen. Wolfs dankt für die Anerkennung der Leistungen der westphälischen Konferenz und spricht die Hoffnung aus, daß beide Institute vereint, desto kräftiger wirken werden. Im Betreff des Lehrplans sei er mit dem Präs, einverstanden, nur meine er, man solle zuerst das Ziel feststellen, das in jedem einzelnen Lehrgegenstande erreicht werden müsse. Fischbein ist für die Ausarbeitung eines allgemeinen Lehrplanes aber gegen die Wahl einer Kommission; er halte es für besser, wenn jeder Lehrer einen Lehrplan ausarbeite und zur Besprechung vorlege. Leeser: Er theile nicht die Ansicht des Vorredners, da die Ausarbeitung eines methodischen Lehrplans für alle Fächer eine sehr schwierige Ausgabe sei. Er wünsche vielmehr, daß man die einzelnen Disziplinen v ertheile, wodurch es eher möglich wird, etwas Tüchtiges zu leisten; ec meine: divide et impera! Bonin: Man müsse hierbei den subjektiven vom objektiven Standpunkt unterscheiden und sollte zuerst das Ziel besprechen; für die deutschen Fächer sei dies in den pädagogischen Werken angegeben, nicht so für die jüdischen. Cahn: Die Elementarschule soll das Kind für das Leben vorbereiten, zum Eintritt in die menschliche Gesellschaft befähigen; hiermit sei das Ziel angegeben! Wedelt: Die Ansicht, die einzelnen Lehrobjekte zu vertheilen, theile er nicht, da es ihm zweckmäßig scheine, daß der Lehrplan aus einem Geiste, einem Gusse gearbeitet sei; deshalb stimme er auch nicht für die vom Präs, vorgeschlagene Kommission, sondern dafür, daß von jedem Lehrer eine solche Arbeit vorgelegt werde. Die verschiedenen Anforderungen an unsere Schulen, namentlich in Betreff der jüdischen Lehrfächer, machen die Aufgabe allerdings schwierig, aber Umsicht und Erfahrung werden das Richtige schon zu finden wissen. Felsenthal ist derselben Meinung; er möchte aber Vorschlägen, zuerst eine Kommission zu erwählen, die das Klassenziel anzugeben habe; dann sollte Jeder einen Lehrplan ausarbeiten, wodurch der Gegenstand vielseitig behandelt werde. Cösmann hält die Wahl einer Kommission für überflüssig und will, daß Jeder seine Ansichten hier ausspreche. Cramer: Er bekenne sich zu keiner Ansicht. Bei dem häufigen Lehrerwechsel halte er die Feststellung eines Ziels fast für unmöglich. Kaum ist das schwierige Werk mit Mühe begonnen, muß man's Anderen überlassen, die auf's Neue beginnen und so geht's fort. Fisch dein: Die Worte des Herrn Cramer haben etwas Wahres; die Trefflichkeit einer Methode lasse sich nicht in kurzer Zeit, sondern erst nachJahren erkennen; indeß kann man den Lehrer auch schon in der Unterklasse beurtheilen; gerade in der umsichtigen Leitung des Unterrichts in der Unterklasse sei die Tüchtigkeit des Lehrers zu bemessen. (Viele: sehr wahr!) Im Uebrigen sei er mit Wedelt einverstanden. Blumenfeld will die Abfassung eines Lehrplans; ein Statut scheine ihm aber überflüssig, da die Regierung bereits ein derartiges festgesetzt, das auch für die jüdischen Schulen maßgebend sei. Wilmersdorf widerspricht dem sehr nachdrücklich