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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-07-21 · Heft 30 (21.7.1851) · p. Seite 359

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 30 (21.7.1851)
Date
1851-07-21
Page
Seite 359 (sequence 11)
Language
German
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Z58 Fischbein bezweifelt, dqß zwei Anstalten sich werden erhalten können, da dies dem münsterschen Institute bei einem Grundkapitals von 26,000 Thlr. und theitweiser Unterstützung der rheinländischen Israeliten schon schwer werde. Er spricht sehr warm über die Verdienste des greisen Direktors, den es gewiß sehr schmerzen würde, wenn er seine mit so vielen Opfern gepflegte Anstalt jetzt, am Abend seines Lebens, durch die Errichtung einer zweiten gefährdet sähe. Er erklärt sich schließlich für den Felsenthal'schen Antrag. Goldstein wünscht, daß erst die Vorfrage, ob überhaupt dieser Gegenstand behandelt werden solle, zur Abstimmung komme; da man aber nicht darauf eingeht, meint er, es sei eine delikate Sache, daß die Lehrer, die einst in Münster gebildet, wenn auch indirekt gegen das Institut stimmet sollen. Er schließt sich dem Vorredner an. Wo lff. Bei aller Pietät gegen Haindorf müsse er gestehen, daß er, der früher für die Anstalt thatig gewesen, sich gegenwärtig mit der ganzen Richtung derselben nicht einverstanden erklären könne, namentlich müßte für die Ausbildung der Lehrer als Synagogenbeamte viel mehr geschehen. Im Interesse des Schulwesens stimme er für eine durchgreifende Reform des münsterschen Instituts. Leeser. Es ergreife ihn tief, daß die Versammlung, größtentheils aus Zöglingen des Seminars zu Münster bestehend, gegen dasselbestimmen solle; er möchte gern, daß das qu. Projekt von einer andern Seite ausgenommen werde. Man habe hier die Schattenseite des Instituts berührt; habe es nicht auch seine Vorzüge? Wenn auch nicht mit vielen Kenntnissen ausgerüstet, so gingen die Zöglinge doch mit dem Streben aus der Anstalt, sich weiter fortzubilden, mit Liebe für ihren Beruf; und dieses Streben, diese Liebe habe die Anstalt in ihnen geweckt, genährt, darum (mit Nachdruck) sollte man sie erhalten und gegen die Errichtung eines Seminars in der Rheinprovinz stimmen. Wedell. So sehr er die Herren Vorredner wegen ihrer Liebe für Haindorf schätze; so sehr auch er für den Mann eingenommen sei, der mit so großer Hingebung für die Bildung seiner Glaubensgenossen gewirkt: so könne er doch die in der Anstalt vorherrschende religiöse Richtung mit ihren Konsequenzen — durchaus nicht billigen. Man sollte sich hier nicht so sehr von der Stimme des Herzens leiten lassen.— Im Interesse des Judenthums stimme er für den Antrag des Präsidenten, um so mehr, da es an tüchtigen Lehrern fehle. Blumenfeld. Man habe schon häufig auf den Lehrermangel hingewiesen; es sei dies allerdings wahr; an 40 Gemeinden fehle es an passenden Lehrern, weil viele junge Leute sich nicht veranlaßt fühlen, länger einem Standeanzugehören, der eine so prekäre, schwankende Stellung gewahrt. Liffgens halt es für die Förderung des Schulwesens und für die Bildung der Juden nothwendig, daß auch in der Rheinprovinz ein Seminar existire; bei aller Pietät gegen Haindorf müsse er dafür stimmen; er glaube sogar, daß es Letzterm, dessen Streben Bildung und Humanität sei, nur angenehm sein würde, wenn nach seinem Beispiele auch anderwärts gewirkt werde; er weist auf Moses hin, der einst gesagt (Numeri 12, 29.): .2^22 'H 2V b2 *jrp TOI Bonin spricht in ähnlichem Sinne. Cahn: Von Pietät könne hier gar keine Rede sein; die Nützlichkeit müsse beachtet werden; auch in der Rheinprovinz soll das Licht leuchten, das in Westphalen schon leuchtet. Daß man der Anstalt zu Münster eine andere Richtung geben werde, bezweifle er. Cos mann ist zwar für ein Gesuch an den Dirigenten, um Abhilfe der bestehenden Mängel, glaubt aber nicht, daß man auf Aenderungen eingehen werde. Fc lsenth a l versichert, daß man Vorschläge zur Reform berücksichtigen werde; billigen Anforderungen habe Professor Haindorf noch immer Gehör gegeben. Uebcigens müsse man ja nicht die Anstalt mit den Persönlichkeiten der Lehrer identifiziren, ebenso wenig mit der Reformgemeinde. Nachdem noch Herr Cramer sich mit dem Vorredner einverstanden erklärt und die Anfrage des Herrn Wilmarsdorf, ob es nicht möglich sei, mit einem bestehenden christlichen Seminar ein jüdisches zu verbinden, vom Präsidenten verneint worden, resumirte Letzterer die Debatte und sagte ungefähr: Man habe hier die Möglichkeit der Ausführung des Projektes bestritten; darum handle es sich aber gar nicht, sondern um die Nothwendigkeit einer solchen Anstalt für das Rheinland; es haben vermögende Leute erklärt, dazu Geld hergeben zu wollen; nach und nach ließe es sich wol realisiren. Das Institut zu Münster könnte übrigens nach wie vor unterstützt werden; beide Anstalten können und sollen bestehen; beide friedlich Hand inHand gehen. Professor Haindorf sei eine edlePersönlichkeit; man

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