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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-07-07 · Heft 28 (7.7.1851) · p. Seite 333

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 28 (7.7.1851)
Date
1851-07-07
Page
Seite 333 (sequence 13)
Language
German
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333 Haupthaars der Juden betreffend, ist nach diesem in dem Polnischen Grenzorte Dobrzynie auf eine wahrhaft barbarische Weise ausgeführt worden. Die Juden und Jüdinnen wurden mit roher Gewalt auf die Straße geschleppt und den Ersteren, vom Militär ringsum eingcschloffen, Bart und Scitenlocken abgeschnitten; den Frauen dagegen wurden die bekannten Perücken von den geschorenen Häuptern abgerissen und vor die Füße geworfen. Die kaiserlich russischen Beamten sollen sich bei dieser mittelalterlichen Erckution sogar bis zur Verspottung der Unglücklichen vergessen haben. Ein furchtbares Klaggeschrei ertönte während dieser Prozedur über die Grenze herüber. lSchlnß folgt.) China. Tlie Asmonean theilt aus einem Brief, datirt von Shanghei in China und von einem Missionär Wightmann geschrieben „über den Zustand der Juden in Koisungfu" Folgendes mit: Am 10. Dezember 1850, ungefähr 250 Jahr nach der ersten Auffindung von Juden in China durch weströmische Missionäre, fanden chinesische Missionäre die Synagoge von Lee-pai-sy und wurden durch die drei Thorwegc zum Gottcshause selbst, dem Lcen-tong, gelassen; aber wie traurig sind die Nachrichten, welche jene Boten uns bringen! Die schönen Bogen waren mit Kohlblättern bedeckt, welche darüber zum Trocknen gebreitet waren, um den sieben Familien als ein schmales Mal zu dienen. Diese bestehen ungefähr aus 150 Personen, meistens Wittwen und Waisen. Die Empfangs- und Gastzimmer, früher Plätze der Freude und des Frohsinns, waren jetzt traurig und einsam, die Dächer dem Einsturz nahe, ohne daß sich eine Hand oder ein Herz fand, sie zu rcstauriren; der Thorweg mit Koth angefüllt, ohne daß Jemand Sorge trug, ihn zu entfernen; der Priester war seit einem halben Jahrhundert todt und sein Mantel verrottete aus Mangel eines Nachfolgers; das Gebot Gottes an Abraham seit langer Zeit nicht beobachtet und deshalb die Söhne ohne die sichtbare Einweihung in die jüdische Gemeinschaft; Gottes Gesetz selbst ungelesen auf den zwölf Tafeln liegend und kein Mensch fähig, es zu lesen, indem des Kaisers Tafel zum Gottesdienst dastand mit seinen „Myriaden Jahren, Myriaden Jahren" in chinesischen Schriftzügen, und Niemand war im Stande, die Mahnung in den heiligen Schriftzügen zu lesen, welche über ihm stand Vma'’ Höre Israel rc. und üw ‘i'ns Gepriesen sei der Name n. Die angenehmsten Gegenstände ihres schönen Hauses waren fort, man hat sic hungrig und durstig gefunden und voller Herzenssorgen, und so groß war ihre Noth, daß sie zwei Abschriften ihres Gebetbuches verkauften, die beide sehr schön geschrieben waren und die größte Wahrscheinlichkeit ihres persischen Ursprungs darbotcn. Sie sind ohne Punktation (Vokale :c.), aus einem Stück Papier, welches in eine Decke eingefalzt ist und so ein Buch von 5 Zoll Breite, 1 Fuß Lange und 1 Zoll Dicke ausmacht. Außerdem verkauften sie folgende Manuskripte als Abschriften von Theilen der heiligen Schrift, die alle Punktation hatten und äußerlich und innerlich evident persischen Ursprung verriethen. No. 1 begann mit Weele schemot und umfaßt Erob. 1—6. Es hat einen grünseidcn persischen Deckel, ist ein altes Manuskript, ohne zu bestimmendes Datum. (Sekt. 13 nach jüdischer Einthcilung.) No. 2 beginnt mit Ele pekudai Erod. 38, 21. bis 40, 3. (Sekt. 23.) No. 3 beginnt Rea an och e, Deuter. 11, 27. bis 16, 17. (Sekt. 47.) No. 4 beginnt Haasinu, Deuter. 32, 1. (Sekt. 53.) No. 5 ist ein Fragment, dessen Inhalt wir vergessen haben. Die obigen Manuskripte waren die einzigen, welche die Männer erhalten konnten, die Pergamentrolle (skin roll), obgleich auch sie wahrscheinlich in Kurzem in die Hände der Muhamedaner kommt oder den Würmern zufällt, wollten sie nicht verkaufen. Wie schon bemerkt, versteht Keiner unter ihnen noch ein Wort Hebräisch, da seit 50 Jahren der Lehrer fehlt, aber dennoch verehren sie noch Gott, indem sie das Gesicht nach Westen wenden, unter dem chinesischen Namen Te-en, d. i. Himmel, nicht darunter den materiellen Himmel, sondern den himmlischen Geist, den Lenker des Weltalls verstehend. Sie feiern noch den Leepaliih, d. i. Anbetungstag, der auf Sonnabend fallt, und halten sich von den Götzen der umwohnenden Nationen fern, vermeiden auch die unter diesen übliche Vielweiberei. Die chinesischen Tafeln, welche jetzt im Besitz des vr. Medhurst sind, fügen einiges Licht zur Geschichte dieses wunderbaren Volkes. Dies hat so weit di«

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