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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-06-23 · Heft 26 (23.6.1851) · p. Seite 301

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 26 (23.6.1851)
Date
1851-06-23
Page
Seite 301 (sequence 5)
Language
German
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301 fortwährend, erfährt auch bezüglich Unterricht und Disziplin durchaus nicht mehr Uebelstände als jede .andere Schule. Freilich sind die verdienstvollen Direktivnsmitglieder sehr thätig, und Einige von ihnen sind jeden Tag stundenlang in dem Institute anwesend. Für unser Krankenhaus hat Herr Karl Heine wieder tausend Thalcr zur Errichtung einer Gasbeleuchtungsanlage und eines Apparats zum Trocknen der Wäsche hergegeben. Stuttgart, 5. Juni. (Privatmitth.) Als württembergische Israeliten zeichnen sich mehrere unserer Glaubensgenossen auf den verschiedensten Gebieten der Wissenschaften, Künste, Gewerbe und des Ackerbaus aus. Der junge Bildhauer Güldenstem hat wieder einige Büsten ausgestellt, die seinen Ruf als tüchtigen Künstler bewahrheiten. — Als Naturdichter findet ein Flaschnergeselle „Hochberger" in Eßlingen, viel Anerkennung. — Unsere Advokaten plädiren mit Glück vor den Schwurgerichten. — Einige Aerztc, wie z. B. vr. Röder in Ulm, erwerben sich tüchtigen Ruf. — Als Techniker sind mehrere Israeliten bei Staatsbauten untergebracht. — In Heilbronn zeichnet ssch der Stadtrath Lr. juris Kallmann als Gemeindebeamter aus. — Als Finanzier nimmt der Hofrath Rudolph Kaulla eine hohe Stellung bei der königl. Hofbank ein. — Die Finanzoperationen als Chef des Bencdikt'schen Hauses hindern den edeln vr. Dreifuß nicht als israelitischer Franke für die Waisen zu wirken. — An der königl. Hofkapelle wirkt der Komponist Abenheim als Dirigent mit Glück und Geschick. — An der Hochschule in Tübingen ist der Rechtslehrer Pfeiffer ein gefeierter Name. — Als Publizist ist es überflüssig Dr. Karl Weil, der großen Ruf genießt, zu erwähnen. — Auf dem Gebiet der Gewerbe nehmen die Firmen der israelitischen Fabrikanten in Göppingen und der Bijoutericfabrik von Lcvi in Eßlingen eine achtungswerthe Stelle ein. — Im Landbau zeichnen sich Cohen und Kaulla, der erst eine große Besitzung in Oberschwaben für 30,000 fl. zur Selbstbewirthschaftung angekauft hat, rühmlichst aus. Stuttgart, 8. Juni. (Privatmitth.) Se. Majestät unser König nahmen die dargebrachtcn Glückwünsche der israelitischen Oberkirchenbehördc aus Anlaß der kürzlich stattgefundenen Verlobung Ihrer königl. Hoheit der Prinzessin Auguste mit Sr. Hoheit dem Prinzen Hermann von Sachsen-Weimar, mit Befriedigung an, und bezeigten in einem höchsten Schreiben „für diese guten und thcilnehmenden Wünsche, so wie für die auch bei diesemAnlasse bethätigten Gesinnungen treuer Ergebenheit seinen gnädigsten Dank." Dieses allerhöchste Schreiben, in welchem die Mitglieder der israelitischen Oberkirchenbehörde, als Organ sämmtlicher Israeliten des Landes, mit dem Ausdruck „Liebe Getreue!" angeredet werden, und in welchem Se. Majestät ihnen auch ferner mit Seiner königlichen Huld wohlgewogcn zu sein verheißet, muß den Israeliten Württembergs zur vollkommenen Beruhigung gereichen, daß von Seiten des hohen Staatsoberhauptes und seiner humanen Regierung seine bürgerliche Gleichstellung nicht gefährdet ist, und diese bei der Revision der Verfassung ihre vollkommene Lösung finden wird. Krefeld, 2. Juni. (Privatmitth.) Dem unermüdlichen Eifer der hiesigen israelitischen Gemeinde, so wie dem anerkennungswerthen Bestreben unsers jetzigen Herrn Oberrabbiners, L. Bodenheimer, ist cs nunmehr gelungen, die mannigfachen Hindernisse, die bis heran dem Neubau einer Synagoge in dem Wege standen, so viel wie möglich zu beseitigen und hierdurch den Anfang eines solchen Baues zu ermöglichen. Der heutige Tag war nun der von der betreffenden Baukommission dazu bestimmte, den Grundstein zu dem Gotteshause feierlichst in die Erde zu senken. Die verschiedenen Zeremonien, die bei dieser Feier statt hatten, machten aber einen tiefen Eindruck auf alle Anwesenden. Die städtischen Behörden, die Geistlichen der verschiedenen Konfessionen und viele Notabilitäten hiesiger Stadt waren anwesend. Die Feierlichkeit begann durch eine Motette von B. Klein, ausgeführt vom Synagogenchor, in Verbindung mit dem Männergesangvercine hiesiger Stadt, dessen freundliche Mitwirkung wir hier lobend erwähnen. Diesem Gesänge folgte die herzerhebende Festrede unsers Herrn Dberrabbiners über den aus dem zweiten Buche Mosis entnommenen Text: „Sie sollen mir ein Heiligthum machen und ich werde residiren unter ihnen." Nach Beendigung der Rede sprachen die Herren Landrath Leysner und Beigeordnete Hagemann, Letzterer als Stellvertreter unsers abwesenden Herrn Oberbürgermeisters, ihre herzlichen Glückwünsche zu der

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