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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-06-09 · Heft 24 (9.6.1851) · p. Seite 283

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 24 (9.6.1851)
Date
1851-06-09
Page
Seite 283 (sequence 7)
Language
German
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283 rogtpphen in der Thal noch Ln unserer Schrift andeutungsweise erhalten haben. Ich darf kaum erinnern, daß die jetzt bei uns gebräuchlichen Alphabete sammtlich aus dem lateinischen, dieses aus dem griechischen Alphabete herv-orgegangen, düß die alten Zeichen des griechischen mit denen des ältesten hebräischen und« des phonizischen Alphabets, aus welchem das griechische eben entstanden sein soll, bis zum2 Übereinkommen. Und zwar erstreckt sich die wirkliche Gleichheit des griechischen und hebräische« Alphabets, um bei diesen beiden, völlig bekannten stehen zu bleiben, nicht blos auf die Form, sondern auf Reihenfolge und Namen der Buchstaben. Die Namen des hebräischen, oder, wie wir lieber gleich sagen wollen, des semitischen Alphabets, bezeichne« aber Bilder von Gegenständen, so Alpha ein Rind, Betha ein Haus, G a ma l ein K ameel, Daleth oder Delta eine Th ü re u. s f. Es kann kein Zweifel darüber stattsindeir, daß ursprünglich die Bilder wirklich hingezeichnet, alLmälig aber abgekürzt und flüchtiger angede-ntet wurden; so z. B. für <31 zuerst das vollständige Bildeines Rindes, dann nur der Kopf, denn nur die äußeren Umriffe desselben, oder auch nur ein Winkel, durch welchen ein geb ogener Strich sich durchzog, der an beiden. Seiten hervorragte, als Andeutung derHörner, Zeichen, deren allmalige Uebergange sich im phönizischen Alphabel finden und die sich endlich bis zum neuen griechischen Alpha und anserrn A vereinfacht habe«. Es waren nun stets Bilder desjenigen Gegenstandes, dessen Namei, mit dem Buchstaben anfing, den man andeuten wollte, als wenn wir z. B. für den Buchstaben § ein Saus, für D einen Aaum u. s. w. zeichnen wollten. Und in der That ganz dasselbe System sinder, wir in den phonetischen Hieroglyphen der Egyptec. Auch dort wird z. B. ein L angedeutet durch einen Löwen, im Egyptische-!, Labo, ein <£ durch eine Hand, egyptifch: Tot, ein Mund, No, bezeichnet N n. s. w., welche Bilder in den oben mitgetheilten Name« Vorkommen. Es wurden jedoch nach demselben Systeme verschiedene Bilder für einen und denselben Buchstaben im Egyptischen eingeführt, fo daß ein Wechsel der Zeichen, je nach Maßgabe des Raumes in den Skulpturen, oder anderer Rücksichten möglich ward. So widerspricht die sichtlich große Menge der Zeichen der Angabe Plutarchs, -aß das egyptische Alphabet aus 25 Buchstaben bestände, in Wirklichkeit nicht. — Es lag etwas sehr Naturgemäßes und der ersten Anwendung vorzüglich sich Empfehlendes in der geschilderten Einrichtung dieses ältesten Alphabets, wo es eben nicht darauf ankam, rasch und viel zu schreiben; de«n es war das einzige, das nicht erjk erlernt werden durfte Der Beschauer konnte hie»r auch nicht ei«en Augenblick über die Bedeutung eines Zeichens im Zweifel bleibeir, da er den abgebildeten Gegenstand vor sich sah und wirkte, daß der Anfangsbuchstabe seines Namens gemeint sir, so daß man leicht Wörter mb Satze sich aus den Bildern zusammenbuchstabiren konnte. Jndeß nicht nur nach diesem allgemeinen Charakter der Buchstaben ist egyptische Alphabet dem sinritischen vergleichbar, sondern es kommt ml, demselben in einer so großen Reihe von Zeichen übereil,, daß man daraus nur ans eine wirkliche, ursprüngliche Verwandtschaft schließen kann. So finde-!, sich z. B. die ursprünglichen semitischen Bilder sür 1 (Waw): ein Haken, 7 Vajin): eine Waffe, ■> (Jod): eine gerade Hcrnd, 2(Kaph): eine solche, die einen Geg enstand umfaßt 72 (Mem): Waffer, y (Ajin): Auge, umd andere im Egyptischen fäc eben dieselben Laute wieder. Führt ries einerseits auf ein beiden Aölkerstämmeu gemeinsames U-ralphabet zurück, das vielleicht einmal von Ehaldäa oder Babylonien «usging, so sind andererseits einige jener ursprüngliche!, Bilder selbst in unseren Alphabeten noch nicht verwisch« Beispielsweise bedeutet I od (Ifoia) eine Hand. Dltsegyptische Alphabet hat in der That für diesen Bachstaben eine Hand, in Berdimdung mit dem Arme. Schon in der Hieroglyphik selbst kommt dieses Bild auch abgekürzt vor, indem einige mit einander verbundene, oder einzeln neben -einander stehende Finger: 2lcm und Hand vertreten. Man findet auf diese Weise drei, zwei oder nur einen Finger, durch einen kleinen, geraden Strich angedeutet, in dem Champollionschen Alphabete aufgesührt. UJ III. II. 1. Es ist dies zugleich die Form des alten semitischen, wie des griechischen Jota (!), dem unser i entspricht. — Das Hebräische Ajin bedeutet Auge. Ihm entspricht das 0 des griechischen Alphabets. Daswirkliche Bild eines Auges findet sich, dem Werthe des genannten Lcmtes entsprechend, im HierogLyphenalphabete. O Abgekürzt wird es zur bloßen Darstellung der Pupille, in Form eines kleinen Kreises, also o /utxpdv «nd unser 0. Vom A war bereits früher die Rede. Tritt, von diesem Gesichtspunkt-e aus betrachtet, die

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