Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 23 (2.6.1851)
- Date
- 1851-06-02
- Page
- Seite 271 (sequence 7)
- Language
- German
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271 das Comite consistorial israel. de Paris in» Jahre 1850, ans welchem wir Folgendes hervorhkl!en: Sowol die Einnahmen als kdie Ausgaben sii>L im im» rncrwähienden Steigen begriffen, Zeugniß gilbend nicht blos vm den wachsenden Ansprüchen, sondern auch von der "stets bewährten Wohlthätigkeit unserer Glaubensgemffcn. Das Komik« sagt wörtlich: „Oie Wahrheit ist es, daß die W»hlthätigkeit niemirlS größer gewesen als in unseren Lagen; sie ist niemals mit mehr Angemessenheit geüb>t worden, um ih-re Gaben den wehren Unglücklichen zukommen zu l»ssen, um diejenige-!, aufzusuchen, welche ihr Elend vrrrbergen zu wollen scheinen." Das Jahr 1850 zeigt eine Mehreinnahme von 16,000 Fr. Die Gesamnilausgabcn des Koniite's beliefen sieh auf mehr als 81,000 Fr. (21,600 Thlr.), nämlich hauptsächlich 1) für Arme, Greise und Schwache, fremde Durchreisende, Waisen, Lehrlinge, Naturalien an den Fester», Medikamente KL,656 Fr. 2) Arr»enbegrabnifse 5,385 - 3) Mit khe für Arme und» Arbeiter 3,000 - 4) Wöchnerinnen (50) 875 - 5) Uniechaltungskosten hes Hilfhauses (maison de secour) 13,883 - 6)Kleidung für Schüler 9,700 - 7) Vorschüsse zum Gewkrbcbetricb 687 - Der Bericht gicbt an, daß im April 1850 die Unterstützungsbedürftigen unter den Israeliten von Paris 024 Familien mit 2314 Individuen befaßten. Die Sterblichkeit unter den Israeliten von Paris belief sich 1850 a«f 303 (was auf eine Bevölkerung von circa 16,000 schließen ließe.) —. Unsere Leser werden sich aus No. 20 entsinnen, daß wir unser Bedenken über einen Beschluß des Konsistoriuins äußerten. Die Areli. bemerken nun, daß sie sich in der Mittheilung, geirrt hätten, vielmehr geht der Beschluß dahin, daß wer die rabbinische: Laufbahn mehr cli seit 7 Jahren verlassen, ein neues Examen machen und das Konsistorium die Zulassung aussprechen muffe, und daß er in dem Orte, wo er sich einem Gewerb e gewidmet hatte, nicht als Rabbiner fungiren könne. Hierdurch ist uns«r Bedenken gehoben. —. Zur Ausschmückung des neuen Tenrpels sind ungeheUre Summen gezeichnet worden; du Familie Halpheri allein wird die Kosten der Orgel tragen. —. In einem eben erschienenen Werke des Präsidentei! der Dcputirtenkammer im Februar 1848, Herrn Sa»zet, erzählt derselbe: „Der Huissier Eipmann (ein Jude) entriß de» Herzog von Chartres (zweiten Sohn des Herzogs von Orleans) den Händen eines Ele»den, der ihn mitwüthenden Geberden fvctschleppte, und brachte ihn eilend nach seiner bescheidenen Wohnung, um ihn zu verstecken. Durch fein t Sorgfalt erhalten, brachte er ihn Abends seiner Mutter zurück; daniols wußte sie uin sein Schicksal Nichts, und eben war ihr der Graf v»n Paris, durch einen Nationalgarbisten einem andern Kerl, der ihn erwürgen wollte, entrissen, zurückgebracht worden." Abhandlung eil verschiedenen Inhalts. Kollektaueen zum Religionsuntericht. (Fortsetzung aus No. 17. 19.) Werfen wir einen forschenden Blick über die Natur, so rv-e-rden wir über die Größe des Unternehnrms staunen müssen, mit der Vernunft ihre unendliche Mannigfaltigkeit zu umfassen. Are überschwenglich groß ist nicht die Meirge von Gegenständen, welche wir auf derrs Welttheile, den »vir bewohnen, ausgebreitet finden? Welch eine zahlreiche Schaar von Thieren ist uns nicht dem Namen nach bekannt! Blos von Insekten hat mm 100,000 Arten beschrieben! Nicht minder bewundernswürdig ist die Mannigfaltigkeit v on Gewachsarten, wovsn wol ebenfalls auch 100,000 beschrieben wurden; abe? doch sind alle Sachkundige darin einig, daß noch eine unüberfchauliche Menge von Thieren und Pflanzen übrig sind, welche uns bis jetzt unbekannt blieben. Und nun die Mineralien aus dem Schooße der Erde ausgegrabet in welchen wir noch nicht so viele Klafter tief eindrangen, als es Meißen sind bis zum Mittelpunkt der Erdet Wie verwegen muß nicht der Vorsatz scheinen, von Mem diesem Kermilniß erhalten zu wollen! Und doch ist das nur ein unendlich kleiner Theil der Natur. Befassen wir uns im Gedanken blos mit unserm Sonnensystem so scheint die Erde gegen dieses nur ein Punkt; aber nichtsdestowenkger ist wieder das Sonnensystem ebenso klein gegen den Theil des Himmels, den wir berechnend überschauen kön»m; und was ist doch schließlich alles dieses gegen die Llnendlichkeit, worin die Einbildungskraft in Form der Berechnung fortschreitend, zuletzt sich verliert? Wenden wir uns nun zur entgegengesetzten Seite und streben