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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-05-19 · Heft 21 (19.5.1851) · p. Seite 250

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 21 (19.5.1851)
Date
1851-05-19
Page
Seite 250 (sequence 10)
Language
German
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250 der groß ist) rührt von ihnen her; ebenso das Altern der Kleider der Rabbiner (da sie ihre Kleider nicht durch körperliche Arbeiten abnützen), ebenso die durchlöcherte Fußbekleidung der Rabbinen. Will man ein Merkmal ihrer Gegenwart haben, so streue man feine Asche auf's Lager und man wird des Morgens Spuren von Hühnertritten sehen. (Die Schedim haben nämlich Hahnenfüße. S. Gittin 68 d.) — Will man sie schauen, so nehme man das befruchtete Ei (an^btt)) einer erstgebornen schwarzen Katze, verbrenne es zu Asche, zerreibe diese und gebe sich davon ein Wenig in's Auge; alsdann schauet man sie. Aufbewahren muß man die Asche (zum fernem Gebrauche) in einem eisernen Röhrchen, und dessen Mündung mit einem eisernen Petschaft versiegeln, damit sie (die Dämons) es nicht entwenden. Man versiegle aber auch die Oeffnung, damit man nicht beschädigt werde. Raschi: Man siegte mit einem eisernen Petschaft, weil die Damone über alles Eingebundene und Gesiegelte keine Macht haben, wie Cholin 1056 zu ersehen. (Berach 6a.) §. 21. Der Beruf der Schedim ist, wie der der zerstörenden Engel (nb^n '28bn), Schaden, Unglück, Gebrechen und Krankheiten der verschiedensten Art, den Menschen zuzufügen, weshalb sie schädliche Potenzen (Masikim trpn?2) heißen. Wie alle alten Naturvölker, insbesondere Egypter (Berach 6 a) und Braminen (LIem. Alex. libr. 6. p. 757) die Naturkräfte als höhere Wesen menschlicher Act sich vorstellten, und die Krankheiten als Werke der erzürnten Götter und menschenfeindlicher Damone hielten, wie es selbst Pythagoras lehrte (Diog. 8, 32.) und Paracelsus statt der Galenischen Elementarqualitäten und chemischen Stoffe ebenso viele Dämone annahm, so bewirken die Masikim die meisten Krankheiten, ja, Beide werden im Talmud oft identisizirt. Da sich die Masikim gewöhnlich an unbewohnten Orten, in Ruinen, Aborten und Wüsteneien aufhalten, und absonderlich des Nachts ihr Wesen treiben, so wurden solche Oertec und diese Tageszeit für besonders gefährlich gehalten. „Man gehe in keine Ruine hinein." (Berach 3 9.) Zwei Menschen beisammen sind der Schädlichkeit der Masikim nicht ausgesetzt*), wol aber an Orten, wo diese sich gewöhnlich aufhalten. (Das. 3 b.) Wer im Aborte sich züchtig (vor¬ *) Auch die Seherin von Prevorst (s. den Theil 2, S. 173, 2re Aufl.) giebt an, daß der Geist keinen Einfluß auf ihre Schwester haben würde, wenn noch eine Person bei dieser im Bette läge. Brecher. sichtig) benimmt, entrinnt drei Gefahren; den Schlangen, den Skorpionen und den Masikim. (Das. 62b.) In Liberias befand sich ein Abort, in welchem auch zwei Menschen beisammen, auch wenn sie am Tage dahin gingen, beschädigt werden konnten. (Das. 62 b.) Ebenso in einem Badehause im Wohnort des Rabbi Chanina bar Papi. (Kidusch 39b.) Rabbi Chanina sagte: Es ist verboten, in einem Hause allein zu schlafen, denn wer es Lhut, den ergreift die Lilit. (Sabb. 152 9.) Stehet ein Sperberbaum nahe an der Stadt, so werden nicht weniger als 60 Schedim sich bei ihm befinden und man kann da leicht beschädigt werden. (Peffach 111a.) Wer des Morgens vor dem Hahnenschrei sich auf den Weg begiebt, hat das Unglück sich selbst zuzuschreiben. (Raschi: wegen der Massiken und zwar wer einzeln geht.) (Joma 21a.) Es ist verboten in dunkler Nacht Jemanden zu grüßen („Friede dir!"), denn man muß besorgen, es könnte dies ein Sched sein. (Sanhedr. 44 a. S. Tossaphot das.) Wie bereits erwähnt, sind mehrere Menschen zusammen den Einwirkungen der Masikim weniger ausgesetzt, ebenso wer des Nachts mit einer brennenden Fackel, oder im Mondscheine ausgehet. Rab sagte: tragt man eine brennende Fackel, so ist es so viel, als wenn zwei Personen beisammen wären; scheint der Mond, so ist es gleich dreien. Man sagt: der Einzelne steht ihn (den Sched) und kann beschädigt werden, dreien ist er gar nicht sichtbar. (Berach 43 b.) Ein Masik war in der Schule des Abaii, durch welchen sogar zwei zusammen und am Tage beschädigt werden konnten. Rabbi Acha bar Jakob übernachtete einst daselbst. Da erschien er (der Masik) ihm als ein Drache mit sieben Köpfen, aber bei jeder Verbeugung (im Gebete) die Rabbi Acha machte, siet ein Kopf ab. (Kidd. 29 b.) Als krankmachende Potenzen lauern sie den Menschen auf, bis diese durch gewisse Blößen ihrem perniziösen Einfluß zugänglich werden. Ja sie fahren in gewisse Menschen (Besessensein) und entführen sie aus dem Bereiche der menschlichen Gesellschaft. Endlich sind sie selbst das Wesen der Krankheiten. Rabbi Jsmaet ben Elischa sagte: Drei Dinge vertraute mir Suriel, der aufwartende Engel: Nimm des Morgens nicht dein Hemd unmittelbar aus der Hand des Dieners. Nimm das Wasser zum Händewaschen nicht aus der Hand eines Solchen, dessen Hände noch nicht gewaschen sind, und gieb den Purgirbecher (O^ison) nicht wieder an denselben zurück, aus dessen Händen du ihn empfangen; denn eine Legion zerstörender Engel wartet nur darauf, durch Eines dieser

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