Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 21 (19.5.1851)
- Date
- 1851-05-19
- Page
- Seite 245 (sequence 5)
- Language
- German
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§45 zu inhidiren, werde er vorerst so ehrenwerthen Herren gegenübir von einer solchen Maßregel kkinen Gebrauch machen, er genehmige daher die heutige Bersammlung, jedoch «»ter der Bedingung, daß Sensale dabei keine Geschäfte treiben. Die jüdische Kaufmannschaft hat sich nunmehr in dieser Angelegenheit Beschwerde führend an die königl. Regierung gewendet. Seitens deren Präsidenten ihr ^gesichert worden ist, daß noch am heutige» Tagein dieser Angelegenheit Beschluß gefaßt werden wird. Inzwisch en findet heute die geschäftliche Zusammenkunft statt. — Auf der neuen Börse war gestern rreges Geschäftsleben, so daß, weil die alte Börse säst feierte, dieKeursnotirungeir dort bedeutend höher sivd, als hier; österreichische Banknoten z. B. wurden am Blücherplatz mit 76*/,2, am Ringe mit 76"/,2 bezahlt. Voiei 7. Mai: Derverdrießliche Börsenstreit scheint einer friedlichen Lösung entgegenzugehen. Die N. O.-Ztg. meldet: Gestern Abend 7 Uhr fand eine außerordeirtliche Sitzung der Handelskammer statt. Nach langer Debatte, in rvclcher die der jüdischen Kaufmannschaft durch das bekannte Zirkalar zugefügte Kränkung von mehrere» Seiten gerügt und Genugthuung gefordert wurde, und nach erfolgter Erklärung des Herrn Milde, daß die rezipirten Kaufleute nur eine Vrrmögens- und keine gewerbliche Korporation sei, kam man zu folgeirden Beschlüssen: 1) Die Handelskammer miethet das Lokal in dein Börsengebäude auf dein Blücherplatz, zum Zweck einer gemeinschaftlichen Börse, und übernimmt die Anstellung der betreffende» Beamten. Lj Die rezipirte» Kaufleute erklären durch ihre Organe dem hiesigen Magistrate, daß sie^ seitdem sie ihre gewerblichen Funktionen an die Handelskammer abgetreten, keine gewerbliche, sondern lediglich eine Vermögcnskorporatcon bilden, mithin bestehe am hiesigen Orte gegenwärtig keine kaufmännische Korporation cm gewerblichen Sinne. Erklärt fi«b die neue Börse auf dem Ringe hierdurch zusriedcic gestellt, so sind die Herrei» Molinari und Hcimai»n beauftragt, sofort die Einleitungen zu dem Miethslkontrakt des Bdrsenlokales zu treffen. Der Bildung, einer allgemeinen kaufmännischen Korporation wicrde dann Scitons der rezipirten Kaufleute Nichts weiter entgegenstehen. Aus der Provinz Posen, im Mai. (Privatmilch.) „Keine Regel ohne Ausnahme." Von den Gemeinden des Großherzogthums, an welchen ich in ineinen letzten Berichten so Vieles zu rügen und zu tadeln gehabt, macht Schmiegel eine würdige Auliirahme. Hier findet man das beste Einverständniß zwischen Gemeinde und Rabbiner, so wie die schönste Harmonie in allen inneren und äußeren Angelegenheiten der Erstem. Der Rabbiner Herr F., ein Mann des besonnenen Fortschritts, genießt Zutrauen und erfreut sich der vollsten Zufriedenheit der Gemeinde bei allen zeitgemäßen Einrichtungen, die derselbe im Kultus u.s.w. bisher getroffen. Bon diesen Reformen verdient ganz besonders die „öffentliche Konfirmation" genannt zu werden, welche von dem Rabbiner jedes Jahr an einem Tage des Passafestes abgehalten wird und am letzten Passa — wenn ich nicht irre — bereits zum vierten Mal, — wie ich aber ganz gewiß ««iß — zur vollkommensten Zufriedenheit aller anwesenden Gemeindeglieder stattgesunden. Trauungen, und zwar mit Predigt mit Chorgesang, werden ebenfalls höchst würdevoll im Tempel abgehalten. O«r Vorstand, und an dessen Spitze Herr I. H., ist unablässig bemüht, das Wohl der Gemeinde zu fördern »md deren Institute zu kräftigen und zu heben, und wo so gestrebt und gewirkt wird, da kann der gute Erfolg nicht ausbleiben. Der schöne« Saat wird die noch schönere Ernte lohnen. — In Kosten, einer kleinen Gemeinde, welche der vorigen am Nächsten liegt, ist im vergangenen Jahre das Verhältniß zwischen Seelsorger und Gemeinde sehr getrübt gewesen. Jetzt soll cs dort besser aussehen. Wir wünschen dies vom Grund des Herzens, und wünschen es allen Gemeinden, di« an demselben 1l«l>el laboriren. — Der Gemeinde Gratz wünschen wir etwas mehr Licht und der zu Wollstein die Rückkehr zu dem Standpunkte, auf weichem sie sich befunden, als sie noch den würdigen Herrn vr. Hirschseld (jetzt in Gleiwitz) zum Raddiner, Prediger und Schulvorsteher hatte. Aus der Gemeinde Posen haben wir Ihnen diesmal die interessante Mittheilung zu machen, daß die bekannten (»»ch in diesen Blattern bereits vielfach erwähnten) Sturmablösu »gen aus den Jahren 1848 und 1849 jetzt höhern Orts sammt und sonders annullirt wcrd«n. Warum? Das können wir Ihnen nicht genau angeben. Soviel aber wissen wir sicher, daß sammtliche Gemeinde Mitglieder zu P. (Abgelöste wie Nichtabgelöste) durch ein Ministerialreskriyl ver-