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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-05-12 · Heft 20 (12.5.1851) · p. Seite 236

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 20 (12.5.1851)
Date
1851-05-12
Page
Seite 236 (sequence 8)
Language
German
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236 schweben umher und wissen — eigentlich: sie Horen — was in der Zukunft geschehen wird, wie die Engel. Sie essen und trinken, pflanzen sich fort, und sterben wie die Menschen. Sie sterben also, weil sie sich in ihre Bestandtheile zersetzen. Schweben in der Luft, wegen der Leichtigkeit ihrer Bestandtheile, wie es bei den Vögeln der Fall ist, bei welchen die feurigen und luftigen Bestandtheile überwiegend sind, und um so mehr ist dies bei den Schedim der Fall, da ihnen die schwereren Bestandtheile gänzlich mangeln. Ihre Speise aber besteht darin, daß sie gewisse Stoffe aus dem Wasser und dem Feuer, so wie Gerüche und Dampfe einsaugen, ebenso wie das Feuer das Wasser aufleckt (2 Kön. 18, 38.). Hierauf bezieht sich der Umstand, daß die Nekromanten für die Schedim Raucherungen anstellen. Sie bedürfen aber dieser Speise, indem das in der Athmosphäre enthaltene Element des Feuers ihren Körper austrocknet, daher sie die verlorenen Stoffe wieder ersetzen müssen. Die Zukunft wissen sie, weil sie sich hoch in den Aether erheben können und daselbst die zukünftigen Dinge von den Fürsten der Planeten hören, welche daselbst als Vorgesetzte der Himmelsbahnen ("»bn Tali) wohnen. Von dorten her also verkünden die „geflügelten Boten" die Zukunft, wie es in der Zauberkunst experimentirt ist, und wie ich in der passenden Stelle naher erklären werde. Gleichwol wissen sie aber nur die nächste, und keineswegs die entferntere Zukunft, wie es die Erfahrung lehrt, daher der Mensch von diesem Wissen sich nicht den gehofften Nutzen versprechen kann. So weit Nachmanides. §> 17. Ueber die Genesis der Schedim berichtet der Talmud, daß sie am Schluffe des Schöpfungsaktes, unmittelbar vor Eintritt des ersten Sabbats erschaffen worden seien. (Abot 5, 6. Pessach 4 a.) Doch wurden auch Geister OptTn), Schedim (Dämone) und Lilin (weibliche Schedim) von Adam in den (130) Zähren, in welchen er in Exkommunikation lebte, und zwar durch unwillkürliche Pollutionen, gezeugt. (Erubin 18 b.) Sie propagiren sich aber auch fortwährend, wie bereits oben erwähnt, dem Menschen ähnlich (Ehag. 17 s. Abot des R. Nath. 37.) — Eine Klimax in den Verwandlungen der Naturdinge bis zu geistigen Wesen und zwar hier in schädliche, böse, den Menschen nachtheilige, in das Reich des Ahriman gehörende Dinge, wie es bei den Alten nicht ungewöhnlich ist, finden wir in folgender Talmudstelle. Die Rabbinen lehrten: aus der männlichen Otter Cmtt, was der Targum mit oytg, Otter, erklärt) wird nach sieben Jahren eine Fledermaus (cjbü?). Aus dieser wird nach sieben Jahren ein Vampyr ("te-,2). Aus diesem wird nach sieben Jahren ein Distelstrauch (mwp). Aus diesem wird nach sieben Jahren ein Dornenstrauch (mn). Aus diesem wird nach sieben Jahren ein Sched. Aus dem Rückgrad eines Menschen, der sich nie zur Anbetung Gottes gebückt, wird ein Sched. *) §. 18. Ueber das Wesen der Schedim sprachen wir bereits, und erwähnten, daß sie der Talmud in drei Dingen den Menschen gleichen laßt. Sie können sich dem Menschen sichtbar und unsichtbar machen. Bemerkenswerth ist die Angabe des Talmuds, daß ihr Bild nicht so wie das menschliche reflektirt wird. Die Talmudstelle lautet (Jebam. 122 a): Man darf einer Frau (eines verschollenen Mannes) wieder zu heirathen erlauben, wenn ein Bat- Kol den Tod deffelben verkündet. (Wenn man nämlich eine Stimme rufen hört: N. N. ist todt, während man keinen Rufenden gewahr wird). Es geschah einmal, daß ein Mensch auf der Spitze eines Berges erschien und rief: N. N. aus dem Orte N. ist todt. Man eilte dahin und fand Niemanden; der Gattin wurde zu heirathen erlaubtt. Hierauf wird im Talmud gefragt: „Man eilte dahin und fand Niemanden, vielleicht war es ein Sched?" — Rabbi Jehuda im Namen Rab's antwortete: Man sah (gleich Anfangs als es zu rufen begann) die Gestalt eines Menschen. — „Aber sie (die Schedim) nehmen doch auch Menschengestalt an?" — Wahrscheinlich sah man nur das Abbild (inraoM) eines Menschen. — „Sie haben doch auch ein Abbild?" — Man konnte das Abbild eines Abbildes gesehen haben. — „Vielleicht haben auch sie ein Abbild des Abbildes?" — Hierauf antwortete Rabbi Chanina: Mir sagte Jonathan der Sched: sie (die Schedim) haben wol auch ein Abbild, doch kein Abbild ihres Abbildes (i-rtmm Jiamn). * 2) *) Bab. Kam. 16 a. Jeruschalm. Sabb. 4 2. Aelian. Ilist. Anim 1. 51. erwähnt die Sage, daß aus dem Rückgrad bösartiger Menschen nach ihrem Tode Schlangen entstehen. Brecher. 2) In dem talmudischen Babua (NLri22) finde ich den persischen Ferner. „Nach Zoroasters Lehre hat jeder Mensch nicht nur, sondern auch jedes höhere Wesen sein Urbild, den reinsten Ausfluß des Gedankens von Ormuzd, durch den er die Reihe der Wesen hervorbrachte. Dieses heißt sein Ferner. (Zendav. B. 1. S. 14. sVergl. was Justinus Kerner von der Seherin von Prevorst sagte: Frau H» sah oft hinter einem Menschen eine andere aber

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