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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-05-12 · Heft 20 (12.5.1851) · p. Seite 235

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 20 (12.5.1851)
Date
1851-05-12
Page
Seite 235 (sequence 7)
Language
German
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233 Kirchie immer mehr »om Staate entfremdet worden. Roebuck weist darauf hin, wie der jüdische Eid eine nicht weniger feierliche Verpflichtung enthalte, «ls der christliche, und wie der Abjurationseid sich ««f eine nun verloschene Familie beziehe. Praktisch sei derselbe unnirtz; doch am End e der Eidesformel befänden sich ein paar Worte, welche Niemand, als einen Mann von seinem Ehrgefühle, verhindern würden, den besagtm Schwur zu leipm. Ein ehrlicher Jude werde vor diesen Worten zucückschrecken; einem Gibbon hingegen stehe Nichts im Wege, trotz dieser Formel im Parlamente zu sitzen. Nachdem der Soli citor- General, I. A. Smith, Anstey und Lord I. Rüssel für, Wigram, Sir R. Jnglis und Oberst Sibthorp gegen die Bill gesprochen hatten, ward zur Abstimmung geschritten und die zweite Lesung mit 202 gegen 177 Stimmen, also mit einer Majorität von 25 Stimmen, durchgesetzt. Die Opposition nahm die Ankündigung dieses Zahlenverhältniffes mit Zeichen der Befriedigung auf. (Wir können natürlich von dieser geringen Majorität nicht erbaut sei«, da eine Solche das Oberhaus wahrlich! nicht bewezen wird, die Bill passrren zu lassen. Red. d. A. Z. d. Jnd.) Rußland. Warschau, 22. April. Der t-oniec l'olski meldet aus Warschau: Das Gesetz über die Kleidertracht der Juden ist in Folge einer besondern Verwendung des Fürsten Statthalters dahin abgeandert worden, daß es den Rabbinern, so wie allen Geistlichen des mosaischen Bekenn lriisses gestaltet ist, sich der alten Tracht zu bedienen und auch den Bort zu tragen, ohne jedoch dafür ein« Steuer zahlen zu dürfen. Sobald diese Personen über aufhören, geistliche Amtshand>lungen zu verrichten, verlieren sie sofort drs Recht zu dieser Kleidertracht. Die obige Vergünstigung erstreikt sich auch nicht auf die Nachfolger der gegenwärtigen Geistlichen, die unbedingt verpflichtet sind, die für alle Juden vvrgeschricbenen Kleider zu tragen. Australien. Melbourne in Neu-Süd-Wales. Die hier wohnenden Juden, £00 an der Zahl, haben an das Ministerium in London eine Petition eingesaridt, weil ihnen der Gouverneur von Neu-Süd-Wales 500 L. St. jam Ausbau ihrer Synagoge utö der Wohnung für den geistlichen Beamten abgeschlagen hat. Sie stützen sich auf ihr Recht als Bürger, auf die immer wachsende Zahl der Ankömmlinge und auf das Botum des gesetzgebenden Raches, das einstimmig dafür war. Literarische Nachrichten. MagdebllLg, im April. B cechers Transzendentales im Zatmud (Forschung). §. 16. Als Einleituugsworte zu folgender detaillirten Darstellung des Dam § neureiches, setzen wir die Worte des ge-lehrten Nachmairides (Kommentar zum Pentateuch 3 B. Mos. 17, 7.) hü«her: Seirim (d^stö), sind, nach Raschi, Schedim (Danvone). Aben-Esr§ leitet Seirim vom Saar hiW, G rauen, Hnarsträuben) ab; weil denjenigen, der sie schauet, ein Grauen ergreift. Wahrscheinlich heißen sie Seirim (Böcke), weil sie die Jrreir in Gestalt von Böcken schauen. Schedl'in aber heißen sie, von den öden und wüsten Oertern (Tritt) Mpn), an welchen sie sich gewöhnlich aufhalten. So findet man st'e gewöhnlich itt den äußersten Erdgegenden, z. B. gegen den Nordpol, der wegen seiner Kosten Kälte unbewohnt ist. Nu» wisie: so wie die erste Schöpfung des Menschen, der Thiere, der Pflanzen und Mineralien aus dm vier Elemente geschah, welche durch eine göttliche Kraft zu einem dichten, massenhaften, sinnlich wahrnehmbaren Körper verbunden wurden; so geschah auch eine Schöpfung aus zwei Elementen, nämlich aus Feuer und Luft. Aus dreser entstand ern unsichtbarer, durch keinen der Sinne wahrnehmbarer Kör-;>»t, der Thierseele ähnlich, welche ebenfalls, ihrer Feinheit halber, nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Dieser Körper nun ist gleichsam geistiger Natur, und schwebt, wegen seiner Feinheit und Leichtigkeit imFeuer und in derLuft. Tber so wie die Komposition Ursache des Entstehens und Vergehens der ans den vier Elementen zusammengesetztem Dinge ist, ebenso ist sie es, bei den aus zwei Elementen zusammengesetzten Wesen, welche, so lange die Komposition wahrt, einen lebendigen Körper bildew, aber durch die Dekomposition gleichsam absterben. Daher sagle-n unsere Rabbinen: sechs Dinge wurden von den Schediim ausgesagt. Zn dreien dieser Dinge gleichen sie den Engeln und in dreien den Menschen. Sie haben Flügel,

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