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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-05-12 · Heft 20 (12.5.1851) · p. Seite 232

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 20 (12.5.1851)
Date
1851-05-12
Page
Seite 232 (sequence 4)
Language
German
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232 Warmbrunn, im Mai. (Privatmitth.) Hier ist der sechste Rechenschaftsbericht der jüdischen Badearmenkasse, das Jahr 1850 betreffend, erschienen. Leider' hatte die Kasse ein Defizit von 75 Thlr. dieses Jahr, und mußte zur Deckung von ihren 150 Thlr. Fonds die Hälfte veräußern. Sie hatte 296 Thlr. Ausgabe und nur 215 Thlr. Einnahme. Vierzig arme jüdische Badegäste wurden unterstützt, und zwar mit 316 Douchebädern, beinah 160 Wochen Bassinbader und Trinken, 1624 Portionen Mittagbrod, 145 wöchentlichen Miethen und Unterstützungen u. dgl. Je nothwendiger und wohlthätiger diese Kasse ist, desto mehr ist es Pflicht, hier den dringenden Ausruf der Verwaltung mitzutheilen: „Mit dem gegenwärtigen Rechenschaftsbericht schließt der sechste Jahrgang des Bestehens unserer Badearmenkaffe; und wir können cs mit freudigem Gefühl sagen: es ist viel für das Wohl der Armen gethan worden; und cs hat sich hier wieder die Mildthätigkeit und Nächstenliebe unserer Glaubensgenossen bewährt; denn in dem Zeitraum von 6 Jahren sind hier für 171 arme, kranke Glaubensgenossen aus den verschiedenen Provinzen unsers Staates 1125 Thlr. 1 Sgr. 11 Pf. verausgabt worden zur Bestreitung ihrer Lebensbedürfnisse und Kurkosten. Viele von diesen Leidenden haben in den hiesigen Bädern vollkommene Heilung, Viele Linderung ihrer Leiden gefunden; und dies Glück ihrer vollkommenen Heilung oder Besserung verdanken sie allein, nächst Gott, denen, die es durch ihre milden Gaben uns möglich gemacht, diesen Unglücklichen, während ihrer Kurzeit, den nöthigcn Unterhalt und die Kurkosten zu gewähren. Wahrlich diese edlen Geber haben ein sehr wohlthätiges Werk gefördert; und es kann in dem Herzen eines jeden Menschenfreundes nur der Wunsch entstehen, daß dieses wohlthätige Werk fort und fort bestehe, und seine Wirksamkeit nicht aufhöre. Auch uns beseelt dieser Wunsch, und wir wünschen Nichts sehnlicher, als daß wir den armen, fremden Leidenden, die an den hiesigen Heilquellen ihre Gesundheit zu erlangen suchen, stets die nöthige Unterstützung gewähren könnten. Leider aber hat es den Anschein, als wollten die Hilfsquellen unserer Armenkasse zu versiegen beginnen; als sollte diese wohlthätige Anstalt ihrer Auflösung entgegengehen. — Die Betheiligung jüdischer Gemeinden und jüdischer Armenkrankenverpflegungsanstalten — welche Letztere doch vorzüglich, ihrer Bestimmung nach, die Pflicht haben die hiesige Badearmenkasse zu unterstützen — nimmt von Jahr zu Jahr ab, während die Frequenz der armen Kranken fortwährend zunimmt. Schon dev gegenwärtige Rechenschaftsbericht weiset ein Defizit von 75 Thalern nach, der nur durch die Hälfte der mühsam zusammengesparten Ueberschüsse früherer Jahre gedeckt werden konnte; und sollte auch in diesem Jahre ein solcher Ausfall unsere Kasse treffen, so ist ihr Fortbestehen fast unmöglich. Dahin wollen wir es aber nicht kommen lassen; und auch jeder mitfühlende Menschenfreund kann nur den lebhaften Wunsch hegen, daß es dahin nicht kommen möge. Wir wenden uns demnach wieder um Hilfe bittend an die, die helfen können; an wohllöbliche jüdische Gemeinden und Armen kr ankenverpflegungsanstalten, so wie an wohlhabende, mildthätige Glaubensgenossen mit der ebenso ergebenen als dringenden Bitte: die diesige jüdische Badearmenkasse, die nur das Wohl fremder, armer, kranker Glaubensgenossen bezweckt und fördert, ihrer Aufmerksamkeit zu würdigen, und sie durch milde Beiträge in den Stand zu setzen, das fich vorgesteckte Ziel verfolgen und erreichen zu können." Warmdrunn, im April 1851. Die Verwaltung der jüdischen Badearmenkasse. W. Frankel. H. Schlesinger. Scheimann Schneller. Berlin, im Mai. (Privatmitth.) Es hält hier jetzt schwer, das Vorsteherkollegium zu kömpletiren. Am 27. fand Neuwahl für den Stadtrath Moritz Meyer, der die Wahl abgelehnt hatte, statt. Es wurde der Kommerzienrath Philipp Meyer gewählt, der zum vorigen Vorstande gehört hatte, aber siehe da! auch dieser hat abgelehnt. Man kann es freilich nicht verdenken — denn wo gäbe es ein undankbareres Amt? Erst wird man gewählt, und dann geschmäht; erst zur Autorität bestimmt, nnd dann bestürmt und beschimpft. Es ist eine traurige Sache um solche Zerrüttung! Aus dem Posenschen, im Mai. (Privatmitth.) Vor längerer Zeit wurde in den jüdisch-theologischen Blättern Vieles und Gründliches über die

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