Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 18 (28.4.1851)
- Date
- 1851-04-28
- Page
- Seite 209 (sequence 5)
- Language
- German
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209 gehalten werden muß. — Eine hierauf sich beziehende Verfügung der königl. Regierung zu Trier erl«ube ich mir Ihnen hiermit ebenfalls mitzutheilen: „Unter Rücksendung sämmt!icher Beilagen Ihres Berichts vom 30. pr. über die Jnstandstcllung des jüdischen Schullokals zu Hattenbach und die Anschaffung von Schulutensilien, genehmigen wir den desfallsigcn Antrag des Schöffenraths der Bürgermeisterei Rhauam in dem Protokolle vom 6. Februar o. mit der Abänderung, daß die sämmtlichen Unkosten von der Zivilgemeinde zu übernehmen sind, indem diese aus den in unserer Verfügung vom 17. März 1824 angeführten Gründen, so wie einer Entscheidung des Vorgesetzten königl. Ministerii v»m 29. April 1829 und einer andern des königl. Dberpräsidii vom 7. Dezember 1829 gemäß, verpflichtet sind, gegen die von uns genehmigten jüdischen Elementarschulen »Ue diejenigen Verbindlichkeiten, die ihnen gegen die ch restlichen Schulen obliegen, zu erfüllen. Trier, den 24. April 1830. Königl. Regierung. An den Landrath zu Bernkastel." (Abschrift vorstehender Verfügung erhielten sämältliche Landräthe zur Beachtung.) Eine Statistik über die in der Rheinprovinz bestehenden öffentlichen jüdischen Schulen, so wie die Mittheilung der die Letzteren betreffenden Verordirnngen der verschiedenen königl. Regierungen in diesen Blattern wäre nicht ohne Interesse. In dem Regierungsbezirke Trier bestanden in früheren Jahren viele öffentliche jüdische Schule, die aber theils durch das Ableben der Lehrer, theils durch Stellenverwechselung leider bis auf 2 wieder zusammengcschmol, zen sind. Meinem Versprechen in No. 6 d. Bl. zufolge berichte ich Ihnen hiermit, daß noch drei Lehrern des Regierungsbezirks Trier, also iin Ganzen vier derselben auf die Verwendung des Herrn Oberrabbiriers Kohn Unterstützungen zu Theil geworden sind, y Bresla«, 15. April. (Privatmitth.) Am 13. d. schloß die hiesige, von Geiger geleitete Religionsschule mit einer öffentlichen Prüfung ihr achtes Jahr, und zwar mit einer Zahl von 3) 7 Zöglingen ab. Im Programm spricht G. über die Bedeutung des Hauses für den Religionsunterricht, und klagt, daß aus den Häusern unserer Glaubensgenossen jede religiöse Uebung geschwunden. Er deutet auf das Peßachfest, und sagt: „Es war in früherer Zeit ein recht beschwertes Fest und doch war die Fracht dieser Mühen eine sehr erquickende. Das blanke Haus mit seinen Festabenden vergalt der sorgsamen Hausfrau ihren wochenlangen Fleiß. Die Hausfrau hat jetzt weniger Anstrengung, aber sie hat auch keine Freude, und die Kinder keine religiöse Nahrung." „Man versteht wahrlich jetzt nicht das Leben. Man hat zu aller Tätigkeit, die Gewinn zu bringen verspricht, zu allen Vorbereitungen, die Genuß in Aussicht stellen, Zeit und Geld; nicht jedoch zu religiösen Angelegenheiten, zum Besuche des Gottesdienstes und zur Festfeier. Man sieht in dem Leben bloß die unermeßliche Fläche, die beackert und deren Frucht geschnitten werden soll; aber die Höhen, die beschaut und ermessen werden müssen, durch dir das Auge erquickt und die Seele gehoben werden soll, verdeckt man sich muthrvillig mit undurchdringlichem Nebel. Daher braucht man auch immer mehr, um dem Leben einen Genuß zu entlocken. Solcher Lebensgenuß ist der Blutegels von dem der Weife sagt (Spr. 30, 15.), er spreche immer: gieb, gieb, und werde doch nimmer satt. Dazu werden die Kinder systematisch erzogen, und allz,emach vertrocknen die frischen Ströme des Herzens, aus denen die natürliHe Heiterkeit, die frohe Thätigkeit, die Freudigkeit am Höher», am wahren Genüsse des eignen Geistes und durgebotener echter Geisteswerke fließen." „Wir stehe« an einem ernsten Abschnitte in der Entwickelung du Geschichte. Es nucß das Leben neu von Ideen erfrischt werden, und diese Ideen werden keine neuen fettig soviel man auch deren erfinden mag, es sind die alte«, ewigen Ideen, die allen Geistern eingebildet sind, wenn sie auch in einer geänderten Gestalt auftrcte«. Möchtet ihr die Jugend der Art vorbereiten, daß sie über diese ernße und mühsame Arbeit des Geisles, der in der Geschichte wirkt, nicht leichtfertig hinweghüpfe, sondern dafür ein empfängliches und thätiges Werkzeug sei." — Dresden, 15. April. (Privatnritth.) Eine der bestorganisirten israelitischen Gemeinden Deutschlands ist unstreitig die hiesige. Ist sie doch im Stande gewesen, die zu ihrem großen Synagogenbau kontrahirten Schulden bereits bis auf 1700 ZHlr. zu vermindern! Wir theilen aus gedruckten Rechnungsablagen einige Data hie« mit. Im Jahre 1850 beliefen sich