Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 17 (21.4.1851)
- Date
- 1851-04-21
- Page
- Seite 202 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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202 Die Füße der Chajot sind so groß als alles Frühere zusammen, die Fußgelenke sind so groß als alles Frühere zusammen, die Unterschenkel sind so groß als alles Frühere zusammen, die Hüften sind so groß als alles Frühere zusammen, die Rümpfe sind so groß als alles Frühere zusammen, die Köpfe sind so groß als alles Frühere zusammen, die Hörner sind so groß als alles Frühere zusammen. Ueber ihnen ist der Thron der Herrlichkeit. Die Füße des ThroneS sind so groß als alles Frühere zusammen, der Thron selbst ist so groß als alles Frühere zusammen, und du willst dem Allerhöchsten gleich sein! (§. 7.) Als bedienstrte Engel sind sie Boten, Gesandte, Werkzeug« und Mittel Gottes zur Leitung der Natur, des Menschengeschlechts und insbesondere des israelitischen Volkes und seiner einflußreichen, gottergebenen und von Gott erwählten Männer. Nicht die personifizirte» Naturkräste symbolisirt der Talmud mit den „dienstthuenden Engeln", wie es die Maimonidischc Schule gern aufgefaßt haben wollte; vielmehr waren sie ihm di« hypostasirten Naturkräste und die platonischen Ideen und Prototypen und spirituale selbstständige und hehre Wesen, deren Wesen der Gottheit verwandter, frei von unreinen Trieben, an sich eine Heiligkeit besitzen, welche ferner ihre Erhaltung nicht Speise und Trank, sondern dem „Glanze der Göttlichkeit" verdanken (Midr. rab. 1503), und der höchsten Tugend huldigen. Und diese Wesen verherrlichten bei allen Anlässen Israel und dessen heilige Männer. Drei Schaare» Engel kamen herab mit Harfen und Zithern, als Adam das erste Opfer darbrachte (Abot des R. Nath. Kap. 1). — Adam hörte nach dem Sündenfall di« Stimmen der Engel, welche ihm, zwischen den Baumen Edens, das göttliche Strafgericht verkündeten (Midr. rabb. 22 *). — Engel hieben der Schlange Hände und Füße ab (das. 23 *). — Ein Engel plagte Pharao, als er die Sara zu sich nahm (das. 44*). — Engel erschienen Abraham km Haine Mamre, in Gestalt eines Bäckers, eines Schiffers und eines Arabers. Achtzig-, nach Anderen 120,000 Engel tanzten vor Jakob, als er das Haus Labans verließ (Midr. rab. 84*). — 4000 Miriaden Engel stellten sich als Kämpfer für Jakob gegen Esau dar (das. 8b *). — Als Amram seine Frau Jochebed, von der er sich fern gehalten, wieder aufnahm, stimmten die Engel den Chor an: „Die Mutter freue sich ihrer Kinder" (Ps. 113, 9. Midr. rab. 118*).— 22,000 Engel stiegen mit Gott auf Sinai herab, welche alle den Namen (Gottheit, Macht) mit dem ihrigen vereinigten (das. 1443), und standen Israel bei, als es, durch die Stimme Gottes erschreckt, 12 Millien von seinem Standpunkt« zurückwich (Sabb. 88 b). — Als Gott das Tempelzelt ausrichten ließ (pian), deutete er den dienstthuenden Engeln an, daß auch sie ein Solches bauen sollen, und als es auf der Erde aufgestellt war, wurde es auch im Himmel vollendet (Midr. rab. 249 *). — Den salomonischen Tempel halsen auch Engel und Schedim (Dämonen) bauen (Midr. Chasita 3'). — Ein Engel stieg hinab nach Egypten in der Gestalt des Moses, damit dieser der Rache Pharao's entgehe (Midr. rab. 290 *). — Als Moses sterben sollte, betete er inbrünstig, dadurch erbebten Himmel und Erde, alsbald rief Gott eilig die dienstthuenden Engel und sagte zu ihnen: „Steiget schnell hinab, und schließet alle Himmelspforten, denn Moses betet mit dem „ausgesprochenen Namen" (v« iv"iiL)2N), den er von Sagsagel, seinem Lehrer (auch ein Engel), erlernte. — Ein Engel schlagt das neugeborene Kind auf den Mund, wodurch es die ganze Tora vergißt (Nidd. 30 a). — Zwei Engel begleiten jeden Menschen sein Leben lang (Chag. 16 s). — Ein guter und ein böser Engel begleiten den Menschen am Rüsttage des Sabbats vom Bethause in seine Wohnung (Sabb. 119b). — Für jedes Gebot, das der Mensch erfüllt, sendet Gott ihm einen Schutzengel (Midr. rab. 150*). (§. 8.) Der göttliche Hofstaat bildet zugleich das himmlische und heiligste Tribunal, welches zu wahren hat die Würde und die Heiligkeit der himmlischen Wohnung, der strengen Gerechtigkeit und der gottwürdigen Milde. — Gott berathet sich mit den dienstthuenden Engeln bei wichtigen Unternehmungen, Beschlüssen und deren Ausführung, legt ihrem Urtheile die Beschlüsse vor, welche dem gewöhnlichen, nicht tiefer eingehenden Geiste, als den göttlichen Eigenschaften unangemessen erscheinen könnten. Dabei treten sie als Ankläger oder Bertheidiger der Menschen aus, und stellen an Gott manche Fragen über ihnen nicht ganz deutliche Vorgänge, so wie Gott wieder in ihrer Mitte mit Zufriedenheit auf hehre Menschen hinweist, welche dem Schöpfungszweck entsprechend, Alles der Tugend zu opfern im Stande waren. Rabbi Jochanan sagte, Gott führt nicht eher eine Sache aus, er hatte sich denn früher mit der obern Familie (n^VA s>V so'baB) berathen (Sanhedr. 38 b nach Dan. 7, 10.) — Als Gott den Menschen erschaffen wollte, berieth er sich mit den Engeln (Midr. rab. 3*). — Moses berieth sich mit den Engeln ob der Egypter (2 Mos. 2, 12.) des Todes schuldig sei (Midr. rab.