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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-04-14 · Heft 16 (14.4.1851) · p. Seite 186

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 16 (14.4.1851)
Date
1851-04-14
Page
Seite 186 (sequence 6)
Language
German
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188 Wirkung der gesammten Gemeinde. Vor und nach der Predigt werden deutsche Lieder gesungen. Dazu kommen noch bedeutende Veränderungen in der Liturgie selbst, wie Einführung des 3jährigen Zyklus, Vorlesung der Haphtora in deutscher Sprache, Abschaffung mehrerer Piutim, Selichot und Kinot. — In Geseke erfreut sich der Gottesdienst ebenfalls, seit der Anstellung des Lehrers und Kantors Herrn Rothschild, einer zeitgemäßen Form. Nicht allein existirt hier schon seit Jahren ein mehrstimmiger Chorgesang, sondern es besitzt auch die Gemeinde an Herrn R. einen trefflichen Kantor, der die alten und neuen Synagogalgesänge harmonisch zu vereinigen und somit allen religiösen Richtungen in derselben zu genügen versteht. Er ist aber nicht minder ein seinem Fache gewachsener Lehrer, welches Zeugniß ihm Jeder, der einmal das Vergnügen gehabt hat, seinem Unterrichte beizuwohnen, einräumen muß. Letzterer ist anregend, belebend, ermunternd und produktiv. Aller geistlose Mechanismus ist aus demselben entfernt und dafür die, für die intellektuelle Bildung bei Weitem ersprießlichere, entwickelnde Methode getreten. — In Bielefeld hat, wie ich aus sicherer Quelle höre, der Kultus seine alte Gestalt wieder bekommen. An Herrn Posner hat B. einen tüchtigen Lehrer, der sich bereits während seiner dortigen 20jährigen Praxis als Solcher bewährt hat. — In Büren wirkt der Lehrer und Kantor Herr Lebcnstein mit dem besten Erfolge. Auch hier sind mehrere gottesdienstliche Reformen vorgenommen worden. — Aehnliches ist von Lübbekc zu sagen. Der Lehrer, Herr Wolff, leistet Tüchtiges im Schulfache, und hat sich derselbe bereits durch die Hervorrufung und Leitung der Lehrerkonferenzen einen bedeutenden Ruf erworben. — Dagegen liegt in Lippstadt der Kultus fast ganz darnieder; nicht einmal eine Synagoge hat die Gemeinde als Eigenthum aufzuweiscn. Jedoch wird gegenwärtig an den Bau einer Solchen gedacht. Oesterreichischer Kaiserstaat. Karlsbad, im Marz. (Privatmitth.) Die D ircktion des karlsbader israelitischen Hospitals hat folgendes Zirkulär an alle Gemeinden des In- und Auslandes erlassen, welches hier des wohlthätigen Zweckes wegen eine Stelle finde: „Das in dem Kurorte Karlsbad am 15. Juni 1847 «röffnete Hospital für arme kurbrauchende in- und ausländische Israeliten hat bereits mit der vorjährigen Säson die 4te Periode seiner heilsamen Bestimmung zurückgelegt. In dem, mit dieser humanen Anstalt verbundenen, in dem Garten befindlichen Betlokale haben die frommen Glaubensgenossen ihre Andacht verrichtet, und in seiner inner» Einrichtung die vollkommene Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse gefunden. „Während diese Andachtsstätte dem Seelenheil eröffnet worden, bot das mit a l l e n Erfordernissen und Bequemlichkeiten reichlich ausgestattete Hospital bisher an 190 arme Kranke Obdach, Heilmittel, Kost und körperliche Pflege. „Wer die umfangreiche, zweckmäßig eingerichtete Anstalt in Augenschein nimmt, gewinnt die Ueberzcugung ihrer heilsamen Wirksamkeit, und kann um so leichter auf den Kostenaufwand schließen, den diese humane Schöpfung in Anspruch genommen. „Nicht nur die edlen Wohlthäter, denen man das schöne Werk der Gründung verdankt, haben nun auch für die Erhaltung dieses Instituts mitzuwirken, es wird zugleich die Aufgabe sämmtlicher Kultusgemeinden des In- und Auslandes, für den Fortbestand dieser hochwichtigen Humanitätsanstalt Sorge zu tragen, um dieses sie ehrende Denkmal für die Mit- und Nachwelt zu sichern und zu befestigen. „Die Sicherstellung ihrer Erhaltung kann jetzt, wo der Fonds ganz erschöpft ist, nur dann erzielt werden, wenn jede Kultusgemeinde einen alljährlichen Beitrag, nach den Kräften ihrer Angehörigen, und wäre dieser noch so klein, zu leisten sich herbeilassen würde. „In dieser Beziehung werden sämmtliche Kultusgemeindevorstände im Namen der Humanität begrüßt und höflich aufgefordert, Jbicfe wohlthätige Anstalt, nach der angedeutcten Weise, in Schutz zu nehmen, ihr die möglichste jährliche Unterstützung angedeihen und die erzielten jährlichen Beiträge an die gefertigte Direktion geneigtest gelangen zu lassen. Man erwartet von dem Wohlthätigkeitssinne der frommen Gemeinden, daß dieselben den besten Erfolg dieser freundlichen Aufforderung so schnell als möglich zur Kenntniß bringen, und den subskribirtcn Beitrag anher senden werden." Prag» im März. (Privatmitth.) Die israelitische Synode in Prag. Sitzung vom 24. Ja-

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