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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-04-14 · Heft 16 (14.4.1851) · p. Seite 184

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 16 (14.4.1851)
Date
1851-04-14
Page
Seite 184 (sequence 4)
Language
German
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184 mit diesem ganzen Gebäu bestimmt« Gedanken verbunden waren, daß dieser Bau nach einem bestimmten Gedankenkomplex entworfen und ausgeführt werden sollte? Warum haben wir einen ähnlichen Ausdruck nicht beim Bau de- Schelomoaischen Tempels? Doch für heute genug. Ihr u. ic. Zeitungsnachrichten. Nordamerika. New-Aort, 15. März. (Privatmitkh.) Das Judenthum in Amerika beginnt sich aus seiner langen Lethargie herauSwinden zu wollen; den Status quo verlassend, regen sich jetzt schon lebendige Kräfte, viel versprechend für die Zukunft, die heiligsten Interessen unserS Glaubens betreffend. Für heute jedoch will ich den Standpunkt de- Judenthums in Amerika, sein« Hoffnungen und Glanzmomente, nebst seinen Mängeln und Krankheitsbildern unberührt lassen, und Ihnen statt dessen die Ereignisse der letzten Tage mittheilen, die für uns, so wie für unsere deutschen Glaubensbrüder von höchster Wichtigkeit sind. Sie haben ohne Zweifel von dem Ansinnen der Schweiz an die nordamrrikanische Republik gehört, in dem abzuschließenden Handelsvertrag« die amerikanischen Juden auszuschließen, „The provisions of this treaty are garanteed to the „Christian citizens of the United States only.“ *) Das war die schwarze Klausel, vom schwarzen Geiste des Vorurtheils diktirt, die gegen uns gerichtet, das Gesammtjudenthum zu verwunden berechnet war. Die schweizer Republik, auf wankenden Füßen stehend, giebt «inen schlagenden Beweis für die Wahrheit des Satzes: „wen die Götter verderben wollen, dem rauben sie erst den Verstand." Wie verächtlich hat sich die Eidgenossenschaft der nordamerikanischen Republik gegenüber gezeigt; sie, die in ihrer jetzigen kritischen Lage so sehr der guten Meinung der Welt bedarf, deren Existenz jeden Augenblick gefährdet werden kann, streckt die giftige Zunge aus gegen ein Volk, das still leidend, beharrlich dem lichten Stern der Wahrheit *) „Die Bestimmungen dieses Vertrages sind den christlichen Bürgern der Vereinigten Staaten allein verbürgt." folgend, im Selbstbewußtsein seines Werthes, auf eben diesen Versuch mit Verachtung hernieder blickt. Daß Dudley Man, der amerikanische Gesandte, seine Mission mißverstanden, daß er vergessen den Geist der Nation, die ihn gesendet, das glauben Einige aus seiner entschiedenen diplomatischen Niederlage in Betreff eben dieser Klausel nachweisenzu wollen. Ich glaube aber das Gegentheil. Ich glaube, daß Dudley Man diese ausfchließende Bestimmung so lange bekämpfte, als er hoffen konnte, das schweizer Komitat von der Unzulässigkeit desselben zu überzeugen, und nur dann, als er fand, daß Vernunftgründe Nichts mehr nutzen konnten, entschloß er sich, den Entwurf seiner Regierung vorzulegen, wohl wissend, daß die Verwerfung von Seiten der amerikanischen Regierung folgen müsse, was auch der Fall war. Die Nachricht, daß ein solcher Vertrag, mit einer solchen Klausel, abgeschlossen werden sollte, überraschte uns sehr; obgleich wir vom ersten Augenblicke an keinen Zweifel in den Gerechtigkeitssinn unseres Senats und des Präsidenten setzten, so wollen wir doch nicht leugnen, daß es uns Etwas beunruhigte. In dieser Stimmung schrieb ich mehrere Artikel für den Asmonean. Der Warnungsruf erscholl nicht vergebens. Die deutschen Israeliten waren eS vorzüglich, die der Sache ihre Aufmerksamkeit schenkten. Petitionen wurden von denselben verfaßt und unterzeichnet; während unsere englischen Juden dem Anscheine nach gar Nichts thaten. Ob dies aus Ueberzeugung von der Unmöglichkeit war, ein solches Ansinnen durchzuführen, ob aus Jndiffrrentismus oder Erschlaffung ist unmöglich zu bestimmen. Für uns, ein Häuflein treuer Israeliten, war die Sache zu wichtig, um sie unbewacht ihrem Schicksale zu überlassen, und so setzten wir alle Kräfte in Bewegung, um eine günstige Erledigung derselben zu erlangen. Ich schrieb an den Senator Henry Clay, den ersten Mann Amerika's und des Jahrhunderts. Seine Antwort war Vertrauen und Hoffnung einflößend, die männliche Ansicht aussprechend, daß die Ausschließungsklausel ungerecht sei, und daß Amerika nicht das Land, noch unser Jahrhundert das geeignete sei, alte und ungerechte Vorurtheile zu nähren. Dasselbe geschah mit unsrem Staatsminister Webster. Derselbe sprach mit der ihm eigenen Kraft seine Ansicht aus, das gleiche thaten Lewis Coß, so wie Foot, der Präsident des auswärtigen Komitte's. Dieselben versprachen, bei vorkommender Berathung die Sache zu

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