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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-03-31 · Heft 14 (31.3.1851) · p. Seite 164

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 14 (31.3.1851)
Date
1851-03-31
Page
Seite 164 (sequence 8)
Language
German
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164 Frankreich. Paris, im März. (Nach dem vniv. Israel.) Der Budgetentwurf für 1852 setzt die Ausgaben für den israelitischen Kultus auf 152,400 Fr. (40,640 Thlr.) fest, also 4300 Fr. mehr als für 1851. —. Die potugiesische Gemeinde in Paris wird einen prächtigen Tempel in einem schönen Viertel der Hauptstadt erbauen. —. Der Großrabbiner von Metz hat folgendes Zirkulär an die Israeliten dieser Stadt gerichtet: „Das israelitische Konsistorium unsers Sprengels veröffentlicht in diesem Augenblick ein Reglement, die Ordnung und den Anstand im Tempel betreffend. Alle Anordnungen dieses Reglements sind gänzlich unseren religiösen Vorschriften konform. 'Der Talmud und alle unsere späteren Lehrer empfehlen ausdrücklich, mit leiser Stimme zu beten, Wort für Wort, mit Salbung und Sammlung. „Der berühmte an ■trän hat, in einer Versammlung von ausgezeichneten Lehrern, den Bann (a->n) gegen die ausgesprochen, welche im Tempel vor oder nach den Gebeten sprechen, oder die sich daselbst nicht mit der Ehrfurcht benehmen, welche man dem heiligen Orte schuldig ist. „Bezüglich des a-oi-D nana sogt das Gesetz zu den a^na: anb aas, „saget zu ihnen", und nicht „singet". Der spT’ ma verbietet a^pioa während dieser Zeremonie zu rezitiren, und der «ui sagt gleichfalls, daß cs besser ist, sie nicht zu sagen, u. s. w." Das Zirkulär macht noch aufmerksam, daß die Leidtragenden das »■np mehr konform sagen, und bei dem Gebet für das Vaterland Alle aufstehen sollen. Großbritanien. Manchester, 18. März. (Privatmitth.) Herr E. Hertz aus Schlesien ist hier, Subskribenten für die Herausgabe des ^a«ba t, eines seltenen und werthvollen Werkes, zu sammeln, einer Wicderauflage des Werkes des Rabbi Malachi ha-cohen, einstigen Rabbiners zu Livorno, mit ungedruckten, werthvollen Zusätzen, das in drei Abschnitten die a^m a^pais enthält. Es sei hiermit auch für Deutschland nachdrücklich empfohlen. — Wie man hier spricht, wird der Rabbi Zipser aus Stuhlweißenburg in Ungarn, jetzt in England, der als Talmudgelehrter wie als Mann der Wissenschaft dem Publikum wohlbekannt ist, Rabbiner in Hamburg werden, was eine gute Akquisition für diese Stadt wäre. — Die hiesigen zwei Gemeinden werden sich vereinigen. In sechs Monaten wird das 15—1800 Pfund kostende Schulgebäude für beide Gemeinden, das wir dem Präsidenten des Schulkomitös, Herrn Philipp Lucas verdanken, eingeweiht werden. London, 13. März. Das ülorn. Chron. streitet für die Judenbill. Unglücklicher Weise, sagt es, verliert die Empfehlung des Premiers bedeutenan Gewicht durch seine schwächliche und unaufrichtige Behandlung dieser Frage in früheren Sessionen, und durch seine neuliche Verletzung der ersten Grundsätze religiöser Freiheit, ebenso wie durch die schwankende Lage seines Kabinets im Allgemeinen. Die eingefleischten Feinde der Duldung erwarten daher diesmal mit Sr. Lordschaft Bill leicht fertig zu werden, und die Lords besonders hatten sich überzeugt, daß sie an der Bill, wenn sie hinaufkommt, ohne Furcht und Tadel werden ihre Bosheit üben können. Wir möchten ihnen jedoch den Wink geben, daß die wahren Grundsätze religiöser Freiheit, weit entfernt zurückgegangen zu sein, in den letzten vier Monaten vielmehr entschiedene Fortschritte gemacht haben. Viele, die neulich das No-Popery-Geschrei verstärken halfen, sind jetzt von der Albernheit desselben überzeugt und werden sich der Gelegenheit freuen, zeigen zu können, daß sie sich über den engherzigen Sektengeist erhoben haben. —. In der Sitzung des Unterhauses vom 14. März wurde Lord John Rüssel von mehreren Seiten für seine Nachlässigkeit hinsichtlich der Judenbill mit Vorwürfen überhäuft. Amerika. Kingston (Jamaika). r Der Hof der Oommon pleads (Zivilsachen) für die Zession des Monats Januar des l. I. hat ein interessantes Schauspiel gezeigt, welches beweist, daß diese wichtige Kolonie Englands vorgerückter ist als das Mutterland in der Anwendung der konstitutionellen Rechte aller seiner Bewohner. Alle Glieder des Gerichtshofes, cingeschlossen den Präsidenten, waren Israeliten; der Grefsier allein gehörte der christlichen Religion an.

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