Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 13 (24.3.1851)
- Date
- 1851-03-24
- Page
- Seite 151 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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151 gezeichnete Linguist T. Theodores, ein Israelit, als Professor am dortigen Orvn's-College angestellt worden. Seine Mitbewerber waren zwei christliche Gelehrte. Italien. Rom, im März. Um bevrtheilen zu können, wie viele Menschen die in Rom neuerdings den Jur den wieder auferlegten Ausnahmsgefetze treffen, führen wir hier an, daß nach der jüngsteirZählung über 9000 Juden in Rom wohnen. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 17. Marz. Die Philonische Philosophie in ihren Hauptmomenten dargestellt von Di*. M. Wolfs, Prediger der israelitischen Gemeinde zu Kulm. Leipzig, 1849. Wie Maimonides sich einen Standpunkt: gesucht hat, auf welchem er die aristotelische Philosophie mit der Religion des Judenthums verschmelzen könne, so schuf sich Philo der Alexandriner ein Jahrtausend früher einen Solchen, auf dem er die platonische Philosophie mit dieser selben Religion zu cdentisiziren vermöchte. Beide Male waren es keine Versuche, die etwa ohne innere Nothwendigkeit, nur aus äußerlichen Motiven heraus angestellt wurden: sondern das ganze geistige Weseir dieser Männer drängte dahin. In beiden Fällen ist es» daher nicht stehen geblieben bei äußerlichem Vereinigen, wo die Naht, wie an den Schädelknochen, deutlich z» verfolgen ist: sondern es ist aus dem Schmelztiegel dec beiden Denker immer wieder ein neues, eigenes hervorgegangen. Noch tiefer liegt dies bei Philo, als bei Maimonides; weil das geistige Wesen Philo's viel intensive und lebendiger als das Maimonides' ist, weshalb jenec zu Plato, dieser zu Aristoteles getrieben war. Allein darum hat auch das Judenthum selbst ungleich mehr von dem Streben Maimonides' gewonnen, als von dem Philo's. Philo kann dem Judenthuine nicht mehr als ein weitläufiger und systematischer Mir rasch gelten, er ist bei Weitem mehr Philosoph, als Jude. Jndeß müssen wir nicht vergessen, daß vor Maimonides das, ein Jahrtausend ältere Judenthuw lag, daß Maimonides auf der ganzen talmudischen Entwickelung d es Judenthums stand. Jedenfalls aber sind für das moderne Judenthum, dein die Lehre eine um so höhere Bedeutung erhalten, die beiden genannten Heroen die interessantesten, die hervorragendsten Erscheinungen in der ganzen Zeit seit Jerusalems Fall, wenn wir von Jndliuduen, nicht von ganzen Phasen sprechen, und sicher wird schon in der nächsten Zeit das Studium der jüdischen Denker sich instnders um diese Beiden legen, wozu bereits vielfach der Grund gelegt ist. Hierzu rechnen wir auch das vorliegmde kleine Schristchen (59 S.), das, so gering an Umsimg, so wichtig für das Verstandniß der Philonischen Denkweise ist, vielen ircthümlichen Auffassungen des AtexLirndriners entgegentritt, und auch da.s Verdienst hat, denjenigen, welche zu einem sorgfältigen Studium Phiko's nicht Muße und Fähigkeit haben, das Philonische Philosophem gedrängt und prägnant vorzuführen. Indem wir daher unsere ganze Freude jk>er das Schristchen aussprechen, das wir natürlich für den Verfasser nur als Anknüpfungspunkt zu späteren Ausführungen, wozu tvir ihn unsererseits hiermit aufgefordert haben wollen, Ansehen, um so eher die eigentlichen Streitpunkte gegen stine Vorgänger hier liegen lassen, versuchen wir es, aus dieser kurzen Darstellung wieder die Höhenpunkte heraustreten zu lassen. Gott ist, nach Philo, das Uelicht, aus dem unzählige Strahlen ausströmen, die a.ber alle rein geistiger Natur sind. Er ist das Wesen, das Alles umfaßt «nd in sich schließt, ronog DYp?a. Ec ist die höchste, absolute Vollkommenheit; eine Veränderung ist bei ihm nicht zu denken. Daher ist er auch einzig, für sich, in voller Einheit mit sich selbst, das einzig freie Wesen. Philo unterscheidet genau zwischen dem absoluten, an sich seienden Gotte, und dem sich selbst offenbarenden, jener ist der Welt transszendent, dieser immanent. Jener ist das ov, das Seiende, die o» sich seiende Totali tät; das Absolute, das allein für ffch steht, noch in keiner Beziehung zu etwas Anderm, von dem auch keine Eckenntniß möglich. Das Göttliche geht aber aus seiner Allgemeinheit heraus und besondere sich in sich selbst:u.nd wird zur lebensvollen Bestimmtheit. Dies ist der Lo^os. In dem Logos macht sich das crn sich seiende Sein gegenständlich, wird konkret, ein in sich lebendiger Geist, und so erst zum wahrhaften Go tte. Der Logos ist nun näher dre göttliche Vernunft in der die Ideen als Urbilder alles Seienden leben. Nach diesen Ideen wird die ganze stnnliche Welt geschaffen. Gott ist eben nicht blos ein deirkender, sondern auch ein thatiger Geist, und daher ist dec Logos die das Universum schaffende, durchdringende und belebende Verrnurrft Gottes. Das Prinzip der sinnlichen Welt ist das oi»c %vr