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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-03-17 · Heft 12 (17.3.1851) · p. Seite 143

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 12 (17.3.1851)
Date
1851-03-17
Page
Seite 143 (sequence 11)
Language
German
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143 Mitcheilungeit aus dem Oriente. Briefe mrs Jerusalem. I». Ich versprach Jhnelv, von unseren religiösen Gebrauchen wie überhaupt vor! dem Treiben unserer Glaubensgenoffen Ln der h. Stadt Genaueres mitzutheilen, das folge nun hier. Die h. Stadt ist ungefähr so groß wie Würzburg, hat aber festere Mauern. YJY oder Yn3> ist die Festung. Man findet römische prachtvolle Bauart. Alle Abende werden di§ Thore geschlossen. Zion liegt außerhalb der Stadtmauer, das Begrabniß der königlichen Gräber von Jehuda. Ich war schon oft darin und sah unter dem Pflaster die Begräbnisse. Der Platz des Heiligthums, wYp>72N vips, liegt in Mitte der Stadtmauer, doch weiß man Nichts mehr von dem Tempelberg; alles ist gerade und eben. Rach dem Midrasch ist auch wirklich der mart Yii verschwunden. ib)Y2 rom b8^Y33 82 rc. mö» 's Yttfa YY^w — Das Mekom hamikdasch ist am Ende der Stadt, so daß die östliche Mauer des Heiligrhunis auch die Stadtmauer bildet. Außerhalb der Mauer, am südlichen Eck, liegt das Thal Jehoschaphat, im nördlichen Eck der Oelberg, auf dessen Giebel man das Salzineer und das jenseitige Jordangebiet erblickt. Auf dem Oelberge selbst liegt unser jetziges Begrabniß. In Jerusalem wohnen Juden aus allen Theilen der Welt, aus Deutschland, England, Frankreich, Holland, Italien, Gibraltar, Ungarn, Polen, Rußland, Türkei, Egypten, Fetz, Algier, Tunis, Marokko, Afrika, Amerika, Persien, Kickasien, Maschem, Aethiopien rc. Sie werden in Y'h'h, tPTöfi;, üyöiyd :bba eingetheilt. Zu der ersten Abtheilung gehören die Littauer mit ihrem Heros R. Eliahu Wilna. Zu der zweiten die Gallizier und Russen mit ihrem! Mystiker R. Israel Bal schem. Zu der dritten, alle anderen, auch wir Deutschen. Noch giebt es Familien von Karo, Luria, Asulai, Vital, Alschech, Misrachi, doch daß die Nachkommen nicht so groß als die Vater. — Daß wir unser eigenes Bet Din haben, wissen Sie vielleicht schon. Täglich ist es geöffnet, es genießt das Recht doller Jurisdiktion, rnpb» giebt es zwar nicht mehr, doch wer es verdient, wird mit einem Uriasbriefe an die türkische Polizei geschickt, wo sie ihm gewiß treulich ausbezachlt werden. Oft geht sogar der Muhamedaner mit drni Juden zu seinem Gerichte, und achtet des Rabbi's Spruch höher als den des Aga. —. Die Tephillniu halten wir meistens den ganzen Tag auf dem Kopfe, besonders die gelehrte Klaßse. •pb'ön nwt '3 legt jeder Ttzeotoze auf einmal. Nachts 12 Uhr ruft der Gemeinvediener auf den Straßen d-erJehudim: „Aus zu niizn". Dann degiebt man sich..auf die Dächer, um die Gebete abzuhalten. Jeden Freitt.z. wird überdies auch am Tage, und zwar unter der Maruer des Heiligthums brnD, mitn abzehalten. Ebenso in den drei Wochen zwi'ischen dem 17. Tamus lind 9. Ab. Von 3 Uhr NachmiMags bis gegen Nacht lxeLe-t man das Minchagebet. 1^27) YN8 1^272. Freitag rvvirb auch Mincha unter der h. Mauer abgehallen. Anv Rüsttage des Versöhnungsta^as aber steht dort ganz Jerusalem, Männer, Frauen unü> Kinder. Jeden Tag findet trsa nfirv» statt. Gepce-digt wird alle Sabbü t um 2 Uhr in der großen Synagoge „Stampul" gemannt. Dem Volke wird moralPrt, und ü^^Y gelehrt. Zwischen NN2» 2^Y^?2^ geschieht dieses alle Tage tor Woche. Am Eingänge des Sabbats sagt man ''YiY rtdb, aber nicht die Strophen rownn 8b v»m yn\ Dann a*fc "VKöT» N722 Ulild nochmals YY2l)2 tnüvis» werden nur rft-r gefolgt. Am zweiten Tag tt"** ist bei rums »!-ih oder Wochen tag. In einer Synagoge aber versammeln sich diejeniZm, welche zwei Tage ex officio irischen müssen, dennoch'wird auch hier ti' gebetet. — Sie erste Pesachnacht wvrdbbn in der Synagoge mit sn3Y2 gebetet. Am 9. Ab werden alle Gesetzesrollen- Vorhänge schwarz unilh lmgen. Jeder streut Asche auf frört Haupt, wenn er z»r Tora geladen wird. Der Vorsänger betet in der Landessprache ein langes Trauerlied (Sirp). Das Vorlesen aus der Tora geschieht zuletzt nach! allen Gebeten. Am Sabbat ‘pm werden die .gewöhnlichen Sabbatkteider alvze-zogen. Vom Neumond EluL an steht man zu rYimbo auf. Die acht Tage Sukk>t wird nach dem Macmck eine besondere Feierlichkeit fidWTOtt rra nrnaö veranstaltet. Mit Lichtern in der Hand und einer „Tampomka" (kleine Trommel) wird im Gotteshaus fröhlich getagt. In unserer neuen Synagoge ist zu diesem Zwecke eine Art Springbrunnen angebracht. In der Letzten Nacht riYLAY 'n werden Umzüge ntüt den Gesetzrollen veramstaltet. Ebenso wahrend ba, wo alle Gesetzrollen aus der h. Lade gehoben. D.üs Schofarblasen geschicht nach Tosephot und R. Jesaja Torwitz. (nsYöä /»nba ttt *ipnb tPJSTto «n Y12Y* bw Bei einer Hochzeit wird den Sabbat zuvor mn Trauhimmel errichtst, dort sitzt der Bräutigam mit zwei Ehrenbegleitern, JMe auch mit ihm zur

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