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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-03-03 · Heft 10 (3.3.1851) · p. Seite 118

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 10 (3.3.1851)
Date
1851-03-03
Page
Seite 118 (sequence 10)
Language
German
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118 hinsichtlich des angeführten Thema's selbst nach bei Luther und seinen Nachbetern des sogenannten „Gottesgnadenthums" auf religiösem und politischem Gebiete der Falt war!! Nun hat sich gerade R. Abraham ben David — welcher im zwölften Jahrhundert unter den spanischen israelitischen Gelehrten als Talmudist, Geschichtsschreiber und Religionsphilosoph berühmt war — die Bearbeitung dieses höchst schwierigen Thema's zum Endzweck seines Werkes Emuna rama gemacht; und müssen wir darum dem vr. Joseph Gugenheimer für diese seine Erstlingsgabe, die er uns gleich nach seiner exzellenten Promotion — wobei er nicht weniger als 20 Thesen öffentlich zu diskuticen hatte — darbrachte, fceundlichst danken. Nach dieser unparteiischen Anerkennung ist es uns wol gestattet, einiges Wenige, was wir an einzelnen Stellen in diesem Schriftchen auszusetzen haben, schonend zu bemerken: 1) Auf S. 20 schiene uns zweckmäßiger, bei der Auszählung der inneren, sensitiven Kräfte die eine — vor (und neben) der „Phantasie" genannten — statt mit* „Einbildungskraft", mit „Vorstellungskraft", und die andere — außer der später erwähnten, nur dem Menschen zukommenden, „Denkkraft" (o. Vernunft) — statt mit „Urteilskraft", mit „Unterscheidungskraft" (o. Verstand) zu übersetzen; weil diese sensitiven Kräfte in ihren unteren Stufen auch der thierischen Seele, wie die vegetabilischen dem Pflanzenleben, zuzueignen sind. 2) Auf S. 51 hätten wir gewünscht, daß die Ansichten des Verfassers von Emuua rama über die Entstehungsursache der Temperamente nicht so ängstlich wortgetreu — und dadurch an Obszönität grenzend — in der deutschen Muttersprache wiedergegeben worden waren. Wir erkennen aber darin nur die Wahrheit des theologischen Sprüchwortes: „Dem Reinen ist Alles rein!" 3) Unter mehreren eingeschlichenen Druckfehlern, die in dem hinten angefügten Verzeichnisse anzugeben vergessen wurden, wollen wir nur zwei besonders st'nnstörende hervorheben, als: a) Auf S. 48 in der Anmerkung fehlt bei der Zitate Nicht. 6, 12. die Angabe des andern Verses 14, aus welchen gleich darauf Bezug genommen wird. b) Auf S. 54, Zeile 5 von unten, muß es statt „Gute" — „Böse" heißen. Frankfurt am Main, im Februar. Es ist an mich, den Unterzeichneten, schon bei vielen Gelegenheiten von meinen Zuhörern die Aufforderung ergangen, diesen oder jenen meiner religiösen Vorträge durch den Druck zu veröffentlichen. Dieser Wunsch wird bei mancher Predigt, welche eine bedeutendere Frage der Zeit, eine wichtige Glaubenswahrheit behandelt, oft in mir selbst recht lebhaft rege; denn man wird es ganz natürlich finden, daß der Redner, dem es mit der Befestigung des religiösen Lebens Ernst ist, das innige Verlangen hegt, das gesprochene Wort, wann es Anklang gefunden, nicht gleich dem Klange verflüchtigt zu sehen, sondern es dem Hörer wieder in's Gedächtnis zu rufen, es auch dem Leser vor's Auge zu stellen, welcher nicht unter den Hörern gewesen war, und so durch das gedruckte Wort anregend zu allen denjenigen zu sprechen, welche seine Gesinnung theilen, oder derselben zugänglich sind. Ich habe mich daher entschlossen, eine Sammlung religiöser Borträge für Israeliten in monatlichen Heften a sechs Kreuzer, herauszugeben, um auf diese Weise jeder Familie, in welcher noch religiöse Gesinnung herrscht, eine billige Erbauungsliteratur zuzuführen. Ich gedenke, dieser Sammlung mit der Zeit eine weitere Ausdehnung zu geben, und in derselben, neben Predigten undSchri Verklarungen, welche sich namentlich auf die Reform des Judenthums in Synagoge und Haus beziehen, in freien Beilagen religiöse Gegenstände verschiedener Art in populärer Weise abzuhandeln, Mittheilungen aus dem, noch so wenig angebauten, Gebiete des Synagogenliedes und Gesanges zu machen, von Zeitzu Zeit auch zweckdienliche Vortrage gleichgesinnter Kollegen aufzunehmen, damit die Besitzer der Sammlung erfahren, wie da und dort mit der Kelle des geistigen Wortes am Judenthum gebaut, an dessen Erneuerung und Befestigung gearbeitet werde. — Ich betrete zur Begründung dieses Werkes, bei welchem ich, wie bei allen meinen Bestrebungen, nicht einen Vortheil für mich, sondern lediglich das Beste der Gesammtheit im Auge habe, den Weg der Subskription, und bitte daher zunächst meine Herren Kollegen, dann die Herren Religionslehrer in Stadt und Land, sowie endlich Alle, welche sich für die Reform des Judenthums warm interessiren, zur Verbreitung dieser Sammlung beizutragen, und so ein Werk fördern zu helfen, von dem ich hoffe, daß dadurch manche An- Er. H.

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