Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 10 (3.3.1851)
- Date
- 1851-03-03
- Page
- Seite 113 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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113 ster mittelst allgemeiner Aerfügung vom 16. d. M. angewiesen worden, keine Lvrfolgung wegen Annahme ausländischer Juden künftig einzulciten, wenn die Genehmigung dazu zwar nihd von dem Ministerium des Innern, wol aber von Seiten der betreffenden Provinzialregierung ertheilt nvrden ist. Die Verfügung ist in dem neuesten Justiz-Ministerialblatt abgedruckt. Wie? hat nicht die Verfassung gleiche bürgerliche Rechte ohne Unterschied der Religion verbürgt? ist aber ein Christ behindert einen ausländischen Gesellen oder Lehrling anzunehme«? Ich glaube nicht, daß ein Gericht hierfür eine Strafe erkennen wird, denn die Verfassung ist jünger vls der 23. Juli 1847. Krefeld, im Februar. (Privatmitth.) Auf Verwendung unsers Herrn Oberrabbiners L. Bodenheimer, dessen Verdienste ««« den Sprengel besonders im Schulfache allgemeine Anerkennung finden, ist der hiesigen israelitischen Eleni mtarschule, an welcher jetzt zwei tüchtige Lehrer funziren und die von beinahe hundert Kindern besucht vcrd, ein jährlicher Zuschuß von 96 Thalern aus der Kommunalkasse bewilligt worden. Aachen, 6. Februa». Gestern wurde hier in der Nähe der 160jährige Geburtstag eines braven Israeliten, Bernard Feldnrann zu Hünshoven, feierlich vom ganzen Orte begangen. Der Jubelgreis, der schon lange von den Gaben der Mildthatigkeit lebt, tanzte die Ehrenmenuett mit seiner hochbegabten Gattin rüstig mit. Frankfurt, 19. Februar. (F. I.) Gestern wurde hier die neue israelilische Gemeindeordnung mit 362 gegen 126 Stimmen verworfen. Leipzig, im Febrmr. Jüngst wurde hier ein jüdischer Advokat vom Lppellationsgericht in einer christlichen Ehescheidungssvche zurückgewiesen. Derselbe hat sich an das Ministerium gewandt, auf dessen Resolution man gespannt ist. Dresden, 25. Febniar. (Privatmitth.) Das in meiner jüngsten Mittheilung angedeutete Dekret wegen Aufhebung der Grundrechte ist nun an die Kammern gelangt. §. 1 erklärt die Grundrechte für aufgehoben, mit Vorbehalt der in den folgenden §§. enthaltenen Ausnahmen. §. 2 und 3 bestimmen die Beibehaltmg einiger Grundrechte, evls wegen Verhaftung, Beschlagnahme von Papiere», Aufhebung der Jagdgerechlfame. — §.4 lautet: „Hinsichtlich der Verhältniss« derjenigen Juden, welche sächsische Untrrthanen sind, verbleibt es zur Zeit und bis zur allgemeinen gesetzliche« Regulirung der Verhältnis« der Juden bei den Bestimmungen der Verordnung vom 26. April 1849 (volle bürgerliche und staatsbürgerliche Gleichstellung)." In den bcigegebenen Motiven ist unter Anderm gesagt, daß, wenn es sich jetzt erst um die volle Emanzipation du Juden handelte, der «Gegenstand allerdings noch sehr zu erwägen wäre; da aber die sächsischen Jubcn seit beinahe zwei Jahren völlig gleichgestellt sei«« mit den Christen und « inen nachtheiligen Gebrauch Hiervon nicht gemacht hätten, so könne die Regierung fowol Hierwegen als aus- »och anderen tiefer liegend«« Gründen sich nicht ««schließen, ihnen die ertheiltsn Rechte wieder zu schmcalem. Hinsichtlich der ausländischen Juden brauche: aber die Gesetzgebung solvhe Rücksichten nicht zu nehmen und treten daher in Wezug auf dieselben die früheren Bestimmungen wieder ein. Jedenfalls ah-cr werde es von den künftizm Erfahrungen abhänge«, inwieweit auf die Regulircung der Verhältnisse der Juden wieder zurückzukommm sei, weshalb in dev» Gesetze darauf Hingedeutel werde." Ich e« Halte mich für heute aller weiteren Betrachtungem über diesen Ton, womit man den Juden zwar Nichts wieder entziehen will., aber dies nicht gar gern z« thun scheint; wir woll«« sehen, was die Kammern d-arüber beschließen werd«». Es wird viel davon abhwngen, ob die volle Gleich stellung in Oesterreich und Preußen Bestand hat, denn, wie ich noch nachträglich erwähnen muß, ist in Len obigen Motiven ebenfalls darauf Bezug genomaren. Oesterreichifcher Kaiferstaat. Wie«, 12. Februar. Das Ko mite der krakauer Israeliten hat, wie der „Czas" meldet, wegen einer Gleichstellung der Personalklassenst««kr zwischen den Israeliten «und den Christen in Krakau zwei Abgeordnete aus stiuer Mitte, nämlich die Herren Markusfeld und Mppaport, nach Wien gesendet, welche in einer besoMrn Audienz dem Herrn Alnanzminister die diesfällige schriftliche Vorstellung unter Beibringung