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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-02-24 · Heft 9 (24.2.1851) · p. Seite 107

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 9 (24.2.1851)
Date
1851-02-24
Page
Seite 107 (sequence 11)
Language
German
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107 Trauer auf ihrer schönm Stirn, einen Schmerz in ihrer Seele, nie aber konnte ich ein Vßort weiter erlangen. Ich beschloß dies Geheimniß zu erforschen, Ach miethete ein Zimmer dem Hause des Rabbi gegenüber, ich befragte ihre alte Magd^ ich nahm meine Zuflncht zum Haß und Neid und schloß Freundschaft mit dm SLelber's, um von dieser Familie, die dem Goldberg mie seine ^Überlegenheit und seine Erfolge hat verzeihen können, Etwas zu erfahren. Aber weit entfernt etwas Sicheres zu wissen, wurde der Schleier, der mir die- Wahrheit verbarg, ml jedem Tage dichter. Man versicherte mir^ der Rabbi sei nicht krank, sondern habe sich dem Trünke auf eine unmäßige Weise ergeben; seine Frau und Tochter entzögen, eifersüchtig auf seinen alten Ruf, ihn id<n Augen der Welt, um diese schmähliche Leidenschaft z it. verbergen. Ich wollte an eine solche Verleumdung nicht glauben, aber ach! ich -sah von meinem Fenster aus Goldberg im Zimmer auf und ab gehen. Er war also nicht krank, aber sein bleiches Antlitz, sein mattes Auge deutete auf ein inneres Leiden, auf einen Liefen Kummer. Zuweilen bemerkte ich auch die Magd, die volle Flaschen hinein und leere hinaus trug. „Diese Nachforschungen verursachten mir großen Schmerz, der größte Schlag aber wartete meiner in Sielber's Hause. „Es scheint, sagte ich eines Abends zur Tochter des Herrn Sielber, daß Ihr« Nachbarin Noemie dem Heimchen entsagt hat. „Sie hat in der Thal, erwiderte sie mir, drei Partieen ausgeschtagcn. Ich schreibe diese Weigerung ihrem Diamantenhandel zu. Was wollen Sie auch? wenn man Glück beim Handel haben will, kann mnn nicht an Liebe denken. „Aber ihr Vater hat keinen Laden, und ich sehe sie nie ausgehen. „Niemals am Tage, versetzte sie lächelnd, aber die Diamanten haben das Eigenthümliche, daß ihr- Glanz sich in der Nacht hundertfach erhöht, und die Polnischen Edeln zählen ihr Gold nicht, wenn ihnen von schönen, weißen Händen überbracht und mit einem ermulhrgenden Lächeln angeboren werden. „Noemie solchen Handel treiben? das ist unmöglich. „Unmöglich! antwortete sie und brach dabci in ein lautes Gelächter aus. Gehen Sie nach Werki, rman wird Ihnen dort seltsame OLnge erzählen. Betrachten Sie wohl die Stirn Noemie's, Sie werden die Sparen einer frisch geheilten Wunde bemerken. Befragen Sie die alte Magd Gotdbergs und diese wird Ihnen den Schlüssel zum Räthsel geben. (Fort setzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1V4 Ngr.( 1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder h'nm Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlr ng. Die Gemeinde zu Mirow wünscht nach Ostern einen Religionslehrehrer, Kantor und Schächter zu eng«agiren. Das Gehalt ist 100 Thlc. Pr. Krt., nebst freiem Kost, Wohnung, Heizung lrnd dem Ertrag des Schlichtens. Reflektanten wollen sich unter portofreier Einsendung ihrer Zeugnisse wenden an den Vorstand der israel. Geineiride zn Miron> (Mecklmburg-Strelih)!. Ein Kantor, Schlichter und Lehrer, welcher einen Ehor zu leiten versteht, und wo möglich talmudisch gelehrt ist, wird zum 1. April d. I. an unserer Gemeinde mit einem jährlichen Gehalte von 210 Thlr„ exklusive Nebenakzidentien zu engagiren gesucht. Hierauf Reflektirende wollen sich baldigst portofrei beim Unterzeichneten Vorstand melden und Ihre Zeugnisse einsmden. Schlawe, den 28. Januar 1851. Der Vorstand. Joseph Loepevt. Unter ganz annehmlichen Bedingungen suche-n wir an der Stelle des tiS abgehenden, eine lange Reihe von Jahren bei uns fungirt habenden Religionstehrers, Vorbeters und Schächters zur angezeigten Zeit einen andern zu engagiren, und ersuchen um baldige fr-ankirle Meldung. Salzwedel (Altnurck), den 6. Februar 185L Der Vorstari d., I. Dahlheim. fer* Die israelitische Gemeinde in dem Hamburger Amte Ritzebüttel sucht zum nächsten Ostern einen Lehrer, womit Schächten und Borbeten verbunden ist. Das Einkommen dieser Stelle beträgt, bei freier Wohnung, Feuerung und Mittagstisch, ohne Nebenakzidentien 150 Thlr. Preuß. Krt. Portofreie Offerten nimmt entgegen Ritzebüttel, den 30. Januar 1851. M. Kalisky, Vorsteher.

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