Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 7 (10.2.1851)
- Date
- 1851-02-10
- Page
- Seite 77 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3224737-3225714-3225722--11556-3241668- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
77 des Menschen verhüllen soll, also (UicE) hier in der Anerkennung, daß die Annäherung des Menschen an Gott keine vollständige, zum klaren, unvmhüUten Schauen und züc vollkommnen Heiligung, Vergleichung des Menschen gelangende sei. Dies ist die Idee des der Eiligen „Wohnung". Während der Altar die VermLttelML.§stätte des Menschen zu Gott durch Sühnung vom Sündhaften, Loslösung aus dem Materiellen und Erhebung zu Ihm, ist die Lade die Vermittelungsstätte Gotte-s zum Menschen, von wo aus die Lehre durch die Erkenmt-mß und die göttliche Führung strömt. Wie aber diese Offenbarung keine vollständige, Alles enthüllende, sondern immerhin begränzte ist (die Cherubim), so ist die Annihecung zu Gott keine vollständige, sondern noch umwölkte und verhüllte (die Raucherwolken). Das Opfer auf idem Altar ist die Vermittelung des Menschen zu Gott,, die Offenbarung in und auf der Lade die Vermittelumz Gottes zum Menschen, also von Gott aus zum R enschen hin. Die ganze Kultusstätte stellt dar die Verbindung zwischen Gott und Mensch innechrld der Offenbarungsreligion. Wir haben so, m. Z., diesen GEbankeninhalt des mosaischen Opferkultus in allgemeinen lllmnffen erkannt, und gesehen, daß die ganze Idee des Rosaismus ihn durchdrungen und in ihm symbolisch dMzesteltt ist. Aber wir müssen voraussetzen, daß von diesem Gedanken jede besondere Bestimmung ausfloß, und diese Voraussetzung täuscht sich bei näherer Prüfung niht. Kultusstätte und Opfer, wie sie sich innerhalb bestimmter Zahlen, Stoffe, Farben, Gestalt halten, schließen überall bestimmte Gedanken in sich. Es ist Nichts wilLlkürlich, es ist Alles daran Gedanke, im Symbol als seinerHülle, als seinem Bilde getragen. (Schluß folgt..? Zeitungsnachrichten. Die Schweiz. Bevn, 18. Januar. (Privalmnlth.) Damit Sie nicht glauben, in der Schweiz stche Alles still und es gäbe nichts Neues für's Judenthum, will ich Ihnen für Ihr geschätztes Blatt einige Notizen geben. Obschvn das Verfaflungswerk in Aargau verworfen ist und somit zu einem neuen geschritten werden muß, so ist doch für die dortigen Juden wenig Ersprießliches zu erwarten. Der Rezierungsrath wäre vom besten Willen beseelt für sie, rin« ich auch diesen Herbst aus dem Munde des Landammann Dr. Wieland vernommen habe. Allein Pfaffe«, Krämer und Aristokraten, verbunden mit Wühlereien im Schooße der Juden selbst gegen die Emanzipation, verhindern den Fortschritt sehr. Dennoch ist m Beziehung der bürgerlichen Verhältnisse der Israeliten eine bedeutende Verbesserung eingetreten. Ein im Jahre 1845 in's Leben getretenes Gesetz ermachrlcgt die Regierung, gut beleumdeten Israeliten die N>«dcrlaffungsbewilligung auch außerhalb der Marken von Endingen und Lengnau, worauf die aargauische» Israeliten bis anhin beschränkt waren, zu ertheilen. Es wurde nun diese Bewilligung seither ertheilt: 8 Israeliten für Baden, 1 in Aarau, 1 in Bremgarteu, 2 in Zurzach, 2 in Rheinfelden, 1 in Stein, 2 i>> Frick, 1 in Erlisbach, 1 in Steinach, 1 in Gebensd><rf, 1 in Mellingen, 1 in Leibstadt, 2 in Sins, 2 in Sarmenstorf, also zusammen an 26 Israeliten. In einigen Gemeinden wurden diese Niederlassungen i» Uebereinstimmung mit dem Willen der betreffenden Gemeinden, in anderen auch gegen denselben ertheilt. Die Machinationen, welche Krämer gegen dasStriÄen der Regierung verursachten, scheiterten an der Hamanität und Energie der Letztem. Besonders zeichmte sich in dieser Beziehung Rheinfelden aus, das gegen die Aufnahme eines Israeliten mit einer von 197 Bürgern Unterzeichneten Riesenpetition demorißrirte. Die Regierung wußte diese Demonstration gehörig zu würdigen, indem sie dieselbe mit einer ern^tir Mahnung und mit Hinweisung auf das Gesetz adwies und den Renitenten bemerkte, man habe im Tergau durchaus keinen Grund mit den Israeliten unz«frieden zu sein, da sie sich in Handel und Wandel l«yal benehmen. Das beste Zeugniß für sie sei die Z hatsache, daß selbst in Gemeinden, wo anfänglich ihcer Niederlassung Hindernisse in den Weg gelegt n>«rden, später bei Erneuerung dieser Bewilligung, ihnen von den Ortsbehörden die besten LeumundsziKgnisse ertheilt wurden. Sie, die Regierung, werde auf der von dem großen Rathe ihr vorgezeichneten Bahn zur Emanzipation sich nicht irre machen lassen. In Wirklichkeit verdient dieLoyalität der aargauischen israelitischen Kaufleute Amrkennznig, was ihnen auch von Seiten des christlichen, besonders des gebil-