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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-02-03 · Heft 6 (3.2.1851) · p. Seite 68

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 6 (3.2.1851)
Date
1851-02-03
Page
Seite 68 (sequence 8)
Language
German
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68 Türkei. Konstantinopel, 24. Dezember. (I. P.) Die Juden in der ganzen Türkei freuen sich, daß von jetzt ab die jüdische Gemeinde selbst die Steuern abführen soll, und so der despotischen Willkür der türkischen Steuereinnehmer überhoben sind. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Vorlesungen über die Geschichte des jüdischen Kultus. Erste Vorlesung. (Schluß aus No. 1. 3.) An diesem Tage nämlich zog der Hohepriester statt seiner Amtstracht eine linnene an, und verrichtete die Opfer selbst, und zwar einen Sündopferstier für sich und die ganze Priestecschaft, und zwei Böcke als Sündopfer für das gesammte Volk. Ueber die beiden Letzteren wurden Loose geworfen, um damit den Einen zum wirklichen Sühnopfer für die am Heiligthume begangenen Vergehungen des Volkes, den Andern zum symbolischen Forttragen *) der sozialen Sünden des Volkes in die Wüsie, wohin er gesandt wurde, zu bestimmen. Nachdem der Hohepriester den Stier geschlachtet, trat er — das einzige Mal im Jahre — hinter den Vorhang in das Allerheiligste und räucherte, sprengte vom Blute des Stieres einmal auf die Sühnptatte auf der Lade und sieben Mal vor dieselbe; schlachtete den einen Bock ('nb), und svrengte von dessen Blut wie vorher, strich von Beider Blut an die Hörner des Raucheraltars,' und sprengte sieben Mal an denselben; hierauf brachte er einen Widder für sich und einen für das Volk zum Ganzopser dar, und ließ die Fettstücke der Sündopfer in Rauch aufgehen. * 2) Daß an diesem Feste allgemeines Fasten für das gesammte Volk vorgeschrieben, ist bekannt. *) b7JK7>b Pealpalform von b7i> removit mit Ausstoßung des Endbuchstabens der?enn1limn und Ersetzung desselben durch einen unwandelbaren Vokal wie für und wie es 3 Mos. IG, 22. heißt: „daß der Bock auf sich trage all ihre Sünden in ein ödes Land, sende er den Bock in die Wüste." 2) Wir haben hier überall nur das gegeben, was die Schrift selbst aussprichtz hinsichtlich der Erweiterungen in Dies ist der Kultus, den Mosche für die Wüste vorschrieb. Verschieden sind bereits einige Vorschriften, die er für das heilige Land ertheilte. Zuerst wesentlich, daß in der Wüste kein Thier von irgend einem Israeliten geschlachtet werden durfte, das nicht zugleich als Friedensopfer dargebracht ward (3 Mos. 17, 1. ff.), wohingegen, wie auch natürlich, hiervon im h. Lande gänzlich abstrahirt wurde, und Jeder schlachten konnte, wo er wollte und ganz für sich (5 Mos. 12, 20. ff.). Alsdann daß drei Feste im Jahre eingesetzt wurden, an welchen alle Männer Israels im Nationalheiligthum erscheinen sollten. Peßach*), Schebuot und Sukkot. Am Peßach sollte am Abend des vierzehnten das Peßachlamm, jedoch nur im Heiiigthum, geschlachtet und mir bitteren Krautern in einer Nacht verzehrt, an jedem Tage ein Ganzopfer von zwei Stieren, einem Widder und zwei Lämmern, und einem Bock zum Sündopfer dargebracht, am ganzen Feste nichts Gesäuertes gegessen, endlich am ersten Tage des Festes die Ecstlingsgarbe mit einem Lamm als Ganzopfer zur Eröffnung der Ernte dargebracht worden. Am Schebuot sollte der Abschluß der Getreideernte gefeiert, und daher als ein Speisopser vom neuen Walzen zwei Brode, und dazu sieben Lämmer, ein Stier, zwei Widder als Ganz-, ein Bock als Sund- und zwei Lämmer als Friedensopfer dargebracht werden. Endlich am Erntefeste, Sukkot, sollten siebenzig Stiere geopfert werden, und zwar so, daß am ersten dreizehn, am zweiten zwölf und so herunter bis am siebenten Tage sieben, hierzu täglich zwei Widder und vierzehn Lämmer, am Schlußtage das gewöhnliche Festopfer. — Außer diesem endlich wurde noch eine besondere Zeremonie bei Uebergabe der Erstlinge und Zehenten vorgeschrieben, die darum hecvorzuheben ist, weil dies die einzige Gelegenheit war, bei welcher die Schrift dem Individuum eine bestimmte Wortforme!, hier gewissermaßen ein Dankbekenntniß, vorschrieb (5 Mos. 26). Sehen wir nun in kurzen Umrissen, wie sich dieser Opferkultus im Laufe der Zeit umgestaltete. Wir übergehen die ganze Zeit der Richter und der ersten Könige, in welcher zwar immer noch das mosaische Stiftszelt als Nationalheiligthum galt, doch aber auch außerhalb desselder Tradition müssen wir auf die betreffenden Stellen unfers Bibelwerkes verweisen. *) Peßach war nur einmal in der Wüste gefeiert worden, im zweiten Jahre des Auszuges (4 Mos. 9, 0. Iosch. 5, 2. ff.)

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