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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-02-03 · Heft 6 (3.2.1851) · p. Seite 63

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 6 (3.2.1851)
Date
1851-02-03
Page
Seite 63 (sequence 3)
Language
German
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63 Abheilung des Innern, gez. Sebaldt, v. Mrbach, Scheid, Spieß." Ich habe nun noch zum Schluffe zuzufügrm, daß die Verwendung des Herrn Oberrabbiner Kahn nicht ahne Erfolg geblieben, indem so weit mir tiis jetzt bekannt wurde, die königl. Regierung einem israelitischen Lehrer bereits eine Unterstützung verabfolg«» ließ. Ob auch den anderen in der Zuschrift erwähnt-en Lehrern eine Solche zu Thcil geworden, konnte ich bis jetzt noch nicht erfahren, werde aber, wenn Sie es erlauben, Ihnen nächstens darüber berichten. y. Gnefen, im Januar. (Privatmitth.) Die Streitigkeiten in unserer Gemeinde haben in der jüngsten Zeit so sehr überhand genommen, daß es zwischen den Parteien zum Prozesse gekommen. Derselbe ist am 9. d. M. vor dem hiesigen Kreisgericht öffentlich verhandelt worden. Unser erster Gemeindevorsteh« mußte auf der Anklagebank erscheinen und ist wegen „veranlaßter Störung des Gottesdienstes in der Synagoge" zu mehrwöchentlicher Gefangnißstrafe verurtheilt worden. Es kam hierbei die Frage zuc Erörterung, ob das Sabbatgebetstück ^1122 pN («»ahrend dessen Absingung die Störung vorsiel) zum eigentlichen Gottesdienste gehöre oder nicht. Unser Rabbiner, Herr Dr. Gebhardt, hat in dem ihm abgeforderten Gutachten bejahend geantwortet. 36 Neuenkirchen, 26. Januar. (Privatmitth.) Am 29. d. Mts. werden die auf Veranlassung des kölner israelitischen Vorstandes durch freie Wahl hervorgcgangrnen Abgeordneten der einzelnen israilltischen Gemeinden Wcstphalens und Rheinlands in Köln zu einer Berathung über die einzuschlagenden Mittel und Wege Behufs Erzielung einer einheitlichen Gnmeindeorganisation, zusammentreten. Es ist dies ein löbliches Unternehmen, zumal in einer Zeit, wo Jndifferentismus und Kalte für den väterlichen Gla« den fast überall in Israel sich kund geben. Der kölner Vorstand hat sich hierdurch ein unverlöschliches Denkmal in den Annalen der Geschichte Israels gesetzte — Zu wünschen wäre, daß auch in den übrigen Provinzen Preußens ein ähnliches Streben sich zeigte, und auch da sich Männer hervorthäten, die zu gleichen Provinzialkongressen aufforderten; — und wahrlich! diese würden gewiß gern und willig hilfreiche Hand dazu bieten und dieses würdige Vorhaben mit dem besten Erfolge krönen! Vielleicht ließe sich auch später, durch solche Vorarbeiten, eine Gemeindeverfassung für die Juden des gesummten pre»ßischcn Staates erzielen. Nur Hand an's Werk, — der Segen Gottes bleibt alsdann nicht aus. Möge« die Arbeiter im Weinberge des Herrn für Ihre Glaubcnsbrüder in Westphalen und Rheinland das von ihnen zu beginnende Werk auch vollenden, und ihr Name wird von der Mit- und Nachwelt gesegnet werden. Möge aber auch die Regierung den Beschlüssen dieser Versammlung ihr Ohr leihen! Hoffentlich wird Ihr geschätztes Organ seine Spalten zur Ausnahme der Debatten und Resultate dieser Versammlung öffnen und somit dem Publikum die beste Gelegenheit verschaffen, dieselben in ihrem wahren Lichte beurtheilen zu können. S. Weintraub. Hamburg, im Jannmr. (Privatmitth.) Die Vorarbeiten zur Rabbinerrvahl sind hier im vollen Gange. In Folge von Behandlungen zwischen dem Gemeindevorstande und de«, Wahlkomitö ist statt des Titels More Zedek jetzt die Benennung Oberrabbiner festgestellt und der Meldung stermin bis auf den 16. Februar ausgedehnt worde«. Aus Unterfranke»» im Januar. (Privatmitth.) Durch einen Artikel aus München in No. 2 dieser Zeitung erfahren wir« daß auf Anregung unserer Kreisregierung an mehrere Rabbinen über das Verhältniß des Schächters zum Rabbinen Fragen gestellt wurden, so wie auch, in welcher Weise die meisten Rabbinen diese Frage« beantwortet haben. Ich halte es für angemessen, da diese Angelegenheit einmal zur Oeffentlichkeit gelangt ißt, auch die Fakta mitzutheilen, welche jene Fragen veranlaßt haben. Es sind mir folgende zwei bekannt geworden. Die kleine Gemeinde z« M. wollte ihrem Religionslehrer zur Verbesserung seines Einkommens auch die Schächterfunktionen übertragen. Doch der dortige Rabbiner verweigerte ihm, ohne eine Ursache anzugeben, die Prüfung. Da Bitten fruchtlos waren, wendete sich der Lehrer a« die Kreisregierung, und wurde angewiesen, sich bei dem Rabbiner zu N. einer Prüfung zu unterziehen. Dieser nahm die Prüfung vor, und gab das Fähigkeitszeugniß mit dem Bemerken, daß die Ausübung der Schächterfunktionen auch von der Uebertragung derselben durch die Kultus-

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