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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-01-27 · Heft 5 (27.1.1851) · p. Seite 55

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 5 (27.1.1851)
Date
1851-01-27
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
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men und werden zur Erreichung des vorgesteckten Zieles gerne nach-Krästcn beitrazen. Es ergeht deshalb an die geehrten Herren Rabbkner und Prediger hiermit die Aufforderung, uns ihre Bemerkungen und Beitrittserklärungen binnen drei Monaten, also bis zum t. März 1851, in portofreien Zuschriften zirkommen zu lassen, damit wi» alsbald die fernere», zweckdienlichen Schritte zu unternehmen m den Stand gefetzt werden. Frankfurt a. M. den 1. Dezember 1850. Das provisorische Konnte für die zu begründende Rabbinerwittwenurnd Waisenkasse. Rabbiner Leopold Stein, als Vorsitzender. Rabbiner vr. Formstecher. B. H. Goldschmidt. Louis Lotmar. vr. zur. Manhayn. Berlin, im Januar, (pnvatmitth.) Wie Sie aus einigen hiesigen Zeitungc» ersehen haben werde», ist in neuerer Zeit hier ein Institut gegründet worden, das zu den schönsten Hoffnungen für die Belebung der jüdischen Wissenschaft und des jüdischen Geistes berechtigt. Es dürfte daher für die Leser Ihres geschätzten Blattes nicht ohne Interesse sein, ausführlichere Mittheilungen darüber zu vernehmen. Schon seit mehreren Jahren besteht hier ein jüdischer Studienbeförderungsvereim (ursprünglich eine sogenannte niun v^inu), der fremden jungen Leuten, die sich hier wegen ihrer wissnnschaftlichen Ausbildung aufhalten, nicht nur ansehnliche materielle Unterstützungen gewahrt, sondern auch hauptsächlich durch uncntgeldlichen Privatunterricht die Unreiferen für eine höhere Klaffe des Gymnasiums vorzubereiten sucht, eine Wohlthat, deren Werth gewiß um so höher anzirschlagen ist, je weniger ein frimder und hilfloser juirger Mensch sich durch eigene Mittel hier den nöthigm gründlichen Privatunterricht verschaffen, oder bei dem in der Regel sehr herangereifteren Alter in eine untere Klaffe eintreten kann. Der Verein hat daher eine verhältnißmäßig sehr ausgedehnte Wirksamkeit, wofür schon folgende Data einen ziemlich sichern Beweis liefern können. Von 26 Zöglingen, die im Lauft des vergangenen Jahres seine Hilfe in Anspruch genommen haben, sind vorläufig 4 wirklich auf's Gynrnasium gebracht worden, thcils nach Sekunda, theils nach Tertia; dabei haben im Ganzen ab und zu 45 Lehrer und zwar zusammen 2388 Stunden Unterricht ertheilt. Gegenwärtig hat er 16 Zöglinge, von denen 4 ausschließlich den hebräischen Unterricht genießen, 6 höchst wahrscheinlich schon zu Ostern d. I. für eine höhere Klaffe des Gyinnasiums reif sein werden und die Uebrigen einer weitern Fortbildung bedürfen. — Indessen so anerkenneilswerth auch schon diese Wirksamkeit des Vereins inrmer gewesen ist, wird sie doch bei Weitem überboten durch die neue Schöpfung des zeitherigen Vorstandes, durch welche derselbe aus feinem bisher fast ganz zurückgezogenen Kreise einen großen Schritt in die Oeffentlichkeit gethan und sich selbst ein nicht geringes Verdienst um die Wissenschaft gesichert hat. Es ist nämlich dem Vorstand gelungen, auch den reiferen Mitgliedern des Vereins, die als Kandidaten der jüdischen Theologie auf der hiesigen Universität studiren oder studirt haben, ihr tiefstes wissenschaftliches Bedörfniß zu befriedigen, indem er die Herren vr. Zunz und vr. Sachs veranlaßt hat, denselben nach akademischer Weise wöchentlich mehrstündige Vorlesungen über verschiedene Disziplinen der jüdischen Wissenschaft zu halten. Diese Vorlesungen nun, von denen die des vr. Zunz die gesummte jüdische Literaturgeschichte, und die des vr. Sachs eine Einleitung in den Midrasch zum Gegenstände haben, erfreuen sich auch wirklich schon seit Ende Oktober v. I. des besten Fortganges, und werden von den begeisterten Jünglingen, deren Zahl beiläufig circa 25 beträgt, mit dem regsten und gespanntesten Eifer besucht. — Endlich ist »och zu erwähnen, daß außer diesen Vorträgen, gleichfalls durch die Unterstützung des Vereins, die Lektine des More von Maimonides unter der Leitung des rühmlichst bekannten Herrn Senior Sachs getrieben und somit auch von Seiten der jüdischen ReligionS Philosophie den jungen Leuten eine sehr erwünschte Gelegenheit zur großem Erweiterung ihres wissenschaftlichen Gesichtskreises geboten wird. Ueberhaupt möchten wir bei dieser Gelegenheit das größere Publikum auf die literarische Thätigkeit des Herrn Senior Sachs aufmerksam gemacht haben, der durch eine größere Theilnahme und Unterstützung schon im reinen Interesse der Wissenschaft eine weitere Ausdehnung dringend zu wünschen wäre, namentlich wäre es von Gewinn, wenn derselbe in den Stand gesetzt werden könnte, seine begonnene Zeitschrift eine Art Fortsetzung des v»n D-o, für die er die Mitwirkung der namhaftesten jüdischen Gelehrten, wix

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