Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 5 (27.1.1851)
- Date
- 1851-01-27
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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56 Luzatto, Reggio, Slonimsky rc. bereits gewonnen hat, auch fernerhin ungestört fortsetzen zu können. Wir schließen diesen Bericht mit dem aufrichtigen Wunsche, daß dieses junge Institut des Studienbefördcrungsvereins eine recht gedeihliche Lebenskraft entwickeln und daß es besonders unter dem neuen Präses des Vereins, dem Herrn I. T. Goldberger, an dessen Akquisition sich große Hoffnungen knüpfen, einer immer reichern Blüte enlgegengehen möge. Soeben erfahre ich aus zuverlässiger Quelle, daß es dem hiesigen Gemeindevorstand nach vielen Bemühungen gelungen ist, Herrn vr. Sachs der hiesigen Gemeinde wieder zu erhalten. L. Breslau, im Januar. (Privatmitth.) Nach offiziellen Mittheilungen befinden sich im Winter 1850/51 in sämmtlichen Gymnasien und gelehrten Schulen der Provinz Schlesien 6324 Schüler, worunter 916 jüdische. Es zeigt dies einen ganz unverhältnißmäßigen Andrang der jüdischen Jugend zu den Gymnasien. Denn es beträgt dies 14'/r °/o der ganzen Gymnasialschülerzahl, was bei den 3,061,593 Einwohnern Schlesiens in der Volkszählung von 1849 eine jüdische Bevölkerung von circa 444,000 voraussetzen würde, während die Zahl der Juden im ganzen preußischen Staate nur Etwas über 200,000 beträgt, und Schlesien 30,000 Israeliten zählt, also nur ungefähr 1 "/«. Quedlinburg, im Januar. (Privatmitth.) Der hiesige Kaufmann Louis Löser, jüdischen Glaubens, ist zum Schiedsmann des ersten Stadtbezirks ernannt. Er ist der Erste von seiner Konfession, welcher in der ganzen Provinz Sachsen diese Würde bekleidet. Auch ist derselbe in den Gemeinderath erwählt worden, nachdem er früher schon Stadtverordneter gewesen, was besonders auf den guten Sinn der Mitbürger schließen läßt, da hier höchsten 14 jüdische Familien wohnen. Anklam, 9. Januar. (Privatmitth.) Heute verstarb hier der Nestor von Anklam, Herr A. L. Cohn, der das Alter von 103 Jahren erreicht hatte, mit vollem Bewußtsein und wahrer Glaubensstärke. Frankreich. Paris, 15. Januar. Herr Marchand E n n e r y, Großrabbine des Zentralkonsistoriums, hat den Orden der Ehrenlegion erhalten. Großbritaniev. London, im Januar. Das „Board of Deputies" (die Repräsentanten der Israeliten Englands) ist jetzt mit einer sehr bedeutenden Frage beschäftigt. Es handelt sich darum zu entscheiden, ob die Israeliten Großbritaniens, wie alle anderen Bewohner des Reiches, den Verbotsmaßregeln des neuen mariage act (Ehegesetzes) unterworfen sein sollen. Mehrere Bestimmungen desselben sind denen der Tora geradezu entgegen, und untersagen die Ehe gewissen Graden, welche das mosaische Gesetz erlaubt. Ein, von christlichen Rechsverständigen unterzeichnetes Gutachten hat sich zu Gunsten der israelitischen Sitte ausgesprochen, und verlangt, daß die Israeliten von diesen neuen Bestimmungen ausgenommen sein sollen; aber die entgegengesetzte Meinung hat bedeutende Anhänger, sie ist insonders vom Advokaten der Königin unterstützt. (Arch. isr. de Fr.) Manchefier, 15. Januar. (Privatmitth.) In diesen Tagen wurde der bekannte ungarische Flüchtling Schiller, früher Prediger in Eperies, zum Rabbinen in Manchester gewählt. Sein Mitkandidat war der Rabbiner vr.E. Rosenthal, ebenfalls Ungar. Kaum ist die Wahl vollzogen, als wir (die Redaktion der Allg. Ztg. des Jud.) einen Protest gegen seine Wahl empfangen, unterzeichnet von zwei Doktoren und einem andern Herrn. Da derselbe nun doch wol erfolglos ist, so sehen wir vom Abdruck desselben ab. Italien. Padua, 12. Januar. (Eingesandt.) Ich ersuche Sie im Namen des hiesigen Rabbinerinstituts, das folgende Programm in dieMg.Ztg. des Jud. und zwar sowol in italienischem Texte, als in deutscher Uebersetzung gefälligst aufzunehmen. Ich habe die Ehre u. s. w. S. D. Luzzato. L’ Istituto Rabbinico di Padova accettando con riconoscenza V incarico conferitogli da generoso anonimo, che mise a sna disposizione la somma all’ uopo necessaria, pubblica il seguente: Programma per un premio di iiorini d’ Augusta Mille da darsi all’ autore di quello scritto octodosso, ch’ esporrä la