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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-01-27 · Heft 5 (27.1.1851) · p. Seite 51

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 5 (27.1.1851)
Date
1851-01-27
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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51 aus dem inner» Drang, die g>!Eiche Vergeltung zu leugnen, um der Furcht vor dem grafenden Verhangniß zu entgehen, wie in den Psalmen, sondern schon aus dem einseitigen Räsonnement der Bemunft, die sich die Fähigkeit, das Unendliche zu btZnisen, abspricht. (Nicht übersehen wollen wir als charakteristisch, daß der Gottgläubige seine Antwort bis hierher aus der Schrift selbst nimmt, V. 5 aus Pf. 18, 31., B. 6 zum Theil nach 5 Mos. 4, 2.) Aber der Gottgläubige bleid«t hierbei nicht stehen, sondern will noch die Quellen dee-sec Gottesleugnung angeben, um sie so indirekt zir widerlegen. Er setzt voraus: Einfachheit des Gemüches und Verstandes und Einfalt der Lebensweise fühle» sich mit der Lehre aus Gottes Wort so in Uebereinstimmring, so von ihr angesprochen und befriedigt, daß sie niemals zur Bezweiflung Gottes führen. Der Zweifel, die Kritik entspringt nach ihm daher nur aus Falschheit »nb Lug, und diese wieder haben ihren Grund entweS^r kn dem Uebermuth und der Übersättigung des ReichchumS, oder in der Verlockung zur Sünde in der Armuth. Aus diesen Quellen fließt demnach die Gottesleugturrng, und mit der Unlauterkeit dieser Quellen ist sie selbst als unlauter bezeichnet. Er kleidet dies gemüthlich in die Form der Bitte, ihn vor Beidem zu bewahren. Die beiden Bücher Jjob und Kohelet geben uns für unsern Zweck keine Ausbeute, indem bei allen Zweifeln, die sie zur Aussprache bringen, doch überall der innigste Glaube an Gott die Grundlage derselben bildet. Es ist vielmehr in Beiden drS Streben vorhanden, den Grundgedanken der göttlichen Leitung innerhalb. der Menschenwelt neu zu konstruiren, nachdem die alte Lehre der strengen Vergeltung, den Ersparungen, welche die schon verworrener gewordenen Lebersverhältnisse herangebracht, gegenüber nicht mehr haltbar geblieben. Auch die Propheten elfem überall gegen den Götzendienst, streifen aber nur hie tont) da an der pronunzirten Gottesleugnung vorüber. Ani Klarsten berührt diese noch Jeschaja an jener Stelle, m ec denen ein Wehe! zur ruft, „die da sprechen: Er rtik, beschleunige sein Werk, damit wir es sehen, es nahe und treffe der Rathschluß des Heiligen Israels, auf daß rvir's erfahren!" (5, 19.) also jenen Spöttern der religiöse Anschauung, welche den Verbrechen noch den Hohn jede göttliche Vergeltung hinzufügen. Allein es blickt d l>ch auch hier noch vielmehr die Auffassung eines nationale Gottes hindurch, welche 36, 18 ff. sich sehr naiv auSspricht, wo die Boten des Assyrerkönigs Sanherib sprechen: „Laßt euch nicht verführen von Chiskija, indem er spricht: der Ewige wird uns retten! Haben denn die Götter der andere»Völker ein jeglicher sein Land gerettet aus der Hand des Königs von Aschur?" Eine solche Meinung wird abec auch Israel selbst von Jirmeja zugeschrieben, indem er (5, 11.) sagt: „Denn treulos ward mir das Haus Israel und das Haus Juda, spricht der Ewige. Sie leugneten den Ewigen, und sprachen: Er ist nicht! und nicht kommt über uns Unheil, und Schwert und Hunger sehen wir nicht." Vom gerade entgegengesetzten Standpunkt läßt Mateachi (3, 14.) die Israeliten sprechen: „Trug ist es, Gott zu dienen, und was der Vortheil, daß mir seine Macht wahrten, und daß wir zerknirscht einhergi»gen vor dem Ewigen der Heerschaaren? Jetzt aber preisen wir die Uebermüthigen glücklich, die Frevel üben werden ja doch aufgebaut, und die Gott versuchten gerettet." — Zum Schlüsse wollen wir nur erwähnen, wie die Propheten mehrere Male die Selbstvergötterung tm alten Könige (die, merkwürdig genug später der unmittelbare Ausgangspunkt für den Untergang Israels wurde, da die Juden sich weigerten, den römischen Kaisern zottliche Ehren zu bezeugen) berühren. So Jechesket 28, 2.: „Menschensohn, sprich zum Fürsten von Tyrus: Weil dein Herz schwoll, daß du sprachest: „Gott bin ich, auf einem Göttersitze sitze ich im Herzen der Meere!" n. s. w. Jedermann kennt den unübertrefflichen Hohn, den Jeschaja K. 14. über solche königliche Selbstverzöttecung ausgießt. Zeitungsnachrichteu. Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag, 15. Januar. Den 14. Morgens um 9 Uhr wurde die Session unter dem Präsidio des Herrn Statthaltereisekretärs Gült eröffnet. Anfangs fehlten mehrere Herren, die sich nach und nach erfanden. Der Präsident stellte es der Versammlung anheim, ob sie mit den einzelnen §§. beginnen, oder ob sie zuvor über das ganze Elaborat debattiren wolle. Man entschied sich für Letzteres. Hierauf forderte der Präsident diejenigen, die gegen den Entwurf Einwendungen zu machen hätten, auf, sich zu erheben. Es «rhoben sich vier bis fünf Personen. Es wurde dülsen nun nach der Reihe das Wort gestattet, gegen den Ent-

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