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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-01-20 · Heft 4 (20.1.1851) · p. Seite 46

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 4 (20.1.1851)
Date
1851-01-20
Page
Seite 46 (sequence 10)
Language
German
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46 übergehen, vor einem Marabut, oder wenn sie in das Tribunal Mechuar eintrrten wollen. Die Gemeinde hat einen Vorsteher, den der Pascha ernennt, und zwei Rabbinen, welche die israelitische Bevölkerung wählt; der erste Rabbine ist R. Isaak Benoualid, der zweite R. Isaak Nahon, und der Vorsteher Herr Solomon Parienti. Diese Rabbinen sind sehr ausgezeichnete Männer durch ihr Wissen, ihre Frömmigkeit und ihren Charakter. Das Judenviertel ist schmutzig, aber die Häuser der Bemittelten sind sehr hübsch, und gut möblirt. Jede Familie besitzt eine Fontäne für ihren Gebrauch. Es giebt zu Tetuan 15 Synagogen, von denen die Hauptsynagoge den Namen der Synagoge des Nahon trägt, da ihr Gründer der frühere Oberrabbiner Menachem Nahon gewesen. Die Gemeinde hat keine öffentlichen Schulen; man hat die Erlaubniß zu ihrer Errichtung von der Regierung noch nicht erhalten können. Jndeß strebt Jedermann nach Unterricht und die Intelligenz der Jugend ist bemerkenswerth. Es giebt in dieser Stadt mehrere sehr achtungswerthe israelitische Kaufleute; die bedeutendsten sind: 1) Herr Juda, Sohn des sehr achtungswerthen und wohlthätigen sel. Salomon Juda, ein durch seine guten Manieren, sein treffliches Herz und sein Wiffen ausgezeichneter junger Mann, der englisch, französisch, italienisch, spanisch, hebräisch u. s. w. spricht und schreibt. 2) Herr Juda Coriat, ein bejahrter Mann, der die allgemeine Achtung besitzt. 3) Herr Mimon Coriat, Sohn des vorigen. 4) Die Herren Isaak Coriat und Brüder, und viele Andere. Sie haben ausgebreitete Handelsverbindungen mit London, Gibraltar u. s. w., und besitzen Handlungshäuser in Oran. Die Konsularagenten der fremden Staaten sind einheimische Israeliten, mit Ausnahme des englischen Vizekonsuls, der Christ ist. Der Pascha, ehemals Gesandter in Paris, ist ein sehr guter Mann, wie seine ganze Familie; unglücklicherweise gestatten ihm die Gesetze und Sitten des Landes nicht, die Lage unserer Glaubensgenossen wesentlich zu verbessern. (L'Univ. Israel.) Literarische Nachrichten. Goch, 22. Dezember 1850. Zur Schulliteratur. Gestatten Sie mir als Nachtrag meines Gestrigen — zur Beantwortung einiger mir zugekommenen Anfragen — hier die Bemerkung, daß ich derr Unterricht in den jüdischen Elementarfächern zeither nach folgenden Büchern ertheilt, die ich zum Theit auch schon in der hiesigen Schule eingeführt habe: 1) Religion, nach dem „katechet. Leitfaden beim Unterricht in der israel. Religion" von vr. I. H. Jakobson, Leipzig, 1847 (2 Sgr.), über den ich mich schon früher ausgesprochen (No. 46 v. I.) und der bis zum Beginne des Konsirmandenunterrichts, der nach einem ausführlichem Werke — Pleßner oder Kley — ertheilt werden kann, ziemlich*) ausreicht. 2) Hebräisch, a) Grammatik, nach einem eignen Leitfaden, der späterhin, will's Gott, im Druck erscheinen wird. b) Übersetzung des Pentateuch; zur Praparation auf denselben benutzte die Unterklasse früher den kleinen Präparant von Arnheim; in neuester Zeit das „Wörterbuch zum Pentateuch" von vr. Wiener, Hannover, Hellwingsche Hofbuchhandlung, 1850 (vergl. unser Ref. in No. 46), die Oberklasse das „Vokabularium zum Pentateuch" von I. Nathan, das ich bereits vor acht Jahren in der Schule zu Jastrow (Westpreußen) eingeführt und anderseits auch die „fünf Bücher Moses" von vr. Philippson, Leipzig bei Baumgartner, welches Buch ebenso zweckmäßig als billig ist (10 Sgr.). e) Uebersetzung der ersten Propheten; hierbei bedurfte ich keines Hilfsmittels, indem meine Schüler, welche *) In den oberen Klassen wird namentlich das die Liturgie und die Feste Betreffende ausführlicher gegeben werden müssen, obgleich in dem Katechismus von I. dieser Gegenstand sehr gut behandelt ist, und das Büchelchen so viel darüber enthalt, wie manche unserer dicksten Religionsbücher. Das viele Katechisiren über gewöhnliche Morallehren und die wenigen jüdischen Dogmen ist, dünkt mich, nimmer genügend, für das Judenthum heranzubilden, das eine Religion der That ist.— Möge man dem Rationalismus noch so sehr huldigen; möge man noch so viel schwatzen von Zeitgeist und Aufklärung; es ist und bleibt nothwendig, die Jugend mit dem Zeremoniell und dem Charakteristischen des Judenthums wenigstens bekannt zu machen; ein Buch, das das Wichtigste darüber in systematischer, für unsere Schulen angemessener Weise giebt, gehört noch zu den xÜ8 äe8iäerü8. Korresp.

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