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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-01-20 · Heft 4 (20.1.1851) · p. Seite 45

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 4 (20.1.1851)
Date
1851-01-20
Page
Seite 45 (sequence 9)
Language
German
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45 300 fl. K. M. auf ein Zahr an il s. w. Nachdem dem Borstand wie dem Sekretär des Vereins ein Dank für ihre Verdienste um den Verein abgestattet worden, wurde auf Antrag des Verstandes dem Vereinsdiener, der ein jährliches Gehalt von 100 fl. K. M. bezieht, für dieses»Jahr noch eine Remuneration von 40 st. K. M. zuerkannt. —vr. W- Wessely, Professor der hebräischen und rabbinischen Sprache und außerdem noch Jurist, ist beim Ministerium mit dem Gesuch eingeschritten, von der philosophischen Fakultät an die juridische versetzt zu werd««. Wie es heißt, will er dann seine Religionslehrerft elle zum Theil aufgeben. Brody, 26. Dezember. Die C. Bl., und nach diesen der Lloyd, bringen folgend«« eigenthümlichen Artikel: „Die nothgedrungene Feier der Israeliten an christlichen Sonn- und Feiertagen h»t nun endlich aufgchört. Sogar am gestrigen hoher Feiertage standen alle Läden offen, alle Viktualienhändler durften ihre Waare feilbieten, ohne daß irgend ein Polizeischütze hindernd dazwischen trat." Großbritaniln. London, 28. Dezember. (Ll.)< Auf dem Grabe des Pater Thomas in Damaskus wurde vor Kurzem ein Denkmal gesetzt, auf dem geschrieben steht, er sei von den Juden ermordet worden. Sir Moses Montefiore begab sich deshalb im Laufe dieser Woche nach Paris, bei der Regierung auf die Entfernung einer Inschrift zu drängen, welche nach allen gesetzlichen Erhebungen als eine Verleumdung betrachtet werden muß. (Man vergleiche, was die „Mittheilungen aus dem Orient" in unsrer Zeitung, N>-. 1. S. 11 jüngst über die damasker Blutgeschichte brachten. Red.) London, im Januar. Bei den jüngst stattgefundenen Wahlen zum Gemeindcralh e von London ist Herr B. S. Philips zum dritten Male für das Viertel von Farrington, und Herr Ch»S Davis für das Viertel Portsoken gewählt worden. (M. Chr.) Frankreich. Paris, im Januar. (L’Univ. Israel.) Die Akten zur Verschmelzung der beiden Ri tus sind abermals zurückgelegt worden. —. Die Herren Halche«, Fould und Worms de Romilly sind jetzt verurteilt worden, Beiträge zu einer in den Jahren 1782 und 1786 von der jüdischen Gemeinde zu Metz aufgenommenen Anleihe, zu zahlen, weil sie daselbst g«b-oren sind. —. Zu Tlemcen (Algerien) starb im vorigen Jahre als Opfer seiner Umgebung während der Verheerungen durch die Cholera Herr Barra Levy aus Lyon, Oberarzt in der Armee. Sei es aus Jrrthum, sei es aus vorgeblichere Glaubenswechsel, er wurde auf dem katholischen Gottisa cker begraben. Unterstützt durch die frommen Bemühungen seiner Familie, erlangte der Großrabbine «cm Oran endlich die Ausgrabung der sterblichen R« ste dieses würdigen und heldenmüthigen Sohnes Jsr«cls, und ihre Uebertragung auf den Friedhof unserer Glaubensgenossen. In dieser Angelegenheit wie in allen anderen hat die Militärbehörde von Tlemcen iie lobenswürdigsten Gefühle der Gerechtigkeit und Duldung gegen unsere Glaubensgenossen bewiesen. —. Am 27. Dezember starb zu Paris ein gewisser Abraham Cagnard, Büreaudiener beim Zentralkonsistorium und Schammesch des portugiesischen Tempels. Er starb 81 Jahre alt. Was ihn bemerkenswerth machte, war, daß «», in der katholischen Religion geboren, in seinem dreißigsten Jahre zur Synagoge überlrat, und währ« nd 51 Jahre einer der eifrigsten und frömmsten Jude» war. Macskko. Teckuan. Vor Kurzum wurde Hierselbst ein Israelit zum Vizekonsul Frankreichs ernannt. Folgender Bericht ist nicht ohne Jnleressr. Die Bevölkerung von Lcluan, die ungefähr 60,000 Seelen .faßt, zählt 20,000 Israeliten. Diese, die Christen und die Juden lohnen in einem besondern Viertel El Melah genannt. Jede Nacht, ebenso wie am Sonnabend und an den Festtagen werden die Thore geschloffen; die Th orhüter sind Muselmänner. Die Lage unserer GlaubcnsLenoffen ist eine sehr traurige, und vielleicht findet.sich eine ähnliche Sklaverei in keinem andern Lande. Sie find gezwungen gratis Alles herbeizuschaffen, waS> der Pascha für sein Haus nöthig hat, und Gott weiß, zu welchen Forderungen sich diese Bedürfnisse steig« r». Sie müssen ihre Fußbekleidung abzichen, sobald sie vor einer Moschee vor- 4*

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