Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 4 (20.1.1851)
- Date
- 1851-01-20
- Page
- Seite 39 (sequence 3)
- Language
- German
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39 der Thor: Es ist kein Gott! VerdeM, abscheulich sind m ihrem Handeln sie: Niemand LhuL Gutes. Der Ew'ge schaut vom Himmel auf die Mmschensohne, zu sehn, ob ein Verständiger vorhanden, lb«r Gott sucht. Sie wichen Alle ab, sind allzumal verdvTben, Niemand thut Gutes, auch nicht Einer." (V. L—3.) — Daß in solchen Zuständen der Gottgläubige auch geradezu vom Spotte der Ungläubigen betroffen wurde, läßt sich voraussetzen. So rufen die Dränger dem unglücklichen Sänger 22, 9. zu: „Auf den Ewigen wälz' er's, der befrei ihn, der errett' ihn, da er Gefallen «irr ihm." (Die letzten Worte erklärt Rabe und Rdak richtig: Gott hat Wohlgefallen am Sänger, da Wohlgefalle it des Menschen an Gott in der Schrift nicht vorkommt, und der Sinn tiefer wird: der Spott dehnt sich vom Slingec nun auf Gott selbst aus.) Ps. 73, der mit vollem Rechte dem Aßaph zu Davids Zeit zugeschrieben werden muß, enthalt eine Schilderung der Uebermüthigen, der Unterdrückung, die sie üben, der Hoffarth, die sie kundgeben. So weit gekommen, stehen sie auch nicht an, das laut auszusprechen, was ihrem Thun von Beginn an zu Grunde liegt, die Gottesleugnung: „Sie sprechen: wie sollte Gott es wissen, und Kunde sein beim Höchstens" (33. 11.) Doch der Sänger weiß es: „Ja, auf schlüpfrigen Boden stellest du sie, lässest sie zu Trümmern zerfallen. Wie werden zur Oede sie plötzlich, gehen unter, zu Ende, aus Schreckniß! Wie einen Traum nach dem Erwachen, Herr, verwirfst du ihren Wahn, wenn du sie weckest.^ (33. 18—20.) So lange der Sänger die Dinge nur vom rein menschlichen Standpunkte betrachtete, konnten ihm die Gottesleugner im Glück bestehend erscheinen. Sobald er aber „zu den Heiligthümern Gottes kommt", sobald er sich auf den Boden der Gotteslehre versetzt, sobald er „ihre Zukunft beachtet" (V. 17.), da erscheint der Frevler momentanes Glück nur als die von Gott geordnete Versuchung, in der sie fallen und untergehen. Sehr bezeichnend faßt der, sicher aus der ersten Zeit des babylonischen Exils herrührende Ps> 94 (s. III. S. 247.) diese Gottesleugnung spezieller vom israelitischen Standpunkte. „Sie sprudeln, reden Trotz, es prahlen alle Uebelthäter. Dein Volk zertreten sie. Ewiger, und drücken dein Erbe. Wittw' und Fremdling würgen sie, und morden Waisen, und sprechen: Iah sichet nicht, und nicht merket Jakobs Gott!" — Dies sind die offenbaren Ausspruch« über die Gottesleugner in den Psalmen, wie sie höchst charakteristisch die Gotteslehre und die Sittlichkeit, die Gottesl mgnung und die Sittemlosi'gkcit als identisch bezeichnen. Wir reihen daran ein höchst interessantes, wahrscheinlich aus der Zeit Joschija's rührendes Stück, die Rede Agur's, des Sohnes Jake's (Spr. Schel. 30, 1—9.), gegen die Gottesleugner air, die wir nach unsrer Bearbeitung (Jsr. Bibel III. S. 461) näher erörtern wollen. Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berli«, 9. Januar. Heute Nachmittag 2 Uhr findet die Bestattung eines Veteranen der Freiheitskriege, des jüdischen Kommissionärs Herrn Löm>enstein, in besonders feierlicher Weise statt. Der Verstorbene hatte als Oberfeuerwerker bei der reitenden Artillerie an den Kämpfen der Freiheitskriege Theil genommen und in der Schlacht eine Schußwunde am Fuße erhalten. In jüngster Zeit trat der Brand zu der Wunde und machte dem Leben des Kämpfers ein Ende. Seine Bestattung wird unter Mitwirkung des hier bestehenden Vereins der Veteranen der ffreiheitskämpfe und gleichzeitig mit Beobachtung der bei der Religionsgesellschaft, der der Verstorbene amgehörtc, üblichen Feierlichkeiten vor sich gehen. (L. Z.) —. Der den Kammern vorgelegte Entwurf eines neuen Preßgesetzes stellt auch die Strafen fe|fc, welche auf Beleidigung' einer Religion in Druckschriften, zutreffen sollen. Eigenthümlich heißt es da: „Beleidigung der christlichen Kirchen und der korporativen ReligionsgesMschaften". Zu den Letzteren müssen nothwendig die jüdischen Gemeinden gehören. Frankfurt am Main, im Januar (Privalmitth.) (Rabbiner-Wittwen - und Waifen?affe.) fFortsetzung.j 2) Von dev Leistungen der Kaffe, oder den Echaltsbezügen. a) Bezugsberechtigung. §. 10. Jedes Mitglied erwirbt durch seine Teilnahme an dem Veninc für seine Wittwe und seine Waisen ein Reihtauf ein jährliches Gehalt. Für eine