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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-01-13 · Heft 3 (13.1.1851) · p. Seite 35

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 3 (13.1.1851)
Date
1851-01-13
Page
Seite 35 (sequence 11)
Language
German
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35 der sich blos cwf die Bereicherung des Gedächtnisses, auf die Ausbildung des Verstandes beschränkt, ist nimmer genügend, wenn er nicht auf die Erhebung des Gebaut Hs zur Gottinnigkeit fort und fort hinwirkt. Denn das Gemüth ist der eigentlich heilige, aber auch lockere Boden, in den die Saat des Göttlichen, sobald das Gottesbewußtsein kn Kindesgeist zu erleuchten beginnt, hineingelegt werden muß, wenn sie sich entwickeln, keimen und nach und nach zu einem kräftigen Lebensbaume heranwachsen soll. Und weil der Verstand im jugendlichen Alter noch ummtwickelt, das Herz zart und weich, ebenso leicht die Eindrücke des Niedrigen und Gemeinen als die des Höhern u>Ld Göttlichen an- und aufnimmt: so wird außer der durch das lebendige Beispiel fortzusetzenden Gewöhnung zum Guten, es zweckmäßig und nothwendig sein, namentlich den ersten Unterricht in der Religion so erbaulich und dabei so angenehm wie möglich zu macheir und die einzelnen Satze und Sprüche, in denen die, theils aus das Kindesgemüch ansprechenden (biblischen) Erzählungen, theils sonst entwickelten Wahrheiten u»d Lehren gleichsam verkörpert vor die Seele der Kleinen treten, so viel wie möglich einfach, klar und faßlich n'nzurichten. Nur so kann dem leidigen Mechanismus entgegengearbeitet werden; nur so wird der Religionsunterricht aufhören — was er leider noch in manchen Schulen ist — eitler Gedachtnißkram zu sein, der das Herz kalt und leer laßt. Und hierzu Etwas beizutr^gen, giebt Herr R. in dem genannten Werkchen, nech einem einleitenden Abschnitt über die israelitische Glaubenslehre circa 400 zwei- bis sechszeilige Denk- und Liederverse zu den Glaubens- und Pflichtenlehrer ^Gott, Offenbarung, zehn Gebote, Festtage, Pflichten gegen sich, gegen Andere). Die Sprüche und Verse, zriineist Bearbeituugen von Stellen aus der heil. Schrift, auf die häufig hingewiesen ist, sind im Ganzen recht passend und der kindlichen Fassungskraft angemeffen uird> wird das Schriftchen, neben dem Andachtsbüch lein von Dr. Formstecher unter An- *) Das Büchlein von Formstecher, das nur 5 Sgr. kostet, ist freilcch mehr Gebetbuch; aber die kindliche Sprache, in der es abgefaßt, und der Abschnitt über Religion machen es für den ersten Unterricht in derselben sehr trefflich, und ich mache namentlich meine jüngeren Berufsgenc.ffen darauf aufmerksam, sowie Mütter, denen daran liegt, N|S die Gefühle der Liebe, des Dankes und der Got tinnigkeit schon beim Morgenroth des Bewußtseins in dem Herzen ihrer Kleinen angefacht und gestärkt werden. leitung eines verständigen Lehrers gewiß dazu beitragen, „die Jugend ersten Schulalters auf lieblichem Wege zu einem gottinnigen Leben anzuleiten und für den höhern ausführlichern Religionsunterricht befähigter zu machen". Indem ich mir noch die Bemerkung gestatte, daß der Verf. in der beabsichtigten zweiten Auflage die einzelnen Sprüche mit Nummern bezeichnen möge, was leicht auszuführen Md, indem es die Angabe und das Aufsinden der einzelnen Verse und Sprüche erleichtert, von Nutzen wäre, rvünsche ich seinem Streben die verdiente Würdigung. Gleichzeitig danke ich auch dem Lehrer Herrn G. Leeser in Dülmen (Westphalen), der vor einiger Zeit so freundlich ncir, mir sein „Hebräisches Lehr- und Uebungsbuch für Schulen, mit besonderer Rücksicht auf Beckers gramm. Grundsätze" (Koesfeld, 1848) zu übersenden. So weit ich das Buch, von dem freilich erst der erste Kursus erschienen, geprüft, glaube ich, daß es sich namentlich in gehobenen, mehrklassigen Schulen sehr zweckmäßig erweisen wird, und verdient der Fleiß und die Gründlichkeit des Verfassers, die sich vielfach kund giebt, die größte Anerkennung. Möchte auch der versprochene zweite Kursus ball» Nachfolgen! Wedell. Mittheilungm aus dem Oriente. Aus dem noch ungettnckten Werke ,,Palästinas alte und neue Geographie, Geschichtt und Kultur" Fragmente in Berichten miD Briefen mitgetheilt von 8. (Fortsetzung.) 14) Der heutigen! Samaritaner Korb an Pe fach. Von der Sekte der Samaritaner (vergl. II. Kön. 17), einst auch Kuthiinr genannt, ausführlicher zu sprechen ist hier nicht der rechte Ort, doch von ihrer noch jetzt stattfindenden Zeremonie im Monat Nisan — die keinen bestimmten Tag HU — mag das Merkwürdige folgen. (Außer Jerusalem wohnen nirgends mehr von dieser Sekte, nach Badbas gab es auch vor einigen Jahrhunderten Viele in Knhira,) Aus dem h. Berg Geritim, unweit Nablus, versammeln sich alle Glieder ihrer Gemeinde. Dorthin kingen sie ein Schaf, das ihr geistliches Oberhaupt, dos sie li-D" nennen, schlachtet. Drauf wird eine Grube gegraben, Feuer hineingelegt und mit Holz gefallt. Das ungeöffnete Schaf wird nun mit Haar und Fell und Eingeweide im Bei-

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