Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 3 (13.1.1851)
- Date
- 1851-01-13
- Page
- Seite 36 (sequence 12)
- Language
- German
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38 sein Aller gebraten, wobei ein entsetzlicher Geruch die Luft verpestet. Trotzdem wird der lockere Braten von den Anwesenden in Stücke gerissen und wie von hungrigen Wölfen verzehrt. Jeder hascht in frommer Wuth, und ob der vollgefüllte Mistdarm auf sein glückliches Loos trifft, er verzehrt es, denn so will es Exod. 12, 9. das heilige Gesetz, (sie!) — Dieses Häuflein Samaritaner nennt sich die echten Israeliten und uns schimpfen sie als unwissend! Eine besondere Eigenheit dieser Sekte ist, daß sie, wo der Name Gottes in der h. Schrift steht, ihn Aschima nennen. Dieser Name wird aber in ll. Könige 17, 30. als Name eines Götzen der Chamatier angegeben (die Kutaer verehrten den Nirgal), der nach Sanh. 63, b ein Ziegenbock gewesen sein soll. Nun scheint es, daß die heutigen Samaritaner eine verschiedene Mischung von Kutaer und Chamathier sind. Die heutigen Kutaer verehren eine vogelartige Gestalt, die einer Taube nicht unähnlich (vgl. Chuttin 6, 1), welche auch von Holz auf ihrer in syrischen Schriftzügen vorhandenen Gesetzrolle angebracht ist, woraus sie alle Sabbat ein Stückchen lesen. Nirgal, der Götze der Kutaer, war aber nach dem Talmud ein Hahn. Da sie aber dennoch den Namen Aschima beibehielten, so scheint die ganze Sekte ein Konglomerat von diesen beiden alten zu sein. 15) Die Paradiesmauer. Ein verheerender Typhus wüthete einmal unter den Muhamedanern in Palästina, wahrend fast alle Juden verschont blieben. Die Muhamedanec wollten aus Neid und Bosheit, vielleicht auch wegen Verdachtes, daß durch die Juden die Seuche ausgebrochen sei, ein Blutbad unter ihnen anrichren. Die Sache wurde entdeckt, man eilte zum Kadi mit einer großen Summe Geldes, und bat: er möge durch seinen geistlichen Einfluß das Unheil abwenden. Er versprach es freudig. Am andern Tage predigte er in der Moschee, daß gestern Nacht ihm der Nebi erschienen ist, und ihm auf sein Beten und Fragen mitrheilte, daß darum unter den Gläubigen so viele sterben, weil die Paradiesmauer baufällig geworden ist und plötzlich einstürzte. Zum schnellen Aufbaue seien natürlich viele Seelen der Gläubigen nothwendig, weshalb eben so viele sterben, wahrend Juden und Nazarenis ganz verschont blieben. — Auf diese frohe Nachricht aus dem Munde des hochgeehrten Predigers wollten sie gern Alle sterben, und gaben das Vorhaben auf, an die Juden Hand anzulegen. — (Waren doch die Juden im Jahr 5108, wo in Deutschland, Frankreich und Spanien unter den Christen ebenfalls die Seuche herrschte, wovon die» Juden verschont blieben, auf diesen Einfall gekommen, die eingestürzte Paradiesmauer als Ursache anzugeben, dann hatten gewiß die schrecklichen Verfolgungen nicht stattgefunden.) (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l1/* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Die Gemeinde zu Hagenow in Mecklenburg-Schwerin sucht sofort oder auch zum nächsten Ostern einen Religionslehrer, womit Schachten und Vorbeten verbunden ist. Das Einkommen dieser Stelle beträgt, bei freier Station, wobei Wohnung und Heizung ist und für Schächten besonders bezahlt wird, 100 Thlr. Kourant. Reflektant hat sich bei dem Oberlandesrabbiner Dr. Einhorn zu Schwerin einem Examen zu unterwerfen. Portofreie Offerten nimmt entgegen der Vorstand der israel. Gemeinde. Hagenow, den 6. Januar 1851. Ein Lehrer, welcher — tüchtig im Elementar- und Realsache — auch die französische und lateinische Sprache zu lehren versteht, findet zu Ostern k. I. bei einem Gehalte von 80 Thlr. und freier Station bei mir eine Hauslehrerstelle. Wenn derselbe den Klavierunterricht übernehmen könnte, so wäre es mir besonders lieb. Ph. Schönewald. Willebadessen bei Paderborn. CvT* In meiner Manufakturwaarenhandlung en gros und en detail findet ein gewandter Lehrling von honetten Eltern sofort eine Stelle, und kann auf Verlangen Kost und Logis im Hause gereicht werden. In portofreien Briefen wende man sich an G. Benjttmin in Essen a. d. Ruhr.' Auch eine ganz gewandte Ladengehilfin wird daselbst gesucht. Druck von I. B. Hirschfeld in Leipzig.