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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-01-13 · Heft 3 (13.1.1851) · p. Seite 32

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 3 (13.1.1851)
Date
1851-01-13
Page
Seite 32 (sequence 8)
Language
German
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32 gegnen in derselben nur zween Erscheinungen: dem Opferkultus und dem Gebetkultus. Daß das Gebet stets neben dem Opfer bestand, können wir aus Obigem und zahllosen Stellen der Schrift erweisen. Aber das Gebet in be* ersten großen Periode war frei und unbestimmt, war kein integrirender Theit des Kultus, war dem Individuum überlassen, bis es immer bedeutender an die Seite des Opfers trat, dieses theils verdrängte, theils versetzte, bis die zweite große Periode uns den Kultus lediglich im Gebete, im bestimmten und geformten Gebete zeigt. Blicken wir nun in die Periode des Opferkultus, so sehen wir auch hier große Verschiedenheiten; wir haben zuerst denselben, wie ihn Mose feststellte, dann, wie ihn David und Schelomo ausbitdeten, endlich, wie er im zweiten Tempel sich umgestaltete. Aber auch schon Mosche bestimmte ihn verschieden für den Aufenthalt ift ke-r Wüste, und verschieden für die Niederlassung'im herlig-en Lande. ' - Betrachten wir also zunächst den Kultus in der Wüste. Wir haben hier vier Momente zu berücksichtigen. 1) die Kulusstätte, 2) die Kultusdiener, 3) die Opfer, 4) die Formen. I. Die Kultusstatte. Da diese schon am Fuße des Sinai, also fast beim Beginn der Wanderung durch die Wüste errichtet werden sollte, und auch für die ersten Zeiten im heiligen Lande ausreichen mußte, so mußte sie auch transportabel, d. h. auseinander zu legen und tragbar sein. Wir sehen daher im W72 bt“TN, gewöhnlich „Stiftshütte", richtiger „Zelt der Zusammenkunft", nämlich Gottes mit Israel, übertragen, ein solches transportables Heiligthum (mpo), das aufgeschtagen wurde, sobald Israel sich lagerte, auseinandergenommen, wenn das Volk aufbrach. Wir sehen die zwölf Stamme in vier Lager getheilt; jedes aus drei Stämmen bestehende Lager nahm eine Seite eines Vierecks ein. Innerhalb dieses großen Vierecks treffen wir auf ein kleineres, gebildet aus der Priesterfamilie Arons, lagernd auf der Morgenseite, und den drei Familien, in welche der Stamm Levi zerfiel. Innerhalb dieses kleinern Vierecks stand ein längliches Viereck, hundert Ellen lang und fünfzig Ellen breit, gebildet aus Umhängen von Byssus (feinster Leinwand), die an sechszig Säulen bängen, welche Letztere, fünf Ellen hoch, in kupfernen Füßen standen und mit Silber überzogene Kapitaler hatten. An der Vorderseite waren zwanzig Ellen in der Mitte von einem Vorhänge an vier Säulen bedeckt. Innerhalb dieses von oben unbedeckten Hofes erblicken wir zunächst den Opferaltar, aus Brettern von Akazrenhotz, ohne Deckel und Boden, mit Erde an gefüllt, fünf Ellen im Quadrat, drei Ellen hoch, und mit Kupfer überzogen. An jeder der vier Ecken erhob sich aus den Brettern ein Horn Cpp). Zu diesem Altar führte ein Aufgang von aufgeworfener Erde, und in der halben Höhe befand sich ein Umgang um den Altar, also ein 1V2 Ellen hoher Absatz, bis zu welchem ein kupfernes Gitterwerk reichte. Hinter dem Altar stand das kupferne, mit Wasser gefüllte Becken mit einem untern Behälter von demselben Metall, aus welchem die Priester sich vor jedem Opfer zu waschen hatten. Hinter dem Becken ephpb sich nun die „Wohnung" OpiBtt). Auch sie war Mn längliches Viereck, 30 Ellen lang und 40 Ellew breit. ' Dieses Viereck bestand aus einem an der Vorderseite und oben offenen hölzernen Gerüste, das aus M Men hohen, l*/2 Ellen breiten und 1 Elle -Men Bohlen von Akazienholz bestand. Sämmtliche Bvhlen, zwanzig an jeder Längen- und zwölf an der Hinterseite, waren mit Gold überzogen, durch mit Gold überzogene Riegel an einander befestigt, und in silberne Fußgestelle, je zwei für jede Bohle, eingesenkt. Ueber dieses Gerüste waren vier Decken gelegt; die unterst-, die kostbarste, aus seinem Byssus, tiefblauer, purpurrother und karmesinrother Wolle gewoben mit hineingewebten Cherubim, bekleidete das Gerüst von innen und oben; die anderen drei hingen von außen über das Gerüst, und waren, die zweite aus Ziegenhaaren, die dritte aus rothgefärbten Widderfellen, die vierte, also oberste, aus Tachaschfellen. An der Vorderseite hing an fünf Säulen eine aus den oben genannten vier Stoffen, doch ohne Cherubim gewobene Decke. Trat man hinein, so sah man zunächst, daß der innere Raum in zwei hintereinanderfolgende Raume getheilt war. Der größere Borderraum von 20 Ellen Länge und 10 Ellen Breite bildete das „Heilige", in welchem auf der einen Seite der Tisch, auf der andern der Leuchter, in der Mitte der Raucheraltar stand. Auf dem hölzernen, mit Gold überzogenen, 1*/2 Ellen hohen, 2 Ellen langen und 1 Elle breiten und mit einem goldnen Kranze versehenen Tische lagen zwölf Brodkuchen, je sechs übereinander, die jeden Sabbat mit neuen vertauscht wurden. Der Leuchter, aus reinem Golde und einem Stück, trug sieben Lampen, .die beständig brannten und Morgens und Abends von . den Priestern zugerichtet wurden. Der Räucheraltar bestand in einem 2 Ellen hohen und 1 Este, tut Quadrat fassenden hölzernen Gesteh ryM tzimr Platte oben, ganz und gar mit Gald überzogen und einem massiv goldnen

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