Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-01-13 · Heft 3 (13.1.1851) · p. Seite 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 3 (13.1.1851)
Date
1851-01-13
Page
Seite 29 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3225714-3225718--11504-3241612
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

29 b) Uebertritt aus einer Klasse in eine andere. 8. 9. Tritt ein Mitglied aus einer Klasse in eine andere, so kann bei dem Eintritte in eine niedrigere Klasse eine bezügliche Vergütung für die geleisteten Beiträge in der hohem Klaffe weder von dem Mitglieds noch von seinen Hinterlasscnen beansprucht werden. — Bei dem Uebertritt in eine höhere Klaffe ist die durch die Lebensjahre herbeigeführte Erhöhung des Einkaufgeldes nachzuzahlen. — Ein Mitbegründer des Vereins entrichtet in letzterm Falle die Hälfte des seinem Alter entsprechenden Einkaufgeldes. (Fortsetzung folgt.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, im Dezember. Dem Vernehmen nach wird in Bälde in Lemberg, wie gegenwärtig in Prag, eine Versammlung jüdischer Notabilitäten zusammentreten; und zwar werden zehn der gebildetsten und gelehrtesten Männer des Kronlandes eingeladen werden, über mosaischen Kultus und sein« Sonderintereffen zu konsultiren. Aus Ungarn, Anfang Januar. Leopold Löw hat nunmehr seinen neuen Rabbinatssitz eingenommen, und am 10. Dezember seine Antrittspredigt in Szegedin gehalten. Dieselbe ist in Druck erschienen („die heiligen Lehrer der Vorzeit") zum Besten einer dort zu gründenden Töchterschule. —. Der Obergespan des preßburger Distrikts machte dem preßburger Magistrat bekannt, daß nach dem Erlaß des Ministers des Innern vom 22. v. M. die bei den Israeliten in Ungarn häufig vorgckommenen eigenmächtigen Aenderungen ihrer Vornamen von nun an durchaus nicht mehr gestattet werden können. Zu solchen Namensänderungen muß die Bewilligung erst ordnungsmäßig nachgesucht werden. —. Der pesther israelitische Handwerks- und Ackerbauverein erwacht, wie das „pesther Lokalblatt" meldet, wieder zu neuer Thätigkeit. In der am Mitwoch Nachmittags drei Uhr unter Vorsitz des ersten Stadthauptmanns, Herrn v. Alker, stattgesundenen Sitzung wurde der allgemein geachtete Großhändler Herr Jakob Kern zum provisorischen Direktor des Vereins gewählt. Der Verein wird, gestützt auf die Thatsache, daß nun den Israeliten der Ankauf von Grund realitäten ohne alle Beschränkung gestattet ist, eine desto größere Sorgfalt auf die Vorbereitung israelitisch«« Jünglinge für den Ackerbau verwenden. Ueber diese Tendenz und Aehnliches wird neuerdings eine entsprechende Publikation oder Programm in den Druck gelegt! werden. P-rag, Anfang Januar. (Pkivatmitth.) Für die, von Ihnen seit vielen Jahren so vielfach gepredigte Gründung eines Seminars zur Bildung von Rabbamen und israelitischen Religionslehrcrn erheben sich j«tzt auch in unserm Lande immer mehr Stimmen. Der Rabbiner A. Kohn zu Raudnitz hat jetzt eine Broschüre erscheinen lassen, welche einen lebhaften Aufruf hierzu enthält und einen Plan zu einer solchen Anst»lt bringt. Nach seiner Ansicht wäre Prag der geeizm eiste Platz für dieselbe. Frankreich. Paris, im Januar. Unter denen, welche bei Geleg-enheit des 10. Dezembers die Ehrenlegion erhalten ftsben, befinden sich auch katholische und protestantische «Geistliche. Wie so kommt es, fragen die Arch. isr., daß noch kein Rabbine, selbst nicht der ehrwürdige Großrabbine des Zentralkonsistoriums, dekorirt ist? —. Hier spricht man davon, sagen die Arch. isr., daß Dr. Frankel/ Obcrrabbiner in Dresden und einige andn« orthodoxe Rabbincn in London nächstens zusammenkommen wollen, um Konferenzen über die Refornuni zu eröffnen, welche in das Zeremonialgesctz des Judenthums einzuführen wären. (??) Schweden. Stockholm, 1. Januar. (Privatmitth.) Das Jahn 1851 wird bald Gelegenheit haben zu beweisen, ob eS unseren Wünschen mehr als sein Vorgänger zu genWgen im Stande sein werde. Auch bei uns ist die Emcmzipationsfrage wieder auf die Tagesordnung gekoninnen, und es ist nicht zu verkennen, daß die Zeit günßiiger für uns gegenwärtig ist, als früher. König Osk.ns Negierung wird nicht entgegenstehen, und das schwedische Volk keinen Widerspruch erheben. Ob aber in dien bevorrechteten Ständen, in deren Händen die Kraft anzunehmen oder zu verwerfen ruht, nament-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.