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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-01-01 · Heft 1 (1.1.1851) · p. Seite 8

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 1 (1.1.1851)
Date
1851-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 aus Brandeis und Eisler aus Kollin. Ueber diese Sitzung hat schon Ihr Korresp. aus Prag referirt. Es wurde in derselben der Beschluß gefaßt, den Entwurf zu überarbeiten und der Antrag, die in dem frühem Entwürfe als anstößig gefundenen Paragraphe nun ganz wegzulassen, wurde per acclamalionem angenommen. Zur Ausarbeitung dieses Entwurfes wurde ein engerer Ausschuß bestimmt, zu welchem Herr M. I. Landau mit 20, Herr Bondi mit 18, Herr 0r. Kämpf mit 17, Herr Pick mit 16, Herr vr. Ellbogen mit 14, Herr Bischitzky mit 12 und Herr Rappaport mit 9 Stimmen gewählt. Herr Dr. Wessely, welcher ebenfalls 9 Stimmen hatte, trat freiwillig zurück. Können wir den Israeliten Böhmens nur zu Beidem, zur Unparteilichkeit der Regierung und zur Energie der Gemeinden Glück wünschen: so müssen wir Letztere doch daraus aufmerksam machen, daß sie ja nicht das Kind mit dem Bade ausschütten mögen, und daß, wenn sie im Widerstand einig gewesen, sie doch nicht minder in der Hingebung und im Eifer einig sein mögen, eine gesunde Verfassung kräftig ins Leben zu rufen, durchzuführen! Ueber die Intentionen der Regierung scheinen uns folgende Worte des „Lloyd" Ausschluß zu geben, die Sie wol hier anreihen mögen: „Die Regelung der jüdischen Kultusverhältniffe ist eine unumgängliche Nothwendigkeit, welche selbst der religiöse Jndifferentismus nicht wegleugnen kann. Wie in den anderen Konfessionen muß auch der jüdische Kultus endlich einmal eine geordnete Gestalt annehmen, und wenn wir auch gern zugeben, daß zu deren Erhaltung den Gemeinden nicht drückende Steuern und in einer solchen Form auferlegt werden dürfen, die an die unheimlichen Zeiten des Druckes erinnern, so müssen die Kultusanstaltcn doch eine Garantie ihres Bestehens und von der Laune und Willkür jedes einzelnen Gemeindegliedes — Unabhängigkeit erhalten, wozu aber die Leistung eines mäßigen Beitrages weder unbillig, noch gehässig, noch entbehrlich ist. Die Regierung ist entschlossen, den Gegenstand mit aller Energie zu betreiben, sie geht dabei mit aller Nachsicht und Humanität zu Werke; es wäre schnöder Undank, ihren guten Bestrebungen durch Ausstreuung falscher Gerüchte hinderlich zu werden. Kurios« m. Aus Irland. Der verstorbene Herr Mainwaring zu Eoleby hatte mehrere Kirchengeräthschasten von ansehnlichem Werthe, einen Altartisch, Betstühle rc. angekauft, um der Kirche zuHailthorne ein Geschenk damit zu machen, war aber zuvor mit Tode abgegangen. Die Exekutoren der Verlassenschast ließen alles Vorgefundene zur Auktion bringen. Jene Gegenstände wurden in zehn Nummern angeschrieben. Als die Reihe an dieselben kam, verlangte ein jüdischer Makler (broker), Herr Benjamins von London, alle zehn Nummern sollten zusammen ausgeboten werden, er wolle dieselben erstehen. Der Auktionator ging darauf ein, verlangte aber, erst das Angebot zu wissen. Herr Benjamins bot zehn Pfund. Der Auktionator fand dieses Gebot nicht angemessen. Herr Benjamins aber sagte, die Artikel hätten gar nicht dürfen zur Auktion gebracht werden; es mache den Betheiligten keine Ehre; er wolle dieselben ihrer Bestimmung zuführen und sei überzeugt, weder Christ noch Jude werde ihm darin hinderlich sein. Der Auktionator gab nach. Niemand bot, Herrn Benjamins wurden die Geräthschaften unter lautem Applaus zugeschlagen, welcher dieselben sofort der Kirche zum Geschenk machte und an den Pfarrvikar abschickte. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Vorlesungen über die Geschichte des jüdischen Kultus. E rste Vorlesung. Hochgeehrteste Zuhörer! Wenn man einen tiefem Blick in die Erscheinungen der Natur wirft, so erkennt man Zwiefaches in denselben: ein stets Wechselndes und ein stets Beständiges. Kein natürlicher Gegenstand bleibt immerfort so wie er war, sondern jedweder befindet sich stets in dem Zustande des Uebergangs von einer Beschaffenheit in die andere, wenn auch dieser Uebergang bei dem einen Minuten, bei dem andern ein Jahrtausend dauert — aber alle diese Veränderungen aller dieser Dinge geschehen stets nach denselben Gesetzen, und sind nur Wirkungen derselben Naturgesetze. So haben wir also in der Natur ein Blei-

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