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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-01-01 · Heft 1 (1.1.1851) · p. Seite 7

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 1 (1.1.1851)
Date
1851-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 zu opfern und für die Realisirung dieser Ideen „Gut und Blut" zu opfern. Die Juden können und sollen nicht höher und niedriger als die Bekenner anderer Religionen, auch in dieser Beziehung stehen und sind wir zufrieden, wenn Ihr ihnen nur ein „unkluges" und kein unredliches Handeln vorwerfen könnet. Oesterreichischer Kajserstaat. Aus Ungarn, im Dezember. Am 16. wurde im pesther Stadthause eine Ministerialverordnung verlesen, wonach den Israeliten der Ankauf städtischer Gründe erlaubt wird. —. Vor einigen Tagen gab es, wie die „Wage" meldet, in Hermannmestec bei Chrudim, wahrend ein Israelit Namens Salomon Spitz in sein von einem Christen erkauftes Haus einzog, einen bedauerlichen Exzeß. Es rottete sich nämlich ein aufgewiegelter Pöbelhaufe unter ungeheuerem Lärm vor dem Hause des Juden zusammen und zertrümmerte ihm eine Menge Möbel und brauchbare Gegenstände. — Sehr dankbar muß es anerkannt werden, daß sogleich die Bezirkshauptmannschaft und das Bezirksgericht eine Kommission dahin absandten, welche mit Hilfe der Gensd'armcrie Ordnung machten. Einigen der Rädelsführer ist man bereits aus die Spur gekommen, doch konnte man ihrer noch nicht habhaft werden. —. (Bresl. Ztg.) Die Regierung will aus dem Erz- und Riesengebirge eine regelmäßige Einwanderung in Ungarn organisiren, der es nicht an Unterstützung von Seite des Staates fehlen dürfte. Gleichzeitig beabsichtigt man einen Theil der galizischen Juden, die in Unwissenheit und Elend verkümmern, nach Ungarn überzusiedeln, wo sie unter der Leitung einer besonder» Behörde in Ackerbauer umgcwandelt und dem dcmoralisircnden Schacher entfremdet werden sollen. Auch Baron Rothschild hat sich bei dieser Idee lebhaft betheiligt und zu diesem Zwecke ein Kapital von 1 Million Gulden angeboren, dessen Verzinsung mit 4 pCt. die Staatsverwaltung übernommen hat. Aus Böhmen, im Dezember. (Privatmitth.) Es ist sicherlich merkwürdig, was in den letzten Wochen im Schooße der israelitischen Gemeinden Böhmen vorgegangen, und ist ebenso Zeuge der Energie, die in den Gemeinden lebt, wie der Unparteilichkeit, welche die Regierung bei Regulirung der jüdischen Kultverhältnisse bewahrt. Es bedarf deshalb allerdings einer genauem Besprechung auch in diesen Blättern. Sie haben die Hauptzüge des Entwurfs, den die Regierung den, allerdings von ihr gewählten: Vertrauensmännern, welche eine „Synode" genannt werden, übergab, mitgetheilt. Man kann nicht verkennen, daß so wünschenswerth, die Organisation der gesummten böhmischen Synagoge ist, die darin beabsechtigt wurde, doch das fast alleinige Moment dieser Drganisation in den Rabbinerstand gelegt war, d»ß die Gemeinden selbst so wenig daran partizipiren, sondern Vertretung und Verwaltung durch die hierarchische Staffel der Rabbinen so allein vollzogen werden sollten, daß eine Auflehnung der Gemeinden sehr natürlich war. Wären nun die Mitglieder der „Sy node" von den Gemeinden gewählt worden, so hätten diese sich wol beruhigt in der Voraussetzung, daß ihre Vertreter den Entwurf in seinen Grundelementen umarbeiten würden. So aber fürchteten sie, es könnte die „Synode" den Entwurf, wenn auch nicht en hloc annehmen, doch in seinen Hauptbcstimmungen akzeptiren. Daher geschah die Agitation gegen beit Entwurf etwas tumultuös. Ein von drei Kolliner Gemeindemitglieder Unterzeichneter, sehr heftiger Bericht erging an alle böhmer Gemeinden, und fordme zu einer am 9. d. M. stattsindenden Versammlung auf. Man erklärte die Urheber des Entwurfs für „Feinde der Emanzipation", man zeigte auf die hierarchische Herrschaft hin, welche den Rabbinen bereitet werden sollte, kurz man erklärte das Judenthum in Gefahr. Die Gemeinden schickten sich an, die Versammlung in Kollin zu beschicken, aber durch telegraphischen Befehl des Herrn Statthalters wurde die Veifammlung wegen „ungesetzlicher Form" untersagt. Man wählte ein angemesseneres Mittel, man wählte eine Deputation, welche der Landesregierung die Befürchtungen der Gemeinden darstellte. Dieselbe ging auch darauf ein, und der Herr Statthalter versprach, die Synode noch durch sieben Nichtrabbiner zu verstärken, und den Entwurf, der doch von vornherein nur als ein unmaßgeblicher Anhalt hingestellt norden, ganz der Meinung der Synode zu überlassen. Diese sieben neuen Mitglieder sind von den Gemeinden gewählt worden; es erschienen daher in der ersien der am 1 Gtcn wieder begonnenen Sitzungen berirts die Herren Perutz aus Teplitz, Bondi aus Lichtmstadt, Hiller aus Turnau, Lederer aus Pilsen, Bisehitzky

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