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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-01-01 · Heft 1 (1.1.1851) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 1 (1.1.1851)
Date
1851-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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s oder auch zugleich einen Elcmentarlehrer annehmen und besolden, ohne daß sie hiefür von der Kommune entschädigt werden. Nicht allein, daß die Israeliten alsdann von dem freien Unterrichte keinen Gebrauch machen können, obgleich sie zu den Gehalten der Lehrer beitragen, müssen sie auch noch bedeutende Opfer für ihre eigenen Schulen bringen, so daß das Verhaltniß viel schlimmer als bisher werden wird. Wie dieses Mißverhaltniß und dieser Uebelstand zu beseitigen sei, darüber müßte die Versammlung besonders bcrathen, um die nöthigen Schritte bei Zeiten zu thun, bevor das Schulgesetz von den Kammern angenommen ist. Sie wollen diese Punkte, die ich Ihnen nur angedeutet habe, in Ihrer Gemeinde und Umgegend verbreiten und sie den Leuten deutlich machen, da ich mein Rundschreiben nur allgemein abfassen konnte. Gott unterstütze unsere gute Sache und gebe seinen Segen zu dem Vorhaben des kölner Vorstandes!" Im Interesse dieser wichtigen Sache hielt ich mich verpflichtet, obigen Auszug mitzutheilen; vielleicht, daß auch diese Mittheilung zur Anregung und allgemeinen Theilnahme, nicht allein in der Rheinprovinz und Westphalen, sondern auch in ganz Preußen, beiträgt, und kann hierfür nicht zu viel geschehen. Trier, 16. Dezember. (Privatmitth.) Unsere gestrige „Triersche Zeitung" enthält folgenden Artikel: „Dresden, 8. Dezember. Seit im Jahre 1848 die Demokratie den Juden die bürgerliche und politische Gleichberechtigung errungen hat, haben diese sich mit nur ganz vereinzelten Ausnahmen, in Sachsen undankbar und feindlich gegen ihre Freunde gezeigt. Vom ersten Augenblicke der erlangten Gleichberechtigung haben sie bei uns mit dem größten Eifer und unbegreiflicher Thorheit bei den Wahlen, in Vereinen und wo es sonst anging, gegen die Demokratie gewirkt, bis die Reaktion glücklich dahin gekommen ist, daß sie es wagen darf, den Juden ihre politischen Rechte wieder zu rauben, von denen diese einen so thörichten und wenig ehrenvollen Gebrauch gemacht haben. Seit Jahr und Tag schon eifern die reaktionären Blätter gegen das Judenthum, und unsere aus dem Grabe hervorgesuchten Landstände sind eben damit beschäftigt, bei Revision der Verfassung den Juden wieder die früher unterdrückte Rolle anzuweisen. Durch einige und 30 hiesige Jnnungsalteste, die sich in einer an die s. g. erste Kammer gerichtete Eingabe gegen die Gleichstellung der Juden ausgesprochen, werden die „getreuen Stände" in ihren nur mögliche» echt- oder urchristlichen Bestrebungen unterstützt, und es unterliegt keinem Zweifel, daß mit allen anderen Errungenschaften des Jahres 1848 auch die Emanzipation der Juden gestrichen werden wird. Mögen diese nun die Hand der Nemesis erkennen und künftig dankbarer oder wenigstens klüger handeln." Ist dieser Ausfall eines streng, konsequenten demokratischen und von jeher judenfreundlichen Organes nicht ein herrliches Seltenstück zu denen der Kreuzzeitung, die in den Juden nur die rothesten Republikaner wittert und sie als die größten Feinde der Regierung und alles Bestehenden, der größten Verfolgungen würdig hält? Bewährt sich in diesen, von den extremsten Parteien gegen die Juden hervorgehobenen extremsten Beschuldigungen nicht wieder von Neuem die alte Praxis: „Schlägst du meinen Juden, so schlage ich deinen Juden!" Jedoch mit den Kreuzrittern wollen wir nicht rechten, da diese ja absichtlich nur Gehässiges aufsuchen; sonst könnten sie ja in ihrer nächsten Umgebung sich eines Andern überzeugen. Giebt es ja in Berlin unter den Juden konservatives Element genug, welches auch in den früheren Kammern vertreten war. — Aber den aufrichtigen und ehrlichen Freisinnigen möchten wir doch das ernste Wort zurufen: wie lange noch sehet ihr, in politischer Beziehung nicht von dem Juden als Solchen ab? Warum betrachtet ihr denselben nicht unabhängig von seiner jüdischen Abstammung als jeden christlichen Staatsangehörigen? Warum begeht auch ihr die große Ungerechtigkeit, gegen Euer eigenes Prinzip, in Beziehung auf Juden, ihnen ihre politischen Handlungen noch besonders als Juden vorzuwerfen und die Gesammtheit derselben für die Ansicht oder Handlung Einzelner verantwortlich zu machen? Die Juden haben gewiß — was Ihr nicht leugnen könnet — ihr Kontingent auch der Demokratie gestellt, weshalb sie auch jetzt nach Wunsch der Kreuzzeitung gehörig büßen sollen — wie könnt Ihr nun verlangen, daß Alle dieser Richtung angehören sollen, da es im Leben doch auch noch andere materielle Interessen giebt, welche die meisten und gewöhnlichen Menschen höher schätzen als die religiöse und politische Freiheit? Nur Wenige — und Ihr habt ja das hinreichend ersehen — sind im Stande, diesen höheren Gütern das materielle Wohl

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