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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-01-01 · Heft 1 (1.1.1851) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 1 (1.1.1851)
Date
1851-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 sigen Schulanstaltm sollen eine außerordentliche Zahl solcher Schüler aufzuweisen haben. Da aber andererseits hierdurch der Kommune eine fremde Last erwächst, der sie sich bei den drückenden Ansprüchen der eigenen Armenschulpflege nicht ferner unterziehen kann, so dürften von Seiten der Schuldeputationen gegen jenen zu gehäuften Zuzug fahrender Schüler in Kurzem Maaßregeln ergriffen werden. (Ob die städtische Kommune von diesen jungen, nach wissenschaftlicher Kultur strebenden Geistern so viel Last hat, ist eine Frage. Denn Freitisch und Stipendien sind die Angelegenheit von Privaten. Jndeß, so viel wir wissen, ist eine Epuration von solchen armen Schülern bereits vorgenommen, und viele sind von Berlin entfernt worden.) Breslau, 16. Dezember. Die ministerielle „Deutsche Reform" enthält folgenden, namentlich am Ende wichligen Artikel: „Unter den vielen Beweisen der Theilnahme für die Erhebung des Herrn Fürstbischofs Frhrn. v. Diepenbrock zum Kardinal verdient erwähnt zu werden, daß auch die hiesige konservative jüdische Gemeinde kürzlich ihre Glückwünsche auszusprechen Gelegenheit fand. Der Rabbiner der Gemeinde, Hr. Tiktin, begab sich am Freitage mit den Gemeindevorstehern, den Herren v. mecl. Goldschmidt, Jadassohn und Lazarus, zu Sr. Eminenz. Der Herr Kardinal empfing die Deputation in vollem Ornate und sprach seine Freude darüber aus, daß der Kern der jüdischen Gemeinde ihm so viele Theilnahme beweise. Der Rabbiner führte in einer längeren Ansprache aus, welche Genugthuung es für die jüdische Gemeinde sei, daß ein so muthigcr und erhabener Mann an der Spitze eines kirchlichen Verbandes stehe, der sich weithin ausdehne und Tausende von gottgetreuen Glaubensgenossen umfasse. Der Redner sprach seine Hoffnung aus, daß der Kardinal durch die Machtvollkommenheit, die er besitze, jede Zerrüttung in der katholischen Kirche beseitigen werde, und seinen Wunsch, daß dieser auserwählte geistliche Fürst die Zeit erleben möchte, welche der Prophet verkündige, wo alle Bekenner Gottes sich brüderlich die Hand reichen werden, die Zeit, da nur Eine Heerde sein und von Einem Hirten werde geleitet werden. Se. Eminenz erwiderten, daß er lebhaft wünsche, daß dieser Segen des Rabbiners einer frommen Gemeinde in Erfüllung gehe, und erkundigte sich nach den Zuständen derselben. Die Deputationsmitglieder gaben darüber vollständige Auskunft, und der Rabbiner erzählte, wie er in einer Audienz dem Kultusminister die Nothwendigkeit auseinander gesetzt habe, daß die hiesigen Altgläubigen eine eigene Gemeinde bilden, um sich nicht den satzungswidrigcn Institutionen der Hauptgemeinde zu unterwerfen, und daß der Minister hierauf eingegangen sei." Von der Saar, 15. Dezember. (Privatmitth.) Seit meinem Berichte (in No. 50 d. Z.) hat sich in der politischen Welt Vieles geändert; der gefürchtete Krieg scheint in Friede sich umgewandelt zu haben und Alles sich auf gütlichem Wege auszugleichen. Die Demobilisirung der Armee steht in Aussicht, und somit wieder die gewünschte Ruhe und Ordnung. Die vertagten Kammern werden am 3. Januar d. k. I. zusammentrcten und über die ihnen vorzulegenden Gesetze in friedlicheren Aussichten berathen. Jetzt möchte und wird gewiß auch der israelitische Vorstand zu Köln die projektirte Versammlung zu realisiren streben und hierbei keine Zeit verlieren. Ueber die Dringlichkeit derselben und die Gegenstände der Berathung möchte folgender Auszug aus einem Privatschreiben des Herrn Oberrabbiners Kahn an mich, als Kommentar zu dessen Rundschreiben, hier Platz finden. „Unsere staatlichen, religiösen und Schulverhältnisse in der Gestalt, wie solche sich jetzt befinden, machen eine Versammlung israelitischer Abgeordneter zur Berathung über die zur Regulirung derselben erforderlichen Schritte jetzt sehr nothwendig. 1) Unsere staatlichen Verhältnisse. Sind wir auch, nach der Verfassungsurkunde vom 5. Dezember v. I., vollkommen emanzipirt: so ist doch von der piclistischen, judenseindlichen Partei der Kreuzzeitung, in dieser Beziehung noch Vieles zu fürchten, wenn diese das Ruder der Regierung in die Hände bekommen würde. Haben ja, nach dieser, die Juden allein die Revolution von 1848 hervorgerufen und gemacht, sind sie ja auch jetzt noch die größten Feinde der Regierung u. s. w., somit Grundes genug, um sie wieder in ihre vormärzlichen Verhältnisse zurückzuführen. Wir müssen daher hierüber schon im Voraus berathschlagcn und dürfen nicht abwarten bis dieser harte Schlag uns getroffen hat, wo 1 er nicht mehr so leicht abzuwenden sein dürfte. Im

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