Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 51 (16.12.1850)
- Date
- 1850-12-16
- Page
- Seite 706 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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706 mean, die 25 Tagereisen von der Stadt Asekle am Rothen Meere entfernt liegt. Der König hat viele Tausend Krieger zu Pferde, außer der zahllosen Macht zu Fuß. Dieser jüdische Regent übertrifft alle Könige und Regenten in Chabasch an Ansehen und Macht. Die Juden dort sprechen drei verschiedene Sprachen: hebräisch, arabisch und chaldaisch. Das Land ist sehr fruchtbar und stark bewohnt, hat viele Städte und Dörfer. Schon in meinem Vorigen zeigte ich Ihnen an, daß unser Freund Dr. Aschü schon im Monat Tebet glücklich in Aden antangte, wie ich zuverlässig erfahren, und wahrscheinlich schon nach Chabasch abreiste.... Moses Jafe. Am 10. Adar ll 5608 erhielt ich folgendes Schreiben: Aden, 7. Schebat 5608 (12. Januar 1848). Theuerster Freund rc. Ich bin bereits nach hier; kommende' Woche gehe ich unter dem Schutze Gottes nach Mokko, dort giebt es Schiffe nach Massua am westlichen Ufer des Rothen Meeres), von dieser Stadt habe ich noch 20 Tagereisen bis Gondar, wo ich die ersten Juden anzutreffen gedenke. Die Meinungen über die Einwohner von Chabasch sind verschieden. Manche glauben, daß sie Karaiten seien, doch das ist unrichtig. Sie sind theils Nozrim, mit jüdischen Gebräuchen, mit dem Beschneidungsgesetz, theils nur Heiden. Aber die weiter im Westen und Süden wohnenden Juden sind in ihren Satzungen vollkommen den Unsrigen gleich. Ich bin gespannt bis ich das Glück habe, mich von Allem genau zu überzeugen. R. Amram hat seine Reise nach Chaban (;^N) in Jemen angetreten; hoffentlich wird er auf günstige Resultare gelangen. Chai Levi Goldschmidt beginnt nächste Woche seine Reise, doch ich nehme einen andern Weg. Sollte man Gott behüte nach Verlaus von drei Jahren Nichts von mir hören, so wird gewiß in der heiligen Stadt Jemand sein, der die Reise nach Chabasch unternehmen wird. Meinen Freunden in Wien und London berichten Sie gefälligst von Allem. Ihr . . . vr. Aschö. Am 16. Ab 5608 empfing ich folgendes Schreiben: Kalkutta, 28. Jjar 5608. Bester Freund rc. Genaues und Zuverlässiges habe ich in China über den Sambation erfahren. Der bekannte Kaufmann Sign. David Lason in Bombai sandte neulich seinen Sohn Abdalla in Geschäften nach Kanton. Dieser nahm einen Bedienten mit, den ick kenne, ein wackerer Mann. Er hielt sich nicht lange in Kanton auf, weil er krank wurde und von dem jungen Abdalla hierher zurückgeschickt wurde. Dieser erzählte mir, daß sein Prinzipal Sign. Abdalla in Kanton einen chinesischen Zaraf (Geldwechsler) habe, der mit den in den entferntesten Gegenden wohnenden Chinesen in kaufmännischer Verbindung steht, und von Allem unterrichtet wird. Aus dessen Munde hörte er selbst, daß es sonnenklar sei, daß zwei Monatreisen von Kanton ein Strom sich befinde, der sechs Tage Steine, Sand und Wasser wühlt und spritzt, blos am Sabbat ruhe, und überfahren werden könne. Doch die Leute trauen sich nicht weiter in das Land hinein. Darum lassen sie ihre Waare am jenseitigen Ufer stehen, ziehen sich dann zurück und finden am andern Sabbat entweder das Geld, oder ihre unberührte Waare. Ferner erzählte er mir, daß vor seiner Abreise von Kanton die Nachricht ankam, im nördlichen China habe man neulich mehr als zweihunderttausend Männer mit großen Bärten und Haarlocken entdeckt. Gewiß sind diese Juden, da die Chinesen Haar und Bart abrasiren. — Ihr... Moses Jafe. Seitdem bin ich ohne nähere Nachricht, sollte sie bald zu mir gelangen, so werde ich sie der Oeffentlichkeit mittheilen. — Wir haben also auf vier Stellen eine Sour dieser Stamme. 1) In Afrika, nämlich in Chabasch (dieser Name begreift ganz Mittel- und Südafrika, nicht blos Abyssi'nien). 2) In Jemen. 3) In Thibet. 4) In China. — Lächerlich wäre es, diese in den 'amerikanischen Indianern oder in den Hindostanern zu vermuthen, weil man bei ihnen ähnliche Sitten wie bei den Juden antraf — dann müßte man die Affen zur Menschenktasse rechnen, weit sie dem Menschen Vieles nachahmen. Aber das Wort unfrrs Gottes bleibt ewig (Jes. 40, 8.) „Siehe! es kommt die Zeit, spricht der Ewige, und ich werde in Erfüllung kommen lassen die gute Verheißung, die ich zugesagt dem Hause Israel (den 10 Stammen Israels) und dem Hause Jehuda rc. An selbigen Tagen wird Jehuda geholfen werden und Jerusalem wird sicher wohnen, und also wird man es nennen, der Ewige, unser Recht." (Jer. 33, 14—16.) 1) Der Durchgangszolt verboten. Bald als Achmed Dschesar Pascha seine Regierung in Aka angetreten, verbot er das Kafar, den Durchgangszoll, den sich jedes Dorf gewaltthätig erlaubte. Um sich