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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-12-16 · Heft 51 (16.12.1850) · p. Seite 705

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 51 (16.12.1850)
Date
1850-12-16
Page
Seite 705 (sequence 13)
Language
German
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705 dieses Muffes zu verschaffen — um vielleicht damit chemische Untersuchungen ansiellen zu lassen — doch die Feindseligkeiten zwischen England und China haben jede Verbindung abgeschnitter^ — Das jüdische Reich, so erzählte der Gouverneur weiter, ist nicht in Chabasch, dessen Hauptstadt Künder (G»«»dar) ist, denn dort wohnen nur Nozrim, die manche vom Judenthume beibehielten, jenes Reich aber sicht nicht unter den Chabaschen (Abyssiniern), sondern isl noch 10 Tagereisen von Harar entfernt.— Auch sprach nch, so schreibt der Freund, in Aden einen gewissen Chai 2ri>t, einen stillen gelehrten Mann, der ein Goldschmidr ist und jährlich im Monat Lebet (Januar), wo in Chaiclsch der Frühling beginnt, jenseits des rothen Meeres rmst, zur Hüttenmesse, die dort stattfindet. Es wird rumlich den ganzen dortigen Sommer (vom Januar bis SDhri), welche Zeit dort Muschem genannt wird, eine Zelte irstadt gebildet, wo Kararawanen aus Wiender, Haran rc. kommen, um Leinewand und Eisen zu kaufen, diese zwei Gegenstände ihnen fehlen; mit Ende des Mrrschem's Hort die Messe auf, und jeder reißt darnach» seine Hütte wieder ein. Dieser Chai Levi erzählte mir nun, wie er ein in schöner Quadratschrist und s. g. Raschischrist (Kursivschrift) geschriebenes Buch in der Hand eines Juden aus Wusch (Aethkopien) gesehen. Auch hestten ihm die Karawanen aus Harar, die 25 Tagereisen von der Hüttenstadt gelegen und die Messen besuchten, öfters gesagt, daß in ihrer Nahe und Umgegend viele JA den leben — dort natürlich immer „Jehudirn" genarntt — mit welchen fßielt ihrer Kaufleute in Handelsver'Undung stehen. Er forderte mich sogar auf, einen Brief ihm mitzugeben, den er durch die Karawanen vo>r Harar an sie befördern wolle, allein ich unterließ es, weil er erst kommenden Tebet seine Reise antreten wird^ und ich unterdessen nähern Aufschluß erwarte. Sprechen sie gefälligst mit dem Oberhaupt der israelitischen Grrnei'nde zu Jerusalem, daß es höchst interessant wäre, darüber eine besondere Mission nach Chabasch zu senden, noinenttich über Aden. Es wäre zur Ehre Gottes die Welt von dieser wichtigen Sache zu überzeugen. In Aid^n erfuhr ich auch, daß R. Amram (s. o.) bereits in Lanaa anlangte und gesonnen ist zum Stamme Binjcmün, innerhalb der Wüste Teman (Vemen) zu reisen. .Ist er nicht im Stande Ihnen Nachricht zukommen z» lassen, so soll es durch mich geschehen. Er gedenkt nicht nach Chabasch zu reisen, drum wäre es nöthig eine besondere Mission dorthin zu beauftragen... Ihr ergebener Moses I afe. Drei Tage, bevor ich diesen Brief aus Bombei erhielt, besuchte mich ein junger jüdischer Gelehrter, vr. Asche aus Preußen, der es sich zur Ausgabe machte, Spuren dieser zerstreuten Glaubensgenossen aufzuft'nden. Er ist Mediziner und war zwei Jahre als Militär in türkischen Diensten, und hat manche Schlacht am Kaukasus mitgemacht, als Vorbereitung seiner schwierigen Entdeckungsreise. Ich war sreuvkg überrascht von des edeln Mannes Eifer 'und Aufopferung. Ich erzählte ihm das Vorhergehende und legte ihm den Reiseplan vor, seinen Weg über Egypten nach Ae men anzutreten, ec glaubte aber früher .über Dschida, Zanbula (auch Aanbua) zum Ziele zu gelangen, bis unerwartet der Brief aus Bombei ankam, welcher am Besten seine Marschrute enthielt. Wir beide hielten dieserr Vorfall als ein ausmunterndes Zeichen. Nach zwei Zagen reiste er mit einer Karawane, die zu Land nach Kairo ging, von hier weg. Am 28. Kislew 5608 erhielt ich von ihm folgenden Brief: Kairo, am Damond des Kislew. Mein theurer Freund rc.! Bis jetzt kann ich nicht viel Neues mittheilen. Bis heilte mußte ich hier verweilen. Doch heute um 1 Uhr Nachmittags reise ich unter göttlicher Hilfe nach Suez ab, um von dort mit dem Dampfschiff nach Aden zu reisen, welches am 26. November (1847) eintreffen wird. So lange ich hier verweilte, war ich stets beim würdigen Oberrabbi, Ihrem Freunde, der sich genau nach Ihnen erkundigte. Ec freute sich mit meinem Vorhaben, und zeigte mir viele Schriften und Urkunden, die die Evidenz vom Bestände vieler Juden in Chabasch Nachweisen. Er sagte, gegenwärtig sei in Aden ein g. R. Pinchas vom Stamme Dan. Ich werde nicht rasten, bis er Alles genau prüft. Bevor ich von Aden abreise schreibe ich nochmals an Sie. Meine Briefe wollen Sie gütigst über Wien in meine Heimath senden. Wenn Sie die heilige Mauer (bms *>nW2H) besuchen, so gedenken Sie meiner in Ihrer Andacht, auf daß der Allvater Israels meiner Reise seinen Schutz angedeihen lasse. Meinen höflichsten Gruß an den Oberrabbiner dort.... Ihr ergebenster (Jechkskel Asche) Dr. Asche. Am 18. Adar I 5608 erhüLt ich folgenden Brief aus Bombai, 17. Schebat 5608. Bester Freund rc. Im Betreff eines jüdischen Reiches sprach ich einen glaubwürdigen Muhamedaner aus Chabasch, der mir Erstaunliches erzählte. Der Sitz ihres Oberhauptes, des Königs Zachlon, ist in der Stadt Behe-

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