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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-12-16 · Heft 51 (16.12.1850) · p. Seite 704

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 51 (16.12.1850)
Date
1850-12-16
Page
Seite 704 (sequence 12)
Language
German
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704 zuhoten; zuletzt befragt, ob er den Gesandten mit sich nehmen wolle, um die Brüder Dan kennen zu lernen, antwortete er mit einem Ja und gab sogar daß Versprechen Ln einigen Monaten ihn wieder glücklich zurück zubringen. Als der Gesandte sich aber unschlüssig zeigte, bald zu, bald ab sprach, so verließ der-Dank, darüber empört, dessen Wohnung. Als später der Gesandte ihn wieder aufsuchen wollte, um die Reise mit ihm zu unternehmen, so konnte er ihn nirgends mehr auffinden. Unbegreiflich bleibt es, wie jener allein, ohne Begleitung, zu Fuß die von Schlangen angefüllte Sandwüste bereisen konnte?— Als der Gesandte nach Zafed zurückkehrte und seinen unverzeihlichen Fehler und sein Bedauern über die versäumte Gelegenheit eingestand, erregte die Sache so viel Interesse, so daß man entschlossen wurde, an die fern wohnenden Brüder eine besondere Mission gelangen zu lassen. Der aus Rußland eingewanderte R. Baruch Mosche, ein beherzter und erfahrener Mann, auch Arzt dabei, entschloß sich dahin zu reisen. Mit dem Nöthigen versehen, ging er über Alexandrien und Kahira nach Zanaa. Dort suchte er und fand einen sehr frommen Mann, der ihn zu begleiten versprach, aber die abergläubige Bemerkung hknzufügte, daß er den ersten Unfall, den er durch Schlangen erdulden müsse, als ein böses und warnendes Omen betrachten und umkehren werde. Sechs Tage ging es glücklich, immer mehr nach Osten fortschreitend; am siebenten verwundete plötzlich eine Schlange den Alten aus Zanaa, und obwot er von dem Gifte gerettet wurde, so blieb er doch bei seinem Vorhaben — und kehrte eilig um. So war auch der Andere gezwungen den Rückweg zu suchen — und die Reise war vereitelt. Sollte von der Schlangenwüste vielleicht nur der Dani befreit sein, weil der sterbende Vater im Sehergeiste ihn dafür segnete? — Dieser R. Baruch Mosche hatte ein trauriges Ende. Bei seiner Zucückreise über Senar hörte er, daß der Fürst, Serif von Vemen an der Epilepsie laborkre, und von keiner ärztlichen Behandlung weislich unterstützt würde. Er bot ihm seine Wissenschaft an und war so glücklich, daß der Serif lange von seinem Uebel befreit blieb. Doch der Neid der übrigen Aerzte sollte ihn verderben. Er wurde ^als Spion der Pforte angegeben und der Senf mußte ihn bestrafen. Ec,'ging mit ihn in den Hofgacten, lockte ihn dem dort befindlichen Löwen nahe, und dachte, daß er dort sein Ende finde. Doch der Löwe berührte ihn nicht und blickte starr den Unschuldigen an, worauf er sich ruhig auf sein Lager zurückwarf. Aber die Berrather, gefährlicher als der Löwe ruhten nicht, und der Arme wurde bald erschossen, sein Leichnam als der eines Hochverräters den wilden Vögeln preisgegeben. Auch hier wollten die Thiere des Feldes den Unschuldigen nicht berühren, und der Fürst — wer denkt nicht an den Könis Darius und Daniel?— überzeugte von seiner Unschuld ließ den Leichnam feierlich beisetzen, ihm ein Monument errichten, und noch heute wird sein Grab als das eines Märtyrers von den Türken und Juden häufig besucht. Es ist unter dem Namen Zadik Baruch Muse bekannt. Vor einigen Jahren bekam der russische Konsul in Beiruti vom russischen Generalkonsul zu Alexandrien die Nachricht, daß das Eigenthum und Vermögen des Unschuldigen, vom Serif an die ägyptische Regierung geschickt wurde, um es den Hinterbliebenen (der Gattin und dem Sohne) abfolgen zu lassen. Richtig erhielten es jene in Zafed.- Mein Freund Mose Jase aus Chebron, der schon vor mehreren Jahren als Abgesandter nach Ostindien geschickt wurde und der gleiches Interesse mit mir theilt, gab mir Kunde von seiner abermaligen Dorthinreise. Ich forderte ihn auf, sich gründliche Nachrichten zu verschaffen über die fernwohnenden Stämme und bezeichnet ihn die Gegenden, wo man Spuren von ihrer Existenz gesunden. Er versprach mir Alles schriftlich mktzutheilen, und wirklich erhielt ich am 22. Tischri 5608 durch die englisch-indische Post den ersten Brief, den ich auszüglich hier mittheile: Bombei, Dienstag den 12. Etul 5607. Ich besuchte den Gouverneur von Aden (in Penien) der mich freundlich aufnahm und sich nach dem Zwecke meiner Reise erkundigte. Er fragte mich: „Warum bereisen sie nicht das israelitische Reich in Afrika, daß neulich erst entdeckt wurde?" Auch ich habe zur nähern Forschung bereits bekgetragen und darüber nach London geschrieben. Es liegt nicht besonders weit von hier. Ungefähr 30 Tagereisen vom rothen Meer befindet sich die große Stadt Harar, davon 10 Tagereisen entfernt beginnt dieses Reich. Sie haben eine unumschränkte Regierung, ein stehendes Heer von viel tausend tüchtigen Kriegern, schöne Synagogen und großen Reichthum. Er sprach vom Messias, wie ein orthodoxer Jude. Auch von einem jüdischen Reiche in China, und vom Strome Sambation, der bisher für erdichtet gehalten wurde, bis er von glaubwürdigen Zeugen aus China davon überzeugt wurde. Ja er gab sogar Auftrag ihm vom Sande

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