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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-12-16 · Heft 51 (16.12.1850) · p. Seite 700

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 51 (16.12.1850)
Date
1850-12-16
Page
Seite 700 (sequence 8)
Language
German
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700 fleißiges Nachforschen haben versichern können, sich dies Unrecht nicht vorzuwerfen braucht. Wir haben seit vielen Jahrhunderten Israeliten unter uns gehabt, und aus Mangel an anderen Beweismitteln berufen wir uns auf das Vorhandensein eines israelitischen Friedhofs, dessen Gründung bis auf das Jahr 1727 zurückgeht. Die Eigenthumsakte dieses Grundstücks ist vor Kurzem im Birmingham-Tower zu Dublin- Castle entdeckt worden. Hier ist ein Auszug dieses Aktenstücks, welches gewiß von hohem Interesse sein wird. Im Jahr 5488 (entsprechend dem Jahre 1727 der christlichen Zeitrechnung) kaufte eine Person Namens William Phillips ein Grundstück zu Druncondra gegenüber Ballybaugh-Bridge für die Summe von 34 L. 19 Sch.; er überließ den Besitztitcl dieses Grundstücks an Joseph Denderici, der ihn seinerseits dem Michel Phillips übertrug. Dieser Letztere gab das Grundstück an die israelitische Gemeinde unter der ausdrücklichen Bedingung, daß ein Theil dieses Grundstücks für die kostenfreie Beerdignng jedes Israeliten, der in Irland sterben würde, verwandt werden solle. Dänemark. Kopenhagen. Herr vr. Levy ist zum Dekan der Fakultät in Kopenhagen erwählt worden; es ist der erste Israelit, der zu einem solchen Amte in Dänemark gelangt ist. (Aich. isr. de Fr.) Rußland. Minsk, 22. November. (Privatmitth.) Binnen Kurzem erfolgt die Wahl der hebräischen Inspektoren, von denen zwei „für besondere Aufträge" mit einem Gehalt von 900 Silberrubel jährlich bei jedem Generalgouverneur angestellt werden sollen. Minsk, im November. (Privatmitth.) Der hiesige Rabbiner, Herr M. Z. Halperin, wurde im vorigen Monat von der Regierung mit einer goldnen Medaille am Annabande zum Tragen am Halse mit der Aufschrift: „Für Eifer" belohnt*). *) Ohne die Schwäche seiner Gesundheit zu beachten, arbeitete doch stets der Rabbiner M. Z. in Gemeindesachenangelegenhei'ten. Auch hat derselbe im Jahre 1848 wahrend der Cholera viel Beistand geleistet. (S. Allg. Ztg. d. Jud. Nv. 33. 1848.) Kvrresp. Es sollen fortan laut Verordnung der Regierung alle Einkünfte und Ausgaben, wie auch andere nöthige Verordnungen der im Reiche sich findenden Synagogen durch einen Vorgesetzten (starosta), einen Kafsirer und einen Talmudgelehrten verordnet werden, welchen jede Synagoge aus ihrer Gemeinde wählen darf, und ist es auch diesen drei Personen erlaubt, bei nothwendigen Gelegenheiten, über die in ihrer Synagoge sich stets zum Gebete einsindenden Leute eine Steuer zu verfügen. Seit einem Jahre beinahe existirt hier eine jüdischeMädchenschule, unter der Anleitung des Herrn M. Levin und dessen Gemahlin, welche auch „die Mandclische Pension" genannt wird. Sie wird bereits von 36 Mädchen der hiesigen Kausleute und sonstigen wohlhabenden Einwohnern der Stadt täglich besucht, wo sie in der russischen, deutschen und französischen Sprache unterrichtet werden. Auch einige Stunden in der Woche beschäftigen sie sich mit Handarbeiten. Im Monat August d. I. wurden sie in Gegenwart des hiesigen Zivilgouverneurs, des Direktors des Gymnasiums und mancher anderen Notabilitäten, wie auch ihrer Väter examinirt, und vielen von ihnen wurden Lobschriften vertheilt. 50. Türkei. Konstantinopel, 20. November. Durch kaiserliches Dekret ist bestimmt worden, daß die Kopfsteuer von den Juden und Christen nicht mehr durch die Türken einzuheben sei, sondern künftig durch die Kommunen selbst an die Kassen abgeliefert werden soll. Mit welcher Freude dies begrüßt worden, weil dadurch die unerträglichen Vexationen der türkischen Einnehmer aufhören, kann man sich denken. Wir führen nur Eines an. Da die Kopfsteuer in drei Stufen entrichtet wird, so überfielen die türkischen Einnehmer die Juden und Christen gewöhnlich an ihren Festtagen, um aus den besseren Kleidern und Speisen einen höhern Grad der Wohlhabenheit zu erweisen. Amerika. Jamaika. Den 2. September feierte die spanisch-portugiesische Gemeinde von Kingston auf Jamaika das hundertste Jahr der Erbauung ihrer

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