Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 50 (9.12.1850)
- Date
- 1850-12-09
- Page
- Seite 689 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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689 dafür zu erwarten stand, wurde die erste Abhaltung der Konfirmation ebenfalls als eine heilsame Eim ichtung begrüßt. Aus den benachbarten Orten strömten! Israeliten und Israelitinnen herbei, um derartigen Feierlichkeiten anzuwohnm und sich daran zu erbauen. Oieses blieb nicht ohne Sporn zur Nachahmung in der nächsten Umgebung. Andere Gemeinden bestrebten sich eb-mfalls, gebildete Lehrer zu engagiren und Verbesserung m zu treffen, und somit war K. gleichsam der AposteL geworden, von dem Viele eine reinere Erkenntniß der «Golteslehre empfangen haben, die ihre Augen erleuchtet und ihre Herzen erfreute. Vor einigen Jahren erlitt die hiesige Gemeinde einen beklagenswerthen Verlust. Der Vorsteher I. Kaufmann zog nach Köln. Wenngleich die beregten Einrichtungen dadurch in Nichts gestört wurden, indem derselbe doch immer noch ein wachsames Augmmerk auf das hiesige Schul- und Synagogenwesen gedichtet halt, der Gemeinde erforderlichen Falles mit Rath und That an die Hand geht, die Schulprüfungen noch wie vor abhalt und auch sogar noch zum Gehalt des kehrers beitragt, so kann man sich doch nicht verhehlen, daß die Bemerkung über die Abreise Jakobs von BerKeba, nämlich: n-nn NdQ ,srmT nsö ii2ö, auf den Reformator der hiesigen Gemeinde ihre vollste Anwendung findet. Der gegenwärtige Vorsteher, Herr 3r, Lenz, ist ebenfalls ein würdiger und einsichtsvoller Mo«n, der sich seinen Vorgänger zum Vorbild genommen hat. Vor zwei Jahren hat die Gemeinde ein Schulgebäude neben der Synagoge erbauen lasten, wozu sie 100 Thaler von Anselm Rothschild und eine gleiche Summe was der hiesigen Kommunalkaste erhielt. In dem Lehrer Samuel besitzt sie einen Mann, der viele Kenntnisse und eine ausgezeichnete Lehrmethode hat. Nathan Ans pacher. Mittheilungen aus dem Oriente. Ans dem noch ungedrucktcn Werke „Palästinas «Ne und neue Geographie, Geschichte und Kultur" Fragmente in Berichten und Briefen mitgetheilt von 8. Sie haben gewiß schon von dem Manne gehört, der 18 Jahre im Oriente lebend, die Literatur seiner Glaubensgenosten mit seinen rastlosen gelehrten Forschungen bereichert. Mein gelehrter Herr Onkel, RMi Joseph Schwarz in Jerusalem gab schon einige Werke in hebräischer Sprache heraus, und sein letztes, „vollständige alte und neue Geographie und Geschichte Palastina's", habe ich übersetzt und werde es mit göttlicher Hilfe bald im Drucke erscheinen lassen. Dazu aber kommen in meiner Herausgabe seine neuesten Nachrichten über die Jehud Chebr und die 10 Stämme, wie auch das Wichtigste, die Sitten und Gebrauche unserer Glaubensbrüder und ihre gegenwärtige Lage im Oriente, aus seiner Korrespondenz, die er schon 18 Jahre mit meinem theuern Vater H. Schwarz, Rabbiner in Hürben, unterhält. Daß unsere Glaubensgenossen für das neue Werk reges Interesse zeigen dürfen, dazu dienen folgende Mittheilungen, aus dem dritten Theile des Werkes, die Sie gefälligst in Ihr geschätztes Blatt aufnehmen mögen. In vorzüglicher Hochachtung rc. 8. Nachrichten über die sogenannten Jehud Chebr und die 10 Stamme. Unter dem Namen Jehud Chebr versteht man eigentlich die Nachkommen des 'dpn ‘-nrr, Moses Schwiegervaters (vgl. Richter 4, 11), welche Nachkommen auch 25-! m genannt werden, sich des Weines enthalten und in Hütten leben (vgl. Chron. I 2, 55 in Jer. 35, 8—9). In Pesilita Rabbati 31 heißt es: „Das Land Sinim — Jes. 49, 11 — ist das Land der Söhne Jonadab ben Kecheb"z aus Bereschit Rabba 52 geht deutlich hervor, daß das Land Sinim, das Land ‘pTi Uemen — Arabien — wäre, was sich noch jetzt begründet. Man findet Spuren von ihnen, doch leben sie ifolirt, wollen nicht erkannt werden, und scheuen, ja Haffen jeden Umgang mit den übrigen Juden; dennoch sind sie dem Scharfsinne vieler unserer Glaubensgenossen nicht entgangen. Sie (eben nur in Arabien, größtentheils am östlichen Ufer des rothen Meeres und beschäftigen sich nur mit Viehzucht. In der Umgegend von Tunbua — ein Seehafen am östlichen Ufer des rothen Meeres — findet man sie auch als Schmiede, stehen mit anderen arabischen Stämmen in Handelsverbindung i. e. in Tauschhandel, welche von diesen „Jrab Seb'th" d. h. Araber, die den Sabbat feiern, genannt werden. Geachtet und gefürchtet sind sie überall, denn sie sind ein Riefenvolk. Sie sprechen blos hebräisch und arabisch. Sie wollen besonders mit Juden in keine Verbindung treten, und wenn sie erkannt werden und man sich in Gespräch mit ihnen einlassen will, so verleugnen sie schnell ihre Abkunft und sagen: sie seien gemeiner arabischer Abstammung.