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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-12-02 · Heft 49 (2.12.1850) · p. Seite 669

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 49 (2.12.1850)
Date
1850-12-02
Page
Seite 669 (sequence 5)
Language
German
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669 hier frische, unverkümmerte Nahrung finden. Selbst der greise Dirigent erscheint, und weiß sich der Eins, nicht zu entsinnen, ihn je in einer Synagoge gesehen zu haben, hier findet er sich ein, wenn nicht Unwohlsein oder mannigfache Berufsgeschäfte ihn hindern; hier sieht man den Bannerträger „für Bill mg und Beförderung von Handwerken und Künsten «nter den Juden" mit seinem lieben, treuen Aug' avs seinem jugendlichen Freunde ruhen! Vergebens sucht man unter den Mitgliedern der alten Gemeinde nach Sinn für wahrhaften «Glauben, für aufrichtige Andacht! Nur Wenige — «sehr Wenige gehören ihr aus Ueberzeugung an, wehrend die Meisten sich im Alten gefallen, nur weil rt alt ist; die das Neue Haffen, nur weil es neu ist! Bei Vielen herrscht noch die ordinärste Gleichgiltigkeit und Geringschätzung. Wenn nun der Verf. dis Artikels in No. 46 uns auf Seite 65 der Denkschrift aufmerksam macht, so möchte ich ihn mit der Nase auf Seite 69, Zeile 6 bis 11 von oben gestoßen wissen, wo Herr vr. Fr. sich ja ausdrücklich gegen jene Anschuldigung verwahrt. Daß derselbe mit Her m Cohn, d. h. auch nur mit diesem, nicht freundlich verkehren kann, hat seinen einfachen Grund darin, i>aß C. ein eifriger, treuer Anhänger der Orthodoxie ifi. Sonst liebt eben Dr. Fr. ein eingezogenes, steißizis Leben, was schon seine mehrfachen literarischen Arbeiten bekunden, und findet auch in dem edekn, rasti-e sen Streben für Reform und wahre Bildung im Judenthume — trotz aller Anfeindung und Verfolgung in seinem „lieben Ich" die schönste Beruhigung. Ein guter Genius über seinem Arbeitspulte trägt wol viel dazu bei. Wenn der Dr. Fr. die Stundenzahl öm Jüdischen auf 7 reduzirt haben will, so bemerk dazu der Einsender, daß früher wol nicht mehr Zeit zu diesem Zwecke verwendet worden, keinen Falls ».her früher mehr im Jüdischen erzielt ist. So auch var die Bemerkung über die Einführung der Konfirmation etwas höchst Ueberflüssiges, da wol Herr W. korjUrmirt haben mag, d. h. aus freiem Willen, jedoch Hr. Fr. hat es eingeführt, indem er es als regelmäßig wiederkehrend festgestellt. Was nun ad 2 über di« Anregung zur Stiftungsfeier bemerkt worden, ist ebenso lächerlich wie gleichgiltig. Schließlich wird m>h bemerkt, daß Obiges aus keiner andern Rücksicht, also ohne im Entferntesten mit Dr. Fr. in Allem einverstanden sein zu wollen, worauf Eins, wol später »e»ch zurückkömmt, oder aus Freundschaft gegen »r. Fr., sondern nur aus Verachtung und Widerwillen gegen jene Verdächtigungen mitgetheilt worden ist. Ein Münsteraner. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Die Gesammtzahl der Juden im österreichischen Kaiserstaate beträgt nach dem Ergebniffe der letztens vorgenommenen Zählungm 729,605. Sie vcrtheilt sich auf die verschiedenen Krvnländer in folgender Weise: Oesterreich unter der Eins 4296, Kärnten und Krain 2, Küstenland 3530, Tirol und Vorarlberg 978, Böhmen 70,037, Mähren und Schlesien 40,064, Galizien 328,806, Dalmatien 410, Lombardie 2965, Venedig 4760, Mlitärgrenze 537, Ungarn (annähernd) 265,620, Siebenbürgen (annähernd) 7000. Nur in Oesterreich und Steiermark finden sich keine Eingeborenen und Ansässigen dieses Glaubens vor. Prag, im November. Außen dem Professor Wessely hält auch der als Dozent an der hiesigen Universität domizilirte Prediger des Tempels, Dr. Kämpf Vorlesungen, und zwar in diesem Semester arabische Grammatik und die koratzitischen Psalmen mit besonderer Würdigung ihrer ästhetischen Seite. Beide Kollegien erfreuen sich eines ansehnlichen Auditoriums. Polen. Warschau, im November. Die Bevölkerung Warschau's wächst mit jedem Jahn bedeutend, die letzte vor Kurzem vorgenommene Zahlung ergiebt die Zahl von 163,301, unter denen «der 106,000 Katholiken, folglich Polen, und nur 1000 Glaubensgenossen des griechischen Ritus — das Militär nicht mitgerechnet; Evangelische oder Demtsche sind 10,600 und Juden 43,000. Türkei. Konstanlinopel, 5. November. (A. Z.) Die von dem preußischen Gesandten, Grafen Pourtales, wegen der scheußlichen Mißhandlung eines preußischen Unterthans (des Israeliten Romano) in Damaskus

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