Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 46 (11.11.1850)
- Date
- 1850-11-11
- Page
- Seite 633 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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gelbes an den Lehrer gern übernahmen. So besuchen diese Kinder nun schon seit einem Jahre die jüdische Schule, indem den jüdischen Kindern am ganzen Sonntag und täglich noch eine Stunde der Unterricht im Hebräischen allein ertheilt wird. So feierten jüngst evangelische und lüdische Kinder den Geburtstag deS Lehrers, dem noch dazu dieselben von einem katholischen Lehrer zugeführt worden; und selbst unser Bürgermeister, der mit der Aufsicht über die jüdische Schule von der Regierung betrauet ist, hob dieses schöne Einvcrstandniß bei der jüngsten Schulprüfung hervor. Nächstens mehr! B. Nathan genannt Felsenthal. Münster, im Oktober. (Eingesandt.) *) Zu verschiedenen Malen schon ist in diesen Blattern von dem segensreichen und tüchtigen Wirken des Herrn Dr. Friedlandcr die Rede gewesen, ohne daß ich bei der sorgfältig gehaltenen Umschau mich je hätte davon überzeugen können. Nichtsdestoweniger muß die bei Gelegenheit der projektirten Stiftungsfeier des ^Vereins für Weftphalen und Rheinprovinz re. rc." erschienene historische Denkschrift wiederum Veranlassung geben, dem rühmlichst bekannten Herrn Rabbiner Fr. Weihrauch zu streuen. Dieses Mal ist mir indeß der Duft unerträglich, und so möge man es mir verzeihen, wenn ich mich desselben durch nachstehende Beleuchtung erwehre: Herr Dr. F. nimmt dahier eine doppelte Stellung ein und zwar als Prediger der Reformgemeinde und als Lehrer der Vereinsschule. Sehen wir uns nach seiner vierjährigen Wirksamkeit in beiden Beziehungen um, so wird Niemand behaupten können', daß demselben für das crstere Verhältniß das Prädikat „segensreich" oder „tüchtig" zukömmt. Segensreich und tüchtig ist das Wirken eines Predigers, wenn er durch Wort und Werk getrennte Glieder der Gemeinde zu vereinigen oder wenigstens die um ihn sich schaarenden zu fesseln versteht. Leider aber ist die hier allerdings schon vorhanden gewesene Spaltung zu einer Kluft geworden, deren Ausfüllung einer früher oder später eintretenden Zeit viel zu schaffen machen wird; und der Gesinnungsgenossen des *) Im Sinne der Unparteilichkeit geben wir diesen Artikel, da uns ähnliche von mehreren Seiten zugekommen, wünschen aber, das! ec nun zu einer weitläufigen Polemik nicht veranlasse. Neda kt. Herrn F. sind so wenige, die ihm mit Liebe und Achtung entgegen kommen, daß ich ihm kein günstiges Prognostiken stellen möchte. Segensreich und tüchtig ist das Wirken eines Geistlichen, wenn seine Lehren mit seiner Handlungsweise übereinstimmen und wegen ihres Inhalts immer bereitwilliger Eingang finden. Wie könnte das aber bei den des Herrn F. der ^all sein, da er, freilich mit schönen Phrasen, Alles in der heiligen Schrift, was auf dem Probirstein seiner Vernunft nicht echt oder was nach seinen Religionsgrundsätzen dem Zeitgeiste nicht mehr anpassend erscheint, über den Haufen wirkt, wozu wir statt weitläufiger Belege, auf das bis jetzt unvollendete Geschichtswerk desselben Hinweisen, in welchem er selbst über Beschneidung und Offenbarung recht beherzigenswcrthe Aufklärungen gicbt. Man gestatte mir nun auch einen Blick auf die Funktion des Herrn F. als Lehrer an dem Haindorfschen Institute. Zum Theil wird dieselbe schon durch das Gesagte anschaulich. So sehr ich übrigens die Erfolge dieser in ihrer Art einzig dastehenden Anstalt prüfend durchgehe, so finde ich dennoch nicht, daß in den letzten vier Jahren Tüchtigeres geleistet worden wäre. Möge der belobende Korrespondent in No. 40 uns eines Bessern belehren. Ich kannte und kenne die Lehrer der Vereinsschulc von früher und jetzt und gebe ihnen unumwunden das beste Zeugniß. Die Resultate ihres eifrigen Strebens bekunden die von den entlassenen Zöglingen bestandenen Prüfungen in Soest. Sind dieselben seit dem Hiersein des Herrn F. glänzender ausgefallen? Oder haben die seit dieser Zeit ausgestellten jungen Leute in ihrem Amte sich besser bewährt? Beweiset überdies nicht die langjährige Wirksamkeit des LchrerpersonalS der Anstalt, von welchem, mit einer einzigen Ausnahme, noch Keiner von dem hochverehrten Dirigenten aus Mangel an Befähigung oder sonstigen Ursachen seiner Steilung enthoben, seine Tüchtigkeit und sein redliches Streben? Ich sehe dabei natürlich von den Fachlehrern ab, unter denen ein Wechsel mitunter unvermeidlich und halte die Bemerkung nicht für überflüssig, daß von den Kollegen des Herrn F. drei schon seit geraumerer Zeit als er, der Oberlehrer, Herr C, sogar von der Gründung an und wie ich gewissenhaft versichern kann, zur größten Zufriedenheit des Herrn Professors Dr. Haindorf an der Anstalt thätig sind. Um so mehr hat es mich geschmerzt und um so be-